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Maria-Anna-Hospital in Lengerich wird 150 Jahre alt
Lengerich. In Lengerich bereitet sich derzeit die Gemeinde auf ein besonderes Ereignis vor: Vor genau 150 Jahren stiftete dort Maria Anna Kramer, Witwe eines reichen Kaufmanns, ein Krankenhaus, das später nach ihr benannte Maria-Anna-Hospital. Heute ist dieses Hospital ein modernes Alten- und Pflegeheim. Am 21. August findet rings um das Haus und im benachbarten Bürgerpark ein großes Jubiläumsfest mit vielen attraktiven Angeboten statt.
Es war schon eine Besonderheit, dass 1861 in der Landgemeinde Lengerich ein eigenes Krankenhaus entstehen konnte. Den Grundstock legte die Stiftung von Maria Anna Kramer geb. Becker aus Fürstenau aus dem umfangreichen Erbe ihres früh verstorbenen Mannes. Doch nicht nur der christliche Stiftersinn der frommen Eheleute Kramer, sondern auch Zustiftungen ihrer Verwandten aus Amsterdam und ihrer beiden in Lengerich verheirateten Kinder sowie viele große und kleine Spenden weiterer Familien aus Dorf und Bauerschaft sorgten für das notwendige Startkapital, das von der katholischen Kirchengemeinde verwaltet wurde. Entscheidenden Anteil am Krankenhausbetrieb hatten die Mauritzer Franziskanerinnen aus Münster, die in Lengerich ab 1860 über hundert Jahre lang in selbstlosem Einsatz für Kranke und Bedürftige waren.
Schon wenige Jahre nach der Eröffnung in einem kleinen Wohnhaus außerhalb des Dorfes nahe der Lengericher Windmühle platzte das Hospital aus allen Nähten. So wurde 1869/70 auf einem vom Grafen Droste zu Vischering zur Verfügung gestellten Grundstück nördlich der alten Burg Lengerich ein zweigeschossiger Krankenhausneubau errichtet, um den die Lengericher schon damals von vielen ihrer Nachbarn beneidet wurden.
Mit steigenden Patientenzahlen und medizinischem Fortschritt wurde 1912 ein Erweiterungsbau notwendig, der sogar eine Kapelle enthielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte das Maria-Anna-Hospital in den 1960er-Jahren noch eine Blütezeit. Die Bettenkapazitäten wurden ausgebaut, ein eigenes Schwesternwohnheim errichtet und die medizinische Ausstattung modernisiert. Besonders der Lengericher Arzt Dr. Sunder-Plaßmann hatte großen Anteil an dieser Entwicklung.
Aus kam 1974
Die Überlegungen der niedersächsischen Landesregierung zur Neustrukturierung des Krankenhauswesens brachten 1974 das Aus für alle kleinen Hospitäler mit weniger als 100 Betten. Auch das Maria-Anna-Hospital musste sich damals ganz neu orientieren, zumal gleichzeitig die Ordensschwestern aus Lengerich abgezogen wurden. Mit dem St.-Bonifatius-Hospital in Lingen fanden die Lengericher aber einen neuen starken Partner, mit dessen Hilfe ein neuer Trägerverein das Krankenhaus zu einem Alten- und Pflegeheim umstrukturierte und umgestaltete. Die Einrichtung in Lengerich, zu deren Konzept auch die damals noch neue ergotherapeutische Arbeit gehörte, galt schon bald als vorbildlich.
Schließlich reichten die veralterten und mehrfach umgebauten Hospitalgebäude für einen zeitgemäßen Heimbetrieb nicht mehr aus, und so entstand in den Jahren 1996 bis 2000 ein moderner Neubau. Neben Wohnungen und Gemeinschaftsräumen enthält er Funktionsräume auf dem neuesten Stand der Technik und eine modern gestaltete Hauskapelle mit einer sehenswerten Ausstattung.
Durch die Anlage des Bürgerparkes und die Renovierung des alten Torhauses der Burg Lengerich zu einem Heimathaus sorgte die politsche Gemeinde Lengerich für ein attraktives Umfeld des Altenheimes, das heute als größte Sozialeinrichtung der Gemeinde auch ein wichtiger Arbeitgeber in Lengerich ist. Doch nicht nur die Mitarbeiter und die Angehörigen der Heimbewohner, sondern auch viele Vereine, Verbände, Gruppen und Einzelpersonen in Lengerich fühlen sich ihrem Maria-Anna-Hospital verbunden und bringen sich hier durch ehrenamtliche Hilfe, Besuche und Unterstützung ein. So ist das Maria-Anna-Hospital nach wie vor auch ein Musterbeispiel für ehrenamtliche karitative Arbeit im ländlichen Raum generell.
Festakt am 21. August
Träger ist seit 2006 die gemeinnützige Maria-Anna-Hospital GmbH, deren Gesellschafter die katholische Kirchengemeinde Lengerich und das St.-Bonifatius-Hospital in Lingen sind. Vorsitzender der Gesellschafterversammlung ist Pfarrer Heiner Mühlhäuser. Er wird am 21. August um 10 Uhr das Hochamt im Festzelt am Maria-Anna-Hospital halten, zu dem alle, die sich dem Maria-Anna-Hospital irgendwie verbunden fühlen, herzlich eingeladen sind. Für eine feierliche Stimmung sorgt dabei auch der KirchenchorSt. Cäcilia.
Im Mittelpunkt des anschließenden Festaktes steht die Vorstellung der Chronik „150 Jahre Maria-Anna-Hospital“. Ein Redaktions- und Autorenteam aus Lengerich hat es mit tatkräftiger Unterstützung von Dr. Andreas Eiynck, Leiter des Emslandmuseums in Lingen, verstanden, eine ebenso informative wie kurzweilige Geschichte des Lengericher Krankenhauses zu verfassen und mit authentischem Bildmaterial attraktiv zu gestalten.
Nach einem kleinen Frühschoppen steht im Festzelt ein Mittagsbuffet bereit, ab 14.30 Uhr wird zur Kaffeetafel geladen. Der Musikverein Langen-Gersten und der Kindergarten St. Benedikt sorgen für das Rahmenprogramm. Der Heimatverein Lengerich stellt ein historisches Krankenzimmer aus, in dem die Anfänge des Maria-Anna-Hospitals vor 150 Jahren wieder lebendig werden.
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