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Clusorth-Bramhar: Klares „Nein“ zu geplanten Stallanlagen
Clusorth-Bramhar. Nicht nur in Bawinkel, sondern auch im Lingener Ortsteil Clusorth-Bramhar stoßen die Planungen der Stadt Lingen, auf der Grenze zu Bawinkel am Kleinbahnweg eine Sonderbaufläche „Gewerbliche Tierhaltung“ einzurichten, auf ein eindeutiges „Nein“. Das wurde am Donnerstagabend im „Haus der Vereine“ sehr deutlich. Schon jetzt seien etwa 1400 Unterschriften gegen diese Planungen gesammelt worden, wie ein Sprecher der Interessengemeinschaft, die sich gegen die Planungen stemmt, gegenüber unserer Zeitung erklärte.
Etwa 150 Bürger waren der Einladung ihres Ortsrates gefolgt, um aus erster Hand von Stadtbaurat Georg Lisiecki und dem Leiter des Planungsamtes, Peter Krämer, zu hören, warum gerade in Clusorth-Bramhar und nicht woanders im Altkreis Lingen solche Stallanlagen geplant seien.
Nach der Begrüßung durch Ortsbürgermeister Hermann Gebbeken machte zunächst Krämer klar, dass man seitens der Politik, des Landvolkes, der Landwirtschaftskammer, eines Planungsbüros, einer Rechtsberatung und der Verwaltung einen „Arbeitskreis Steuerung Tierhaltung“ gebildet habe, weil man der Meinung sei, dass die Stadt dem Bauen großer Tierhaltungsanlagen auf der grünen Wiese Einhalt gebieten müsse.
Fündig geworden sei man neben Mundersum auch in Clusorth-Bramhar, weil hier entsprechende Flächen im städtischen Besitz seien: „Die erste Darstellung war allerdings falsch im Plan, und deshalb mussten wir uns auch zu Recht kritisieren lassen“, entschuldigte sich der Planer.
Daneben ließ Krämer aber auch nicht unerwähnt, dass die Größe des Grundstückes in diesem Fall nur zweitrangig sei. Auch auf 4,4 anstatt auf 5,9 Hektar ließen sich drei bis sechs Stallanlagen realisieren.
Für den Ortsrat erklärte Gebbeken, dass man das Konzept einer Steuerung für Tierhaltungsanlagen zwar akzeptiere – aber nicht an dieser Stelle. „Wir haben schon den Windpark und wollen nicht auch noch die Ställe“, erklärte der Ortsbürgermeister und ergänzte: „Das gefährdet unser gutes Miteinander.“
Sorge um Immobilie
Vonseiten der Bürger wurde insgesamt nicht nur die Glaubwürdigkeit der Verwaltung infrage gestellt, sondern auch erklärt, dass man, sollten die Ställe dort gebaut werden, zukünftig nicht nur unter Gerüchen und Keimen leiden werde, sondern auch die eigenen Immobilien einen drastischen Wertverlust erleiden würden.
Auf die Frage an den Stadtbaurat, was er den betroffenen Anwohnern empfehlen würde, antwortete Lisiecki: „Sie sind durch die Stallanlagen, wenn sie denn kommen, natürlich betroffen. Ich an Ihrer Stelle würde mich mit Zähnen und Klauen gegen eine solche Einrichtung in meiner unmittelbaren Nachbarschaft wehren. Machen Sie Ihre Einwendung gegen die Planungen, und lassen Sie den Rat der Stadt letztendlich darüber entscheiden – das ist Ihr gutes Recht.“
Dass die Bürger von ihrem Recht Gebrauch machen werden, daran ließen sie keinen Zweifel. Neben dem Einschalten eines Fachanwaltes und einer geplanten Übergabe der gesammelten Unterschriften an den Oberbürgermeister seien weitere Aktionen geplant. „So kann man mit uns nicht umgehen“, hieß es abschließend.
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