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Immer mehr Spitzenbeamte und Kommunalpolitiker im Prämienskandal unter Verdacht der Untreue
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Jetzt schon neun Ermittlungsverfahren

Immer mehr Spitzenbeamte und Kommunalpolitiker im Prämienskandal unter Verdacht der Untreue

Osnabrück. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat ihre Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit dem Prämienskandal um Leistungszulagen für Kommunalbeamte erheblich ausgeweitet.

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Nach der Kreisverwaltung und der Stadtverwaltung Osnabrück stehen nun auch Verantwortliche in den Samtgemeinden Bersenbrück und Artland sowie in den Städten Melle und Bramsche und den Gemeinden Hasbergen, Ostercappeln und Wallenhorst im Fokus der Justizbehörde. Damit sind auch gegen zwei Landratskandidaten offiziell Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet worden: Bersenbrücks Samtgemeindebürgermeister Michael Lübbersmann (CDU) und Hasbergens Bürgermeister Frank Stiller (SPD). Beide reagierten gestern eher gelassen.

In allen betroffenen Kommunen sei zumindest den jeweiligen Hauptverwaltungsbeamten eine entsprechende Mitteilung zugestellt worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück. Der Verdacht richte sich in allen Städten und Gemeinden auch gegen „weitere Verantwortliche“, die noch nicht namentlich bekannt seien.

Nach der geltenden Rechtslage dürfen allenfalls 15 Prozent der Beamten für besondere Leistungen mit einer Prämie bedacht werden. Sowohl in der Stadt- wie in der Kreisverwaltung waren die Gesamtprämien für möglichst viele Beamte aber unterm Strich nicht höher als die größtmögliche Belohnungssumme für nur 15 Prozent der Beamten. Für Angestellte im öffentlichen Dienst Niedersachsens ist eine leistungsorientierte Bezahlung nach der aktuellen Tarifvereinbarung sogar generell vorgeschrieben.


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  Leserkommentare

 
volker v., Freitag, Februar 10 um 13:07 Uhr lebensecht? lebensecht?
Was soll das heißen: "der Lebenswirklichkeit widersprechenden Beamtenregelung"???
Bekommen alle zu wenig Geld und deshalb MUSSTEN sie sich selbst helfen?!
Niemand der Beamtenschaft will dem anderen ein Auge auskratzen durch "Leistungsbeurteilung" und so haben sie sich alle gleich viel gegeben - sozusagen schwester- und brüderlich??!!
Bedeutet die "Lebensrealität der ÖDler" gar eine generelle Leistungsverweigerung, die durch bösartige kommunale Gesetze rechtlich nicht abgebildet wird???!
Mir scheint, die (ver)beamteten Bezieher der "Leistungszulage" sprechen in Verwaltungssprache schwammig und in Ausrede. ALLE wusste, das sie illegal handelten, kassierten, schwiegen...
.
Es stinkt nach großen Seilschaften, nach Schweigekartellen, nach Verwaltungsfilzen. Das Selbstverständnis der Beamten gibt sich hier wieder als Selbstbedienungsmentalität einer privilegierten Kaste.
Und das wird nicht nur hier in Osnabrück so sein, sonder ÜBERALL! Wann redet jemand endlich, wann bricht jemand das Schweigen??!
Hierzu empfehle ich:
http://www.whistleblowerinfo.de/
http://www.whistleblower-netzwerk.de/
.
Mir wird klar, warum beim Landkreis alle "so gut drauf sind (waren?)", jedenfalls wenn ich immer dort war: Fröhlichkeit und menschliche Wärme, kein Zeitdruck.
Das war dann wohl der Vorteil, der teuer erkauft, bzw. erklaut wurde. Wir werden ihn vermissen und vielleicht war er im Nachhinein garnicht so teuer....

 
Marc Alexander G., Samstag, Juli 30, 2011 um 12:34 Uhr Gesetze Das Problem das, auch hier wieder zutagetritt, ist doch Folgendes: In unserer Gesellschaft setzt sich mit jedem Tag mehr die Ansicht durch daß ein Bürger ein unsinniges Gesetz einfach ignorieren darf. Kein Radweg ist vorhanden? Dann fahre ich eben auf dem Bürgersteig! Eine Wand ist häßlich? Dann sprühe ich eben ein Graffitti drauf! Die Bundeswehr wird in den Afghanistan Krieg geschickt? Dann hinterziehe ich Steuern damit, der Topf für den Bundestag kleiner wird. Wenn nun auch die Politiker so verfahren (Ein unsinniges Gesetz aus Hannover? Da halten wir uns eben nicht daran!) - wo soll das noch enden wenn jeder einfach macht was er will? Wo ist der moralische Unterschied zu: Mein Nachbar hat Ungerechter Weise ein besseres Auto als ich? Dann nehme ich es mir einfach!

 
W. K., Samstag, Juli 30, 2011 um 11:51 Uhr Das einfachste wäre, das Berufsbeamtentum im Großen und Ganzen abzuschaffen und lediglich auf ganz wenige Bereiche zu begrenzen. Dann hätten die, die jetzt immer auf den Gesetzgeber warten (müssen), damit sich an ihren Arbeitsbedingungen etwas ändert, die Möglichkeit, sich in Tarifrunden aktiv einzumischen. Und hätten die gleichen (meist schlechten) Bedingungen, wie die übrigen Beschäftigten einer Verwaltung. Das öffentliche Verwaltungen heute wieder mehr Beamte ausbilden, um eigene Ausbildungskosten zu sparen, geht leider in die genau entgegengesetzte Richtung. Das Linke den kommunalen Beamten das Menschsein verübeln, wie es H.M. schreibt, ist allerdings eine etwas merkwürdige Feststellung, Im Gegenteil: Linke setzen sich dafür ein, dass Beamte z.B. das Streikrecht erhalten und vor allem auch in Anspruch nehmen. Dieses ist nämlich ein grundlegendes Menschrecht, wie der Europäische Gerichtshof für Menschrechtsfragen für die Beamten geurteilt hat.
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