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Mankell-Stoff bei den „Spieltrieben“
Osnabrück. In seiner dritten Inszenierung wendet sich der Regisseur Alexander Frank zum ersten Mal an ein jugendliches Publikum. Und das mit starkem Tobak:
In Mankells „Chronist der Winde“, der im Rahmen des „Spieltriebe“-Festivals gezeigt wird, geht es um Tod und Vertreibung.
Zur Vorbereitung auf das Stück „Der Chronist der Winde“ setzten er sich gemeinsam mit den Schauspielern mit Kinderrechten oder Straßenkinder-Schicksalen auseinander – eine fast schon bezeichnende Vorgehensweise für den Regisseur Alexander Frank. Bei seiner Arbeit geht es ihm nicht nur um den künstlerischen Anspruch und gute Geschichten, sondern dabei immer auch um sozialkritische Fragen.
Im Rahmen des diesjährigen „Spieltriebe“-Festivals inszeniert der Theatermann aus Frankfurt am Main in der Gertrudenkirche das Stück „Der Chronist der Winde“ nach einem Roman von Henning Mankell – und er findet es spannend, in einer so schönen Stadt wie Osnabrück eine Geschichte zu erzählen, „die nicht so schön ist“. Um Tötungen, Vertreibung und Gewalt gegen Kinder geht es in dem Stück, das Alexander Franks dritte Inszenierung und gleichzeitig seine erste Theaterarbeit für ein jugendliches Publikum ist. Dabei möchte er auch erwachsene Zuschauer mit der traurigen Lebensgeschichte des angeschossenen Jungen Nelio erreichen und zieht daher die Altersangabe „für Menschen ab 10 Jahren“ vor.
Das Interesse an Themen wie soziale Gerechtigkeit in der globalisierten Welt oder die Rechte von Kindern zeigte sich beim 1980 in Mainz geborenen Frank schon früh. Als 15-Jähriger ließ er sich während eines USA-Aufenthalts von einer Rede des jungen Kanadiers Craig Kielburger begeistern, dem Gründer des internationalen Netzwerks „Free The Children“. Für diese Organisation engagiert sich Frank noch heute und veranstaltete etwa in Kingston auf Jamaika Workshops und Tanzprojekte für Kinder aus Slums. Nach Tätigkeiten im Film- und Fernsehbereich sowie einem Studium von Politik, Film und Publizistik in Zürich arbeitet er seit der Spielzeit 2009/ 2010 als Regieassistent am Schauspiel Frankfurt und befasst sich noch immer gern mit Themen, die „etwas härter“ sind. Dazu gehört neben seiner Frankfurter Inszenierung von „The Small Things“ von Enda Walsh auch der 2008 gedrehte Kurzfilm „The String Puppet“, der im gleichen Jahr für den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis nominiert wurde.
In dem Film versucht ein Soldat mit einer Marionettenfigur, ein bewaffnetes Kind aus der Reserve zu locken. Auch Alexander Franks nächstes Theaterprojekt in Frankfurt dreht sich um ein Thema, bei dem es „um uns geht“, wie er es ausdrückt. So geht er in dem Stück „Liebesspiel“ von Lars Norén dem diffizilen Funktionieren von Beziehungen nach. Das menschliche Verhalten mit allen Höhen und Tiefen wird dem Frankfurter Geschichtenerzähler mit der sozialen Ader wohl noch viele Themenfelder bieten.
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