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Museum Industriekultur in Osnabrück will Dauerausstellung neu gestalten
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Museum Industriekultur in Osnabrück will Dauerausstellung neu gestalten
Museum Industriekultur in Osnabrück will Dauerausstellung neu gestalten
Osnabrück. Das Museum Industriekultur will seine Dauerausstellung im Haseschachtgebäude überarbeiten. Architekt Marcel Wouters aus Eindhoven setzt dabei auf Stahlregale als wiederkehrende Elemente. In alle Ausstellungsbereiche soll auch eine Kinderspur integriert werden.
„Stahl ist etwas, das unsere gesamte Ausstellung durchzieht“, sagt Rolf Spilker, der Leiter des Museums Industriekultur. Deshalb setzt er bei der Innenarchitektur auf dieses zeitlose Material. Nach den Vorstellungen, die Spilker, Architekt Wouters und Kuratorin Barbara Kahlert entwickelt haben, sollen die Regale einerseits authentische Dokumente aus der Industrie- und Kulturgeschichte zeigen, zugleich aber auch interaktive Fenster öffnen.
Spilker nimmt ein grobes Stück Eichenholz in die Hand, eine Bahnschwelle für Grubenwagen, wie sie seit 1830 in der Piesberger Kohlezeche verwendet wurde. Das könnte der Einstieg sein in das Thema Energiegewinnung. Damals Kohle, heute Windstrom. Wie wurde der schwarze Schatz damals aus dem Piesberg gewonnen? Besucher erfahren, dass erst Muskelkraft eingesetzt wurde und dann immer größere Dampfmaschinen notwendig wurden. Dass ein Zechenbahnhof gebaut werden musste, um die Kohle abzusetzen. Und dass die Piesberger Kohle gegen die Konkurrenz aus dem Ruhrgebiet nicht mithalten konnte – all diese Zusammenhänge sollen interaktiv erfahrbar werden wie beim Surfen im Internet.
Dazu kommen sinnliche Erfahrungen, etwa indem selbst gesammelte Pflanzen unter dem Einfluss von Druck und Hitze in pechrabenschwarze Kohle umgewandelt werden. Dafür steht ein Spezialbackofen bereit. Und zur Geschichte der Gruner’schen Papiermühle, aus der später Schoeller hervorgegangen ist, passt das Angebot, eigenhändig Papier zu schöpfen.
Museumsleiter Spilker will, dass die auf das Jahr 1994 zurückreichende Dauerausstellung künftig aus einem Guss erscheint. Die Regal-Architektur sei nur ein Stilmittel, vermerkt er, sie habe nichts von der Unnahbarkeit des alten Vitrinenmuseums. Die schöne bunte Welt der Animationen und 3-D-Bilder ist für ihn aber auch nicht der allein selig machende Maßstab: Man könne zwar alles digitalisieren und einscannen, sagt Spilker, „aber wir haben die Originale“. Und im Museum lasse sich auch erfahren, wo all die interessanten Dinge in freier Wildbahn anzutreffen sind.
Für die Umgestaltung der Dauerausstellung kalkuliert das Museum Industriekultur zwei Jahre und mehrere Etappen. Am Anfang soll die Gegenwart stehen, die im 4. Stock des Schachtgebäudes ausgestellt wird. Im Frühjahr 2012 soll das erste Modul fertig sein. An den kalkulierten Kosten von 40000 Euro beteiligen sich die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte und der Verein zur Förderung des Museums Industriekultur. Die Gesamtkosten stehen noch nicht fest.
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