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Cristin Claas stellt ihr neues Album in der Lagerhalle vor
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Autor: Marie-Luise Braun 18. September 2011 20:54 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Gedanken wie Schiffchen aus Papier

Cristin Claas stellt ihr neues Album in der Lagerhalle vor

Osnabrück. Welch eine Kraft! Was für Stimmen! Mehr zu denken ist einfach nicht möglich, als Cristin Claas und Viviane Kudo gemeinsam auf der Bühne stehen. Die letzten beiden Lieder sind der Höhepunkt des Konzerts von Cristin Claas in der Lagerhalle, bei dem Viviane Kudo lediglich als Vorgruppe auftreten sollte.

 
Charmant: Cristin Claas in der Lagerhalle.Foto: Swaantje Hehmann  Vergrößern

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Um ihre fünfte CD vorzustellen, waren die Sängerin Cristin Claas (bürgerlich Kristin Wieduwilt), der Gitarrist Stephan Bormann und Christoph Reuter an Tasten und Schlaginstrumenten nach Osnabrück gekommen. Überwiegend präsentieren sie Lieder aus „In Zeiten wie diesen“, ergänzt durch neue Varianten alter Stücke und dem bisher unveröffentlichten „September“, das sie mit besonderem Spielwitz präsentieren. Gewohnt poetisch und bilderreich sind die Texte des Trios. Trotz aller Klasse hat die Gruppe im zehnten Jahr ihres Bestehens sogar noch gewonnen. Claas’ Stimme glänzt mit noch mehr Fülle und Tiefe, bei einigen Stücken klingt sie rauer und immer reifer als bislang. Verspielt und klar, filigran und kraftvoll setzt sie ihre Stimme ein und lässt die Zuschauer im Nu eintauchen in Stimmungen und Gefühle.

Auch das Zusammenspiel der drei Künstler, in dem jeder seinen Platz hat, ist noch feiner geworden. Es ist ihnen anzusehen und vor allem anzuhören, dass sie immer noch mit Vergnügen dabei sind.

Gewohnt charmant ist es überwiegend Cristin Claas, die durch den Abend leitet. Sie regt die Zuschauer vergnügt – Stichwort „fordern und fördern“ – zum Singen an, wenngleich hier und da ein wenig zu viel Routine durchschimmert.

Während des Konzerts klingen die Stücke des neuen Albums lebhafter als die der bisherigen vier und vielleicht ein bisschen weniger melancholisch. Nach acht Stücken geht es in die Pause.

„Pling“ spielt der Mann am Piano, die Bühne taucht in blaues Licht, und Cristin Claas faltet ihre Gedanken zu Schiffchen aus buntem Papier, die sie sanft in die zweite Hälfte des Abends gleiten lässt. Jetzt stehen überwiegend ältere Stücke auf dem Programm, wie „Mother Tongue“, das Christoph Reuter an der Darbouka begleitet, einem arabischen Percussioninstrument.

Nach „Paperskin“ folgt der angekündigte Auftritt mit Viviane Kudo und Jo Schultz. Der hatte angefragt, ob sie als Support vor Cristin Claas auftreten dürfen. Die Rückmeldung kam mit einem Anruf, bei dem auch der Plan entstand, gemeinsam Musik zu machen.

Ein besonders guter Plan, dessen Ergebnis die Zuschauer bei „Mellow down easy“ (Kudo) und „Fall in meinen Arm“ (Claas) erst melancholisch werden lässt und beim Applaus von den Sitzen reißt. Proben konnten die fünf kaum. „Wir haben miteinander gespielt“, sagt Christoph Reuter zufrieden grinsend nach dem Auftritt. Vielleicht folgt ja Weiteres. Denn ein Wiederkommen von Cristin Claas ist bereits angedacht.


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