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„Lingener Modell“ zur Massentierhaltung ab sofort in Kraft
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Autor: Burkhard Müller 01. Oktober 2011 06:00 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

OB Krone erneuert Versprechen an Bürger

„Lingener Modell“ zur Massentierhaltung ab sofort in Kraft

Lingen. „Sie können sich auf mein Wort verlassen. Sollte jemand auf dieser Fläche in Clusorth-Bramhar einen Stall für Massentierhaltung bauen wollen, werden Sie nicht nur angehört, sondern haben ein ordentliches Mitspracherecht.“ Das versprach Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone am Donnerstag während einer Ratssitzung 60 anwesenden Bürgern aus der Nachbarkommune Bawinkel.

 
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Groß ist nach wie vor der Protest der Bürger aus Bawinkel gegen geplante Sonderbauflächen für Massentierhaltung in Clusorth-Bramhar. Seinen Unmut darüber tat unter anderen Wolfram Jüttner (parteilos im Rat der Gemeinde Bawinkel) im Rat der Stadt Lingen kund. Fotos: Burkhard Müller Stimmte gegen Pläne zur Massentierhaltung: Michael Fuest (B90/Die Grünen).

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Gleichzeitig appellierte Krone an die Adresse der Bawinkeler, auch in der eigenen Gemeinde dafür Sorge zu tragen, dass nicht jeder Investor seine Stallanlage dort bauen könne, wo er wolle.

Bevor der Rat allerdings seinen Entschluss fassen konnte, machte Birgit Kemmer, Bündnis 90/Die Grünen, grundsätzlich deutlich, dass ein Stall ein Stall bleibe, egal ob er nun ein gewerblicher oder ein bäuerlicher Betrieb sei: „Auch mit der Steuerung ändert sich im Grunde genommen nichts, und dem Geflügel ist es egal, ob es gewerblich oder landwirtschaftlich mit 38000 weiteren Leidensgenossen eingepfercht in einem Stall dahinvegetieren muss.“ Massentierhaltung sei eine organisierte Verantwortungslosigkeit. „Deshalb ist jeder aufgefordert, sein eigenes Kaufverhalten zu überprüfen“, forderte die Grünen-Politikerin.

Seitens der SPD erklärte Fraktionsvorsitzender Hajo Wiedorn, dass das Lingener Modell „leider notwendig“ sei. „Wir müssen zu diesem Instrument greifen, weil uns die Gesetzgeber in Hannover und Berlin alleingelassen haben. Deshalb halten wir es für zwingend erforderlich. Wer darauf verzichten will, handelt fahrlässig“, betonte Wiedorn.

Als „politisch verbrannt“ bezeichnete Hans-Arno Bavink für die FDP die Sonderbauflächen in Clusorth-Bramhar. Deshalb solle man seitens der Stadt nach einer „unverbrauchten Fläche“ suchen. Dem Konzept alssolchem stimme die FDP aber zu.

Als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU machte Martin Koopmann noch einmal darauf aufmerksam, dass Lingen dieses Steuerungsmodell brauche, um unter anderem eine weitere Zersiedelung der Landschaft zu vermeiden, das Landschaftsbild zu erhalten und die Qualität dörflicher Siedlungsanlagen zu sichern. Zudem habe man auch die Existenzsicherung bestehender bäuerlicher Betriebe im Auge haben müssen. Diese unterschiedlichen Interessenlagen in der Sache hätten dazu geführt, einen Arbeitskreis zu bilden, der letztendlich das „Lingener Modell“ entwickelt habe. „Wir brauchen diese Steuerung. Deshalb stimmt die CDU für dieses Konzept“, betonte Koopmann.

„Das Boot ist voll, wir müssen endlich Schluss machen mit der Massentierhaltung“, forderte Robert Koop von den Bürgernahen und ergänzte: „Das alles ist einfach nur rücksichtslos.“

Michael Fuest, Bündnis 90/Die Grünen, kritisierte, dass man das Problem der Massentierhaltung in den vergangenen 20 Jahrenverschlafen habe und das „Lingener Modell“ ein „verzweifelter Versuch“ sei, diesem Manko nun entgegenzuwirken.

Der Oberbürgermeister erklärte dazu, dass das aber allemal besser sei, als die Hände nur passiv in den Schoß zu legen. „Außerdem wollen wir nicht auf den Gesetzgeber warten, sondern versuchen, hier auf städtischer Ebene das Problem wenigstens zu mildern.“

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