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Besucheransturm auf Messe „Nadel und Faden“
Osnabrück. Der Besucherstrom nahm gar kein Ende: Die 17. Auflage der renommierten Textil- und Handarbeitsmesse „Nadel und Faden“ erwies sich am Wochenende wieder als Magnet für Gäste aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden: Bis zu 12000 Besucher erkundigten sich über die neuesten Trends und Techniken der textilen Kunst und Handarbeit.
Die neuesten Stickmuster und -techniken, Filztrends und Häkel- und Näh-Ideen lockten erwartungsgemäß mehr als 90 Prozent Frauen in die Osnabrückhalle. Doch 90 sind nicht 100 Prozent: Auch Männer haben die textile Kunst für sich entdeckt und präsentierten diese am Wochenende auf der Textil- und Handarbeitsmesse, auf der grundsätzlich nur professionelle Aussteller einen Standplatz erhalten.
Einer von ihnen war Jochen Hüttemann. Der Textilkünstler aus Remscheid beschäftigt sich schon seit 30 Jahren mit der Weberei. Inzwischen hat er seinen Schwerpunkt bei textilen Wandbehängen, sogenannten Quilts, gefunden. Das Thema, das sich dabei wie ein roter Faden durch seine Werke zieht, sind Menschen. Ihre Köpfe bringt er mit einer ausgefeilten Schablonentechnik auf den Stoff, der schließlich mit Watte gefüllt und vernäht wird. Heraus kommen seine „Textilen Menschenbilder“, die die Konterfeis von berühmten, aber auch unbekannten Persönlichkeiten auf Stoff verewigt an die Wand bringen.
Ein weiterer männlicher Aussteller war Martin Ex. Auch bei ihm ging es um aufwendig gearbeitete Kunstwerke. Doch sie stammen nicht von ihm, sondern von jungen Mädchen, die teilweise vor mehr als 300 Jahren lebten. Martin Ex kommt aus den Niederlanden und sammelt historische Handarbeiten. Er ist zum ersten Mal auf der Messe und zeigt anhand von Originalen, wie Mädchen im 17. Und 18. Jahrhundert im Textilunterricht mit hauchdünner Seide auf Leinen gestickt haben. Die gerahmten Werke sind hoch dotiert. Rund 1000 bis 2000 Euro kosten die historischen Handarbeiten, die von Menschen wie Martin Ex aus ihren Verstecken geholt und bewahrt werden.
Weniger historisch, dafür umso aktueller präsentierte sich der Stand von Chriss Hintemann aus Ahaus. Die gelernte Innenarchitektin hat ihr Faible für Handarbeit mit ihrem Beruf in Verbindung gebracht. Herausgekommen ist das „Kitsch-Werk“, in dem sie handgearbeitete Einrichtungs- und Dekorationsgegenstände verkauft, die gar nicht immer so kitschig sind, wie der Name des Ladens vermuten lässt. Kakteen und Fenster-Blumen – liebevoll genäht aus Stoff, umnähte Lampen, Bücher und Deko-Obst aus bunten Stoffen sind nur einige Beispiele aus ihrem Repertoire, das sie zum ersten Mal auf der Messe präsentierte. „Als sie im vergangenen Jahr ihre Bewerbung für ,Nadel und Faden‘ geschickt hat, war sofort klar, dass sie einen Platz bekommt“, sagt Projektleiterin Ellen Moschitz-Finger. Solche neuen und innovativen Ideen machten „Nadel und Faden“ aus.
Über diese Frage tauschten sich auch Besucher und Aussteller am Stand von Regina Arndt und Ulrike Weißleder aus Hamburg aus: Was macht die in der Fachwelt renommierte Osnabrücker Textilmesse eigentlich aus? Für Arndt und Weißleder, die ihre neuesten Kreuzstichkollektionen aus der Reihe „Liebevolle Kreuzstichentwürfe“ präsentierten, ist die Antwort klar: „Qualitativ gibt es in Deutschland keine vergleichbare Messe.“ – „Dem können wir nur zustimmen“, bemerken die beiden Besucherinnen Anke Kund und Anne Rehwinkel, die bereits zum zweiten Mal aus Ahlen angereist waren: „Hier hat man wirklich an jedem Stand Qualität. Ramsch ist einfach nicht dabei.“
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25.02.2011
