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Osnabrücks beste Band kommt aus Melle
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Autor: Michael Hengehold 29. Juli 2011 16:23 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

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Spaßgesellen UOS Sonntag, 31. Juli 2011 15:16 Uhr

Dampfmaschine: Neues Album am 12. August

Osnabrücks beste Band kommt aus Melle

hen Melle/Osnabrück. Osnabrücks beste Band kommt aus Melle. „Dampfmaschine“ nennen sich fünf mitteljunge Hasestädter, die mit ihrem harten Alternative-Sound sogar Bela B von den Ärzten überzeugten. Er lud das Quintett 2009 zu zwei Gigs in Linz/Österreich ein, wo die Maschine an zwei Tagen 58000 Zuschauern Dampf machte. Am 12. August erscheint das neue Album „Bete zur Maschine“.

 
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Skianzüge adé: Seit „I Love My Body“ spielen Dampfmaschine (von links: Fitten, Hagen, Schnalli, Hase und Siggy Rock) prinzipiell oben ohne. Auf dem Foto vor 30000 in Linz.Foto: Olaf Bredenförder „Bete zur Maschine“ heißt das neue Album.

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Der neue Outdoorbereich im Bastard Club in Osnabrück: Siggy Rock, Hase und Clubbesitzer sowie Banddrummer Alexander „Schnalli“ Schröder machen es sich an einer Bierzeltgarnitur – zwei Bänke, ein Tisch – bequem, zischen eine Hermann-Brause und kramen in der Bandhistorie. Weder Siggys noch Hases Eltern hatten diese Namen im Kopf, als ihre Kinder das Licht der Welt erblickten, Simon Brandhorst (Melle-Mitte) und Daniel Brüggemann (Riemsloh) stand vielmehr in den Geburtsurkunden. Die beiden sind der Motor der Maschine, die als Schülerband 1992 ihren Anfang nahm: Beatles, Westernhagen („Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“) und was man sonst so Anfang der 90er im Programm hatte. Heute fast alles megapeinlich, den ersten Bandnamen mag erst recht keiner verraten. Siggy war damals noch am Bass, der erste eigene Song hieß „Piece of Life“.

1993 stieß Hagen Schubert aka Rave Paulsen zur Band –ein Bruchmühlener Bassist, der freilich in der erstmals als Dampfmaschine firmierenden Band zunächst den Gesang übernahm. Leider „ging Siggys Bassspielen gar nicht klar“ (Hase) aber glücklicherweise „sind die Jungs ja so sozial“ (Siggy) und so entstanden neue Songs wie „Saurer Regen“, „Krümelmonster“ oder „Du hast“ – nicht zu verwechseln mit dem Rammstein-Hit, der Jahre später entstand – mit Siggy als Shouter. Ein Tape wurde eingespielt: „Erledigt“ fand im Freundeskreis Verbreitung. Geprobt wurde in der GHS Riemsloh, wo der Musikverein seinen Raum zur Verfügung stellte.

„Unser erster Auftritt war dann in Skianzügen im Hochsommer auf der Geburtstagsparty einer Bekannten“, erinnert sich Siggy Rock. Kurz zuvor war Sascha Friedrich alias Fitten aus Hagen a.T.W. als zweiter Gitarrist zur Band gestoßen. Trotz gewisser Anfangsschwierigkeiten (Fitten vor dem vierten Song eines Gigs: „Hey, ich bin noch nicht mal fertig mit Stimmen!“) war die Saitenabteilung damit endbesetzt. Die Maschine war inzwischen zur „Good Witch of the South“ mutiert, Stonerrock und Doommetal mit englischen Texten standen nun auf der Playlist.

Der erste „richtige“ Auftritt fand im Kotten Bruchmühlen statt. Dort spielte auch Schnalli mit seiner damaligen Band „Buzzword“ und dachte während des Auftritts der Guthexe bei sich: „Was für eine geile Band und was für ein beschissener Drummer.“ Gesagt hat er nix. Derweil begutachtete Siggy Rock „Buzzword“. „Scheiß Band, aber ’n geiler Drummer“, schoss es ihm durch den Kopf. Gesagt hat er nix. Erst Wochen später fügte sich zusammen, was zusammen gehört, „und seitdem spielen wir in derselben Besetzung“, so Schnalli. „Seitdem“, das war übrigens 1999.

Das erste Album, „Turn“, entstand im Sommer 2000, produziert von Jack Letten und Hellhammer von Smoke Blow. „Nuclear“ folgte 2005. Darauf fand sich eine Coverversion von Ton Steine Scherbens „Macht kaputt, was euch kaputt macht“. Schnalli: „So kam die Idee auf, es wieder mal auf Deutsch zu versuchen.“ Für eine Tour „30 Jahre Punkrock“ probte die Band zudem fünf Trio-Stücke ein, von denen sich „Los Paul“ 2006 schließlich auf „I Love My Body“ wiederfand, trotz des englischsprachigen Titels das erste Album mit weitgehend deutschen Texten – und gleichzeitig die Rückkehr zum alten Namen: Dampfmaschine.

Das Album, in einem Rutsch bei Claus Grabke in Gütersloh eingespielt, war es, dass der Band ganz neue Aufmerksamkeit bescherte, und schließlich sogar die des Berliner Oberarztes Bela B, der wohl auch zu Hardcore-Hits wie „Kurz und klein“, „Nous sommes des agents provocateur“ oder „Bin mal kurz weg“ gebangt hatte. Musikalisch gesehen traten Stoner und Doom in den Hintergrund und ein neuer Stil etablierte sich, den Schnalli als „Turbostaat in hart“ beschreibt. Der Kurzformel eines Veranstalters („so zwischen Tote Hosen und Ärzte?“) allerdings konnte die Band gar nicht zustimmen und so einigte man sich für den Flyer schließlich auf den Veranstalter-Vorschlag: „Dann schreib ich lieber gar nix.“

Dampfmaschine indes hat weiter geschrieben. „I Love My Body“ legte den Grundstein, „Bete zur Maschine“, das auf dem Meller Label Redfield Records von Schnallis Namensvetter Alexander Schröder erscheint, soll nun den zweiten Schritt ermöglichen. Dazwischen galt es, einige persönliche Karrierehemmnisse zu überwinden. Gitarrist Hase verlor ein Gutteil seines Ringfingers beim Heimwerken, Fitten zog mit einem einen doppelten Oberarmbruch nach, als eines Sylvesters die zuvor ruhig daliegende Treppe zu schwanken begann. Und Hagens Bandscheiben-OP führte dann endgültig dazu, dass vielversprechende Support-Gigs mit Fu Manchu, Yello Biafra oder Smoke Blow abgesagt werden mussten.

Doch die Dampfmaschine nahm wieder Fahrt auf. Erneut bei Claus Grabke entstand in drei Wochen „Bete zur Maschine“, das zweite Album als Dampfmaschine, das in diesem Herbst betourt wird. Die Release-Party im Bastard Club ist ausverkauft, aber es gibt ja noch das Riemsrock Open Air. Am 19. August präsentieren Dampfmaschine dort ihre neuen und einige alte Hits im Freibad. Wenn die Finger alle noch dran sind.

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  Leserkommentare

 
Spaßgesellen UOS, Sonntag, Juli 31, 2011 um 15:16 Uhr körper durchtrainierte körper! ;)

 
pe N., Sonntag, Juli 31, 2011 um 15:15 Uhr :) jo!

 
volker v., Sonntag, Juli 31, 2011 um 15:13 Uhr :) cooles foto
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