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Tippspiel
Quakenbrück: Chorforum begeisterte auf Gut Vehr mit Volksliedern
Quakenbrück. Nach jahrelanger Verhaltenheit infolge des Einflusses der Nationalsozialisten erfreut sich das deutsche Volkslied heute wieder zunehmender Beliebtheit. Dass damit ein ganzes Konzertprogramm gestaltet werden kann, bewies das Quakenbrücker Chorforum bei spätsommerlichen Temperaturen auf Gut Vehr.
Den Ausführenden bereitete das Konzert sichtbar viel Freude, ebenso den Zuschauern, denen in der liebevoll gestalteten „Konzertscheune“ ein abwechslungsreiches Programm geboten wurde.
Der immer wiederkehrende Aha-Effekt wenige Sekunden nach dem Erklingen der einzelnen Lieder zog sich als roter Faden durch den Nachmittag. Da es (mit Absicht) kein Programm gab, konnte man auf das jeweils nächste Lied gespannt sein. Mit Witz und Humor führte Chorleiter Lutz Penning durch das sehr gut besuchte Konzert und spannte immer wieder eine thematische Brücke zwischen den Liedern vergangener Zeiten und dem Heute.
Einen optischen Wiedererkennungswert dürfte auch Carl Spitzwegs „armer Poet“ gehabt haben, der in realer Gestalt dösend unter seinem Regenschirm lag. Zwischen den einzelnen Vorträgen gab er Texte zum Besten, die auf das jeweils folgende Lied einstimmten. Er verband damit thematisch die insgesamt 16 Lieder wie „Ein Jäger aus Kurpfalz“, „Im Märzen der Bauer“ oder „Frisch gesungen“.
Ein paar kleine intonatorische Schwächen an manchen Stellen, die aber wohl nur geschulten Ohren auffielen, zeugen von der großen Herausforderung des nicht zu unterschätzenden Programms an den Chor,der diese Herausforderung souverän meisterte.
Dass die Akustik des Raumes dem Chorklang eher entgegenwirkte, war zwar schade, tat der Qualität und dem Ambiente des Konzertes jedoch keinen Abbruch.
Die musikalische Zusammenstellung der Lieder erwies sich als vielfältig und bot den Zuhörern die unterschiedlichsten Arrangements vom choralartigen „In stiller Nacht“ bis hin zum fetzigen „Kuckuck“.
Unter den Arrangeuren befand sich auch Lutz Penning, der dem Lied „Der Mond ist aufgegangen“ eine ungewohnt jazzige Farbe verlieh. Damit folgte so manchem Aha-Erlebnis noch ein Überraschungseffekt.
Am Ende des Konzerts wurde das Publikum mit einbezogen, das mittels Applaus über die jeweils schönere Version zweier Volkslied-Bearbeitungen entscheiden konnte. Das begeisterte, und Lutz Penning attestierte seinem Publikum einen „hervorragenden Musikgeschmack“.
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