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1164 Unterschriften für einen Fahrradring um Meppen
Meppen. Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen und ADFC haben Meppens Bürgermeister Jan Erik Bohling eine Liste mit 1164 Unterschriften übergeben. Damit wollen sie ihrer Forderung nach einem Fahrradring mit vier neuen Brücken Nachdruck verleihen.
Carsten Keetz, Renate Caillé, Bettina Potthast und Jörg Krips von den Grünen sowie Hans Manning vom ADFC Meppen stellten dem Bürgermeister sowie Josef Hogg vom Ordnungsamt und Volker Arents (Tiefbauamt) ihre Vorstellungen von einem fahrradfreundlicheren Meppen vor. 1164 Meppener hatten in den vergangenen fünf Wochen eine entsprechende Unterschriftenliste unterzeichnet und damit ihre Unterstützung für die Pläne der Grünen bekundet. „Wir sind erfreut, dass es so viele waren“, sagte Jörg Krips.
Konkret fordern Grüne und ADFC den Bau von vier neuen Brücken für Radfahrer und Fußgänger. Die erste Brücke würde vom Schullendamm über die Ems zu den Berufsbildenden Schulen führen. Sie soll den Verkehr auf der Emsbrücke deutlich reduzieren. Ein Stück flussabwärts würde die zweite Brücke nahe der B-70-Brücke über die Ems führen und eine neue Radroute von Esterfeld Richtung Marianum und MEP-Arena schaffen. Eine weitere Brücke soll die Hase am Ende des Industriegebiets Riedemannstraße überqueren und den Verkehr aus Feldkamp und Teglingen in die Neustadt entlasten. An der Schleusengruppe in Teglingen soll die vierte Brücke die dortige angespannte Verkehrssituation entlasten. Gemeinsam mit der Verbesserung der vorhandenen Radwege selbst ergäbe der Brückenneubau einen Fahrradring und würde nach Auffassung der Unterschriftensammler sowohl den Verkehrsfluss als auch die Verkehrssicherheit vor allem für Kinder und Jugendliche verbessern.
Alles soll in einem Radverkehrswegeplan übergreifend erarbeitet werden. Dass der Radverkehr in Zeiten steigender Energiekosten und eines wachsenden Tourismus zunehmen werde, da waren sich die Initiatoren sicher.
Bürgermeister Bohling stimmte in vielen Dingen zu, betonte aber, die Pläne seien zum Teil nicht neu. Tiefbauamtsleiter Arents erläuterte, für einige der vorgeschlagenen Brücken gebe es seit fast zehn Jahren konkrete Pläne, im Fall der Schleusengruppe liege sogar die Baureife vor. Dort habe man aber wegen der Finanzkrise 2008 nicht weiter geplant, sagte Bohling. Ansonsten hätten bisher stets die Mittel gefehlt. Für jede der als Holzbauwerke geplanten Brücken seien vermutlich Baukosten von rund 500000 Euro zu veranschlagen, sagte Volker Arents. Die Brücke in Esterfeld sei nicht in Planung – sie wäre auch wegen der für den Güterschiffsverkehr erforderlichen Höhe deutlich teurer.
Bohling betonte, es fehle nicht am Willen zur Umsetzung der einen oder anderen Maßnahme. Derzeit sei man dabei, eine Brücke etwa zwischen dem Rühler Sommerweg und den Berufsbildenden Schulen zu konkretisieren – außerhalb des Stadtgebietes gebe es Fördermöglichkeiten, die in der Stadt fehlten. Was die Sanierung von Radwegen angehe, so verweise er auf viele bereits erfolgte Maßnahmen, sagte Bohling. Gleichwohl sehe man die Probleme und bemühe sich im Rahmen der Möglichkeiten um Abhilfe. Einen Radverkehrswegeplan gebe es bisher nicht. Er solle aber erarbeitet werden, wenn klar sei, welche Verkehrsströme durch den Neubau der MEP und den möglichen Wegfall von Abfahrten an einer vierspurigen E233 entstehen.
Nach Einschätzung der Grünen hat ihr Konzept gute Chancen auf zumindest teilweise Umsetzung. „Wir haben auch von anderen Fraktionen Zustimmung erfahren“, sagte Keetz.
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