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„YEAH!“-Projekte (2): Die Body Rhythm Factory
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Autor: Tom Bullmann 29. September 2011 18:52 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Trommler mit Sinn fürs Filigrane

„YEAH!“-Projekte (2): Die Body Rhythm Factory

Osnabrück. Vom 13. bis 19. November findet das Yeah!-Festival statt, das Projekte präsentiert, die vor allem junge Menschen an klassische und zeitgenössische Musik heranführen sollen. Im Rahmen des Festivals wird der „Young European Award“ verliehen. In einer Serie stellen wir Finalisten vor, die eine Jury aus 165 Bewerbungen für die Endrunde ausgewählt hat.

 
Dem Rhythmus verschrieben: die „Body Rhythm Factory“. Foto: junge ohren  Vergrößern

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Wenn man Wasser in eine Messingschale füllt, sie mit einem Klöppel anschlägt und dann das Wasser hin und her schwappen lässt, entsteht ein sphärisch-zittriger Klang, mit dem man gut ein Kriminal- oder Science-Fiction-Hörspiel untermalen könnte. Ganz anders gehen drei junge Männer aus Dänemark damit um: Sie leiten mit den futuristischen Sounds eine Komposition ein, die von der Verbindung von experimentellen Klängen mit einem jazzigen Piano lebt.

Body Rhythm Factory nennt sich das Trio, das sich 2008 mit dem Ziel gründete, einem Publikum auf unterhaltsame Art zu vermitteln, welche Klänge man mit dem eigenen Körper und mit den unterschiedlichsten Gegenständen erzeugen kann. Bei ihrer Performance kommen sie dabei ganz ohne Worte aus. Dennoch schaffen sie es, ihre Zuschauer zum Mitmachen zu animieren. Gemeinsames Klatschen, Rufen oder Schreien, die Kommunikation funktioniert allein durch Mimik und Rhythmus.

Peter Stavrum und Sune S. Vraa Nielsen tourten einst als Mitglieder des berühmten STOMP-Ensembles rund um den Globus. Nach ihrem Ausstieg suchten sie sich in dem Pianisten Rune Thorsteinsson einen Mitstreiter für ihr neues Projekt, das sich ebenfalls dem Rhythmus verschrieben hat. Das Repertoire des Trios weist ein großes Spektrum auf. Da finden sich Showelemente, die sich ausschließlich auf Klänge beschränken, die man mit dem eigenen Körper erzeugt. Dazu gehört das Klatschen auf die verschiedensten Körperteile sowie das Steppen des Grundrhythmus mit den Füßen. Die drei Rhythmiker nehmen aber auch mal drei leere Plastikblumentöpfe zur Hand, um darauf die filigransten Beats zu trommeln. Dass es dabei nicht immer nur „Gib Kelle und hau druff“ heißen muss, beweisen leise Passagen, in denen sogar ganz kleine Zuhörer leise werden und konzentriert zuhören.

Dann wiederum überraschen die Klangtüftler mit Darbietungen, die weit über den bloßen Einsatz von Perkussionselementen hinausgehen. Dann lassen sie die Finger auf den Rändern von Weingläsern kreisen, spielen mit Melodica oder Daumenklavier und schicken die Sounds durch eine sogenannte Loop-Box, mit der Klänge elektronisch vervielfältigt werden. Und sie können auch Walzer – gespielt ausschließlich mithilfe bunter, verschieden langer Plastikröhren. Faszinierend.

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