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Wie haben Osnabrücker den 11. September 2001 erlebt? – Frank Abt macht Dokutheater für das Festival „Spieltriebe“
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Wie haben Osnabrücker den 11. September 2001 erlebt? – Frank Abt macht Dokutheater für das Festival „Spieltriebe“
Wie haben Osnabrücker den 11. September 2001 erlebt? – Frank Abt macht Dokutheater für das Festival „Spieltriebe“
Osnabrück. Auf den fünf „Spieltriebe“-Routen in der neuen Intendanz von Ralf Waldschmidt ist längst geprobt worden. Bevor das Festival am 2. September startet, stellen wir in einer Serie die Vielfalt der Erzählformen und Spielstile an ungewöhnlichen Spielorten vor, aber auch Regisseure und Dramatiker. Wie haben Osnabrücker den 11. September 2001 erlebt? Regisseur Frank Abt befasst sich damit in seinem Projekt.
Wo die Bühne sein wird? Frank Abt und seine Bühnenbildnerin Annelies Vanlaere wissen es an diesem letzten Tag vor der Spielzeitpause noch nicht genau. Bevor sie für mehrere Wochen auseinandergehen, besprechen sie sich noch einmal im Mannschaftskasino. Dort, wo sich früher britische Soldaten dem Spielvergnügen hingegeben haben, wird beim Spieltriebe-Festival Abts Inszenierung „Wenn die Sonne immer noch so schön scheint...“ zu sehen sein. Ein Rechercheprojekt auf Interviewgrundlage.
Während der 1976 geborene Abt von seiner Arbeit erzählt, hält er manchmal im Satz etwas inne, um nach besseren Worten zu suchen. Den Weg in die Regiearbeit fand er über die Assistenz. Seit 2006 ist er freischaffender Regisseur. Wege abseits der klassischen Theaterpfade sind ihm dabei nicht neu. So realisierte er etwa in den Bochumer Kammerspielen ein Stück auf Interviewgrundlage: In „Superstars“ ging es um Menschen, die ebendies nicht sind.
Grundlage für das „Spieltriebe“-Stück sind Interviews, die der Journalist Dirk Schneider mit Osnabrückern geführt hat. Er hat sie dazu befragt, wie sie den Anschlag auf das World Trade Center in New York erlebt haben. „Jeder hat so einen klaren Moment von diesem Tag, an den er sich erinnern kann“, sagt Frank Abt. Oft seien es Bilder aus den Medien, die die Befragten im Kopf haben.
Doch nicht nur um den 11. September geht es in dieser Inszenierung, sondern auch um einen Einblick in das Leben von Menschen, „die eigentlich nicht im öffentlichen Raum auftreten“, so Abt. Große Politik, fährt er fort, werde in dem Stück „klein erzählt und in den kleinen Dingen dieser Welt gezeigt“. Da ist etwa der Osnabrücker Feuerwehrmann, der erlebt, wie seine Kollegen im fernen New York bei der Katastrophe ums Leben kommen.
Frank Abt arbeitet aber auch klassisch. Parallel zu seinem Stück für das Festival inszeniert er im Theater am Domhof „Minna von Barnhelm“, das am 17. September Premiere hat. Doch so weit würden die beiden Welten – auf der einen Seite die Lessing-Komödie, auf der anderen ein zeitgenössisches Dokutheater – gar nicht auseinander liegen, findet Frank Abt. Denn zum einen spielt Krieg auch in „Minna von Barnhelm“ eine Rolle. Bei beiden Arten von Theater entstehe außerdem „ein Kosmos, mit dem ich mich beschäftigen kann und darf“. Zwar gebe es bei den Projekten mehr Überraschungen. Doch letztlich findet Abt es „schön, dass ich nicht nur Stücke oder nur Projekte mache“.
Schon in seiner Kindheit wurde Frank Abt mit dem Thema Krieg konfrontiert. Sein Vater war Berufssoldat. Eine Arbeit, die ihm ganz normal erschien. Erst in der Schule sei ihm durch die Kommentare seiner Mitschüler bewusst geworden, dass Soldat für andere Menschen kein alltäglicher Beruf sei, berichtet Frank Abt. Er selbst habe später Zivildienst gemacht.
Das Thema Krieg begegnet ihm nun auf der Bühne wieder. Und das Militär in Form des Kasernengeländes am Limberg.
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