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Lünne: Weiterhin gegen Fracking
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Umweltverträglichkeitsprüfung gefordert

Lünne: Weiterhin gegen Fracking

Spelle. Ob der Speller Samtgemeinde-Bürgermeister Bernhard Hummeldorf oder der Ansprechpartner der Interessengemeinschaft „Schönes Lünne“ (IG): Beide Gesprächspartner unserer Zeitung stellten auf Anfrage gestern klar, dass man sich auch weiterhin gegen das Fracking (Herauspressen von Gas aus tiefen Gesteinsformationen) stellen werde.

 
Rund 200 Bürger der 1900-Einwohner-Gemeinde Lünne demonstrierten am 7. April gegen das Fracking. Foto: Röser  Vergrößern

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Grund für die Anfrage war ein Bericht in der LT vom10. August, wonach sich Niedersachsen und insbesondere der niedersächsische Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) für das Fracking starkmachen.

Bernhard Hummeldorf: „Bereits im Februar wurde eine gemeinsame Resolution der Interessengemeinschaft Schönes Lünne, der Samtgemeinde Spelle und der Gemeinde Lünne zur Erkundung und Förderung von Erdgasvorkommen in Lünne beschlossen.“

Hintergrund seien die mit dem Fracking-Verfahren verbundenen möglichen Gefährdungen von Mensch und Umwelt. Die Anwendung des sogenannten Fracking-Verfahrens werde abgelehnt, da zum jetzigen Zeitpunkt die damit verbundenen Gefahren nicht abschließend beurteilt werden könnten.

Zwei wesentliche Forderungen dieser gefassten Resolution sind: 1. Wissenschaftliche Begutachtung durch einen noch zu bildenden Arbeitskreis, um mögliche Gefährdungen für Umwelt und Mensch zu untersuchen. 2. Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) oder ein nach Art und Umfang vergleichbares Verfahren.

Der Arbeitskreis mit anerkannten Experten in verschiedenen Umweltbelangen sei inzwischen eingerichtet und habe bereits zweimal öffentlich getagt. Ergebnisse dieses Expertenkreises würden voraussichtlich erst Anfang 2012 vorliegen. Markus Rolink, Sprecher der IG: „Wir sind natürlich weiterhin gegen das sogenannte Fracking, weil wir die Auffassung vertreten, dass toxische Stoffe nicht in die Erde gehören.“

Zur Info: Die Interessengemeinschaft „Schönes Lünne“ veranstaltet am 22. August um 19 Uhr in der Gaststätte „Wulfekotte“ in Lünne eine Podiumsdiskussion zum Thema „Unkonventionelle Gasförderung – Fracking“. Zugesagt haben bereits die Landtagsmitglieder Heinz Rolfes (CDU), Karin Stief-Kreihe (SPD), Gabriela König (FDP) und Christian Meyer (B90/Die Grünen).


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  Leserkommentare

 
B. S., Sonntag, August 14, 2011 um 13:21 Uhr Quo vadis FDP? Warum fungiert die FDP eigentlich nur noch als eine Art Lobbyisten PR-Partei bzw. als ein Durchlauferhitzer für die Werbeprospekte der Industrie? Ist das bürgernahe Profil mit H.-D. Genscher in den Ruhestand gegangen? Minister Bode setzt mal wieder auf die Devise freie Fahrt für Konzerne. Was zählen schon die Ängste und die Lebensgrundlagen der Bürger? Dabei lehnen sich die Liberalen ziemlich weit aus dem Fenster. Spötter behaupten ja, FDP steht mittlerweile für "Fast Drei Prozent".

NRW ist beim Thema Fracking weiter. Parteien, Gemeinden, Bürger und Wasserwerke ziehen an einem Strang. Angenehm zu lesen dazu die Interviews mit Herrn Röttgen zum Thema Fracking in Trinkwasserschutzgebieten und der fehlenden Transparenz im bisherigen Verfahren.

Auch New York nutzt seine politischen Möglichkeiten der Einflussnahme und hat als erster US-Bundesstaat Gasbohrungen mit „Fracking“ im Trinkwassereinzugsgebiet verboten. Die Kläranlagen seien nicht in der Lage, die Schwermetalle aus dem Abwasser der Gasindustrie zu filtern. Investitionen von bis zu 20 Milliarden Dollar wären nötig, schätzen Experten. Auch Frankreich ist schon einen Schritt weiter. Das französische Parlament beschloss die umstrittene Erdgasförderung per Fracking ganz offiziell zu verbieten.

Ich drücke den zahlreichen Bürgerinitiativen in NRW und bei uns die Daumen, dass dieser Schwachsinn auch in Deutschland verhindert wird.

Mit Lebensmitteln spielt man nicht, Herr Bode!
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