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Clusorth-Bramhar: Keine Akzeptanz für Sonderbaufläche zur Massentierhaltung
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Clusorth-Bramhar: Keine Akzeptanz für Sonderbaufläche zur Massentierhaltung
Clusorth-Bramhar: Keine Akzeptanz für Sonderbaufläche zur Massentierhaltung
Lingen. Lautstark demonstrierten über 200 Bürgerinnen und Bürger am Dienstagabend im IT-Zentrum in Lingen gegen die Pläne der Stadt, in Clusorth-Bramhar, auf der Grenze zu Bawinkel, eine Sonderbaufläche (etwa 4,4 Hektar für drei bis fünf Stallanlagen) zur Massentierhaltung auszuweisen (wir berichteten).
Das erste Wort an diesem Abend hatte Oberbürgermeister Dieter Krone, der gleich eingangs erklärte, dass man im Stadtgebiet keine Tierhaltungsanlagen im großen Stil mehr haben wolle. Deshalb sei eine Steuerung, wie das „Lingener Modell“, notwendig, um auf festem rechtlichen Fundament handeln zu können. Beschwichtigend betonte er auch deshalb an die Adresse der Zuhörer: „Eigentlich haben wir doch alle das selbe Ziel – wir wollen keine großen Tierhaltungsanlagen. Allerdings beschreiten wir in dieser Sache nur unterschiedliche Wege.“
Im Anschluss daran erläuterte Lingens Stadtbaurat Georg Lisiecki, dass man ohne das „Lingener Modell“ keine Möglichkeit habe, den Wildwuchs gewerblicher Tierhaltungsanlagen, die die Landschaft zersiedelten und nicht positiv zum Gesamtbild der dörflichen Siedlungsanlagen beitrügen, zu verhindern. „Aus der Verwaltung, der Politik, dem Landvolk, der Landwirtschaftskammer, dem Planungsbüro und der Rechtsberatung hat sich ein Arbeitskreis gebildet, der das Lingener Modell entwickelt hat. Nur damit und nur auf einer städtischen Fläche ist es uns möglich, die bei vielen Menschen auf Ablehnung stoßenden gewerblichen Tierhaltungsanlagen zu steuern“, sagte der Stadtbaurat. Bestätigt wurden diese Ansichten auch von den Planern und dem juristischen Beistand der Stadt.
„Hat die Stadt Lingen rücksichtslose Politiker, die eine Sonderbaufläche auch zulasten der Nachbarkommune planen?“, fragten sich die in Teilen aufgebrachten Zuhörer. Unter anderem erklärte Clusorth-Bramhars Ortsbürgermeister Hermann Gebbeken noch einmal, dass man zwar ein Steuerungsmodell brauche, aber die Fläche auf der Grenze zu Bawinkel „definitiv nicht geeignet“ sei.
Deutlich wurden außerdem Befürchtungen der Bevölkerung, dass sich auf der ausgewiesenen Fläche ein Großinvestor breitmachen könnte, den die Planungen und möglicherweise guten Absichten der Stadt nicht kümmerten. Keine Akzeptanz fanden nach wie vor die Abstände zwischen der geplanten Fläche für die Stallanlagen und dem Wohnen im Außenbereich.
Dazu erklärte Krone, dass man mit den Flächen „keine Wirtschaftsförderung“ betreiben wolle. „Mit den Vergabekriterien, die noch erarbeitet werden müssen, haben wir alle Möglichkeiten einer Steuerung. Zudem wird die Gemeinde Bawinkel ein Mitspracherecht bei der Vergabe an mögliche Investoren erhalten“, versprach der Oberbürgermeister.
Vermisst wurde der Anwalt der betroffenen Bürger. Nach Angaben eines Zuhörers ist dieser zurzeit dabei, sich in die Unterlagen zum Feststellungsbeschluss einzuarbeiten. Man werde aber auf jeden Fall den Klageweg beschreiten.
Wie eine Sprecherin der Stadt gestern erklärte, seien die Unterlagen bereits seit Freitag öffentlich einsehbar.
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