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Kandidaten auf dem „heißen Stuhl“ - Bewerber für das Amt des Landrats nehmen Stellung zu Jugendthemen
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Kandidaten auf dem „heißen Stuhl“ - Bewerber für das Amt des Landrats nehmen Stellung zu Jugendthemen
Kandidaten auf dem „heißen Stuhl“ - Bewerber für das Amt des Landrats nehmen Stellung zu Jugendthemen
pm Sögel. Auf den „heißen Stuhl“ haben die Delegierten der Mitgliedsverbände des Kreisjugendrings die Landratskandidaten im Rahmen eines Landratsfrühstücks im Marstall Clemenswerth gesetzt. Klare Positionen zu ihren Anliegen waren das Ziel. Einig waren sich alle Beteiligten vor allem darin, dass etwas getan werden muss, um weiter junge Leute für das Ehrenamt zu begeistern.
Ein Silbertablett mit verschiedenen Umschlägen lieferte die Vorlage. Hatten sich die Bewerber Reinhard Winter (CDU), Friedhelm Wolski-Prenger (SPD) und Nikolaus Schütte zur Wick (Grüne) für einen von ihnen entschieden, wurde das darin enthaltene Jugendthema vorgetragen. Der jeweilige Politiker, der dann an der Reihe war, musste in wenigen Minuten ein persönliches Statement zu diesem Thema abgeben, welches anschließend von Mitgliedern des Kreisjugendrings zu einer These zusammengefasst wurde, die wiederum zur allgemeinen Diskussion stand.
Sichtbar wurde bei dieser durch die Kandidaten sachlich und konstruktiv geführten Debatte, dass die anwesenden Vertreter der Jugendverbände vor allem die Frage umtreibt, wie in Zeiten der Veränderungen im Bildungsbereich und des demografischen Wandels Kinder und Jugendliche noch durch Verbandsarbeit erreicht werden können.
„Man muss heute überlegen, wie wir junge Menschen für die ehrenamtliche Arbeit begeistern“, so Reinhard Winter. Er schlug ein Belohnungssystem unabhängig von finanzieller Unterstützung vor, welches den jungen Ehrenamtlichen Anerkennung für ihre Arbeit zolle und so zusätzlich motiviere. Wichtig sei es, Jugendliche vom längerfristigen Engagement zu überzeugen, da sonst keine Kontinuität in der Breite in der Verbandsarbeit erhalten bleiben könne.
Einig waren sich alle Bewerber in einem: „Die Jugendarbeit im Emsland ist hervorragend und darüber hinaus effektiv“, lobte etwa Friedhelm Wolski-Prenger. Er selbst habe an seinen Töchtern erlebt, wie sie durch die Jugendarbeit regelrecht aufgeblüht seien. Wichtig sei jedoch, dass Jugendliche erreicht würden, zu denen der Zugang für die Verbände nicht so leicht sei. Zudem gebe es auch Probleme, wie beispielsweise hohen Alkoholkonsum, betonte Wolski-Prenger mit Blick auf die Ergebnisse der jüngsten Pfeiffer-Studie.
„Wir müssen uns fragen, woher die Probleme, darunter Alkohol und Drogen, rühren und eine andere Sichtweise zu diesen Dingen bekommen“, betonte Grünen-Bewerber Nikolaus Schütte zur Wick, der erklärte, selbst seit über 20 Jahren auf Alkohol und Nikotin zu verzichten.
Absprache mit Schulen
„Die Jugendverbände sollen Freiräume bekommen, indem sie in die Schulen gehen und mit diesen zusammenarbeiten“, forderte Schütte zur Wick angesichts eines immer längeren Aufenthalts von Kindern und Jugendlichen in der Schule und zunehmenden Anforderungen. Winter stimmte diesem Anliegen zu: „Es ist zwingend, dass wir in puncto Jugendarbeit Absprachen mit den Schulen finden.“ Es gebe im Emsland eine Regelung, die den Verbänden ein auskömmliches Arbeiten ermögliche. Grundsätzlich müsse man sich aber zusammensetzen, um die Strukturen der Jugendarbeit angesichts der neuen Anforderungen zu bedenken. Seitens der Jugendverbände wurde in diesem Zusammenhang gefragt, wer die Verbandsarbeit in den Ganztagsschulen leisten solle, wenn die Ehrenamtlichen selbst schulpflichtig seien oder arbeiten müssten.
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