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Zehn Monate lang ohne Familie und die Freunde leben
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 20. September 2003 00:00 Uhr


Zehn Monate lang ohne Familie und die Freunde leben

Am nächsten Donnerstag, 25. September, ist es soweit: Judith Jansen aus Bohmte geht mit weiteren 18 Jugendlichen aus ganz Deutschland für zehn Monate nach Santiago de Chile, um dort einen Freiwilligendienst bei der „Fundación Christo Vive“ zu leisten.

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Ihr Arbeitseinsatz findet im sozial-karitativen Bereich einer Kindertagesstätte statt. Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern konnte sie bereits als Gruppenleiterin in der St. Johannes-der-Täufer- Kirchengemeinde sammeln. „Ich möchte auch die armen Seiten des Lebens kennen lernen und die Arbeit mit sozial benachteiligten Menschen unterstützen“, begründet die 19-jährige ihre Entscheidung.

Selbst in gesicherten Verhältnissen aufgewachsen – ihr Vater ist Schulleiter der Domschule Osnabrück, ihre Mutter arbeitet stundenweise als Sozialarbeiterin – möchte sie nun nach dem erfolgreichen Abitur ihren Blick auch den Menschen zuwenden, die ihr Leben unter viel unzulänglicheren Bedingungen meistern müssen. Hinzu kommt, dass Pastor Stephan Schwegmann immer begeistert von Chile berichtete.

Die Arbeit der heutigen Stiftung „Fundación Christo Vive“ begann Anfang der 70er Jahre, als Schwester Karoline Mayer als Steyler Missionarin von Deutschland nach Chile kam. Ziel ihrer Arbeit war es, verbesserte und gerechte Lebensbedingungen für die arme Bevölkerung Santiagos zu schaffen. 1977 wurde zunächst die „Fundación Missio“ als kirchliche Institution, 1990 die „Fundación Christo Vive“ als ökumenische und von staatlicher Seite anerkannte Einrichtung gegründet. Die Dienste reichen heute von Kinderbetreuung und –erziehung in Kindertagesstätten über Berufsausbildung bis hin zum Gesundheitswesen.

Für die Vermittlung der Freiwilligen aus Deutschland und die Besetzung der Stellen in den einzelnen Institutionen in Chile ist der Verein amntena e.V. in Tiefenbronn/Mühlhausen zuständig. Bei einem Vorstellungsgespräch mit dem Vorsitzenden Kurt Wohnhaus und in einem Wochenendseminar mit ehemaligen und zukünftigen Freiwilligen konnte Judith Jansen schon vieles über den Einsatz und ihrem Dienst am Nächsten in Chile erfahren.

„Wir sind schon etwa eineinhalb Jahre mit den Vorbereitungen beschäftigt“, verrät ihre Mutter Rita Jansen. Da Judith in der Schule neben Latein Englisch und Französisch lernte, eignet sie sich seit einigen Monaten Spanisch an. Als Vorbereitung auf den Dienst hat sie zudem an einem Seminar bei der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe und bei der fid (Freiwillig Internationale Dienste) teilgenommen.

Dass Judith Jansen nach Chile gehen kann, hat sie auch ihrer Familie und einigen Sponsoren zu verdanken, die für das Finanzielle sorgten. „Vermissen werde ich sicher meine Familie und meine Freunde“, sagt Judith Jansen. Und anschließend? „Da möchte ich für das Lehramt studieren, Latein und Chemie.“ Doch erst einmal will sie Land und Leute in Chile kennen lernen und während ihres Aufenthalts dort die Faszination der Vielfalt des Landes genießen.  Mehr Lokales

 

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