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Aus der Traum: Kein Nacktwandern in Melle
hen Melle. Wie nicht anders zu erwarten, erhitzt das Thema „Nacktwandern“ die Gemüter. Die Reaktionen reichen von schroffer Ablehnung bis hin zu Interesse und Anfragen, ob der Nudistenmarsch denn auch im Rahmen des Deutschen Wandertages angeboten wird. Wird er nicht.
Ulrich Gövert aus Eggermühlen im Nordkreis ist der Präsident des Wiehengebirgsverbandes Weser-Ems, der den Wandertag zusammen mit dem Tourismusverband Osnabrücker Land TOL und der Stadt Melle ausrichtet. Gövert ist laut Eigenausage „ein toleranter Mensch“. Deshalb hat er nichts gegen das stofflose Wandern: „Wenn diese Leute so wandern wollen, sollen sie das tun. Wenn sie dadurch ein besseres Naturempfinden haben, ist das doch in Ordnung.“
Gövert gibt allerdings zu bedenken, dass die Nackten Insekten im Allgemeinen und Zecken im Besonderen schutzlos ausgeliefert seien. Sein Fazit: „Ich glaube nicht, dass mein Verband das Nacktwandern forcieren wird.“
Auch Oliver Mix, Geschäftsführer des TOL, betont, er habe nichts gegen unbekleidete Wanderer, vor allem dann nicht, wenn sie trotz aller Nacktheit noch ein Portemonnaie bei sich trügen. Für das Angebot einer Nacktwanderung sei es nun allerdings zu spät. Mix: „Wenn die sich bei uns gemeldet hätten, hätten wir uns sicherlich mit dem Thema befasst.“
André Berghegger antwortet auf die Frage, wie denn der Bürgermeister zum Thema „Wandern wie Gott uns schuf“: „Der Bürgermeister wandert auch mit. Allerdings nicht auf diese Weise.“ Er sei für alle Ideen offen, so der Verwaltungschef, das Thema Nacktwandern sei aber eben keines gewesen, als der Wandertag geplant wurde. Er habe erstmals aus dieser Zeitung erfahren, dass es so etwas überhaupt gibt.
Dass die Naturisten unangekündigt auftauchen, steht jedenfalls nicht zu erwarten. Zwar haben die Nacktwanderer auch schon im Teutoburger Wald ihrem Hobby gefrönt, allerdings in der Gegend um Detmold im Bereich des Hermannsdenkmals, berichtet ein Aktiver. Ohnehin seien für das Wochenende des Deutschen Wandertages zwei nackige Touren ganz woanders geplant. Unter anderem in der Lüneburger Heide werden die passionierten Hemdlosen durch die Natur streifen.
In Melle muss also kein Schild aufgestellt werden wie am Anfang des offiziellen Nacktwanderweges im Harz. „Willst du keine Nackten sehen, darfst du hier nicht weitergehen“, heißt es dort.
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