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Pater George läutet zum Angelusgebet
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Quelle: rav/Ems-Zeitung 24. Juli 2011 17:54 Uhr

Feier mit buntem Programm

Pater George läutet zum Angelusgebet

rav Spahnharrenstätte. Auf dem Platz, der über Jahrhunderte der Mittelpunkt des ehemaligen Hümmlingdorfes Spahn war, haben gestern die Einwohner der Gemeinde Spahnharrenstätte mit vielen Gästen trotz Dauerregens den 300. Geburtstag ihrer Glocke gefeiert.

 
Zu ihrem 300. Geburtstag segnete Pater George die Spahner Glocke und läutete zum Angelus. Das Bild zeigt (von links) Harry Minnema, Tobias Birk, Willi Wigbers, Hubert Lager, Heinz-Jürgen Temmen und Pater George. Foto: Willy Rave  Vergrößern

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„Wenn diese Glocke erzählen könnte...“ hatte Bürgermeister Hubert Lager seine Ansprache überschrieben. Und was sie erzählen würde, schilderte Lager mit Blick auf die Ergebnisse entsprechender „Nachforschungen“. Danach haben Claas Noorden aus Dithmarschen und Jan Albert de Grave aus Celle im Jahr 1711 in Amsterdam, „damals weltbekannte Hochburg der Herstellung tonsauberer Glocken“ den Klangkörper gegossen. Dass Noorden und de Grave zu den namhaftesten Glockengießern ihrer Zeit zählten, so Hubert Lager, sei urkundlich belegt: Zwischen 1700 und 1734 hätten sie Glocken beziehungsweise Glockenspiele für den russischen Zaren Peter den Großen, für die Garnisonskirche in Berlin und für Gotteshäuser in Südafrika gefertigt.

Es werde vermutet, dass die für Spahn bestimmte Glocke von Amsterdam per Pferdefuhrwerk über den sogenannten Heerweg, der Holland mit dem Oldenburger Land verband, zum Hümmling transportiert worden ist. Ihren Platz erhielt sie im Turm der Volksschule. Hier läutete sie nicht nur zu den Unterrichtspausen, sondern erinnerte die Gläubigen auch an das dreimal täglich zu verrichtende Angelus-Gebet. Und sie versah ihren Dienst als Verkünderin freudiger und trauriger Ereignisse, indem sie Geburten, Hochzeiten und Todesfälle, ausgebrochene Brände und Sturm meldete.

In diesem Zusammenhang berichtete Hubert Lager über eine urkundlich belegte Begebenheit. Per Notglocke hatte der Spahner Hermann Stevens die Männer des Dorfes zu einem besonderen Einsatz gerufen: Mit Mistforken bewaffnet, galt es, die Steuereintreiber des Fürsten aus dem Ort zu jagen. Die Strafe für Stevens folgte auf dem Fuß. Er wurde verurteilt, dem „gnädigen Herrn Fürstbischof“ zehn Schillinge zu zahlen.

Als die alte Volksschule geschlossen wurde, errichtete die im Jahr 1966 aus den Orten Harrenstätte und Spahn zusammengeschlossene Gemeinde Spahnharrenstätte im Jahr 1980 im Rahmen der Dorferneuerung in der Spahner Ortsmitte einen hölzernen Turm, in dem die Glocke ihren heutigen Platz fand. „Wir wünschen, dass sie uns noch viele Jahre gute Botschaften übermitteln darf und uns aufruft, das Engel-des-Herrn-Gebet nicht zu vergessen“, schloss der Bürgermeister.

Pater George, der die Glocke zu ihrem Geburtstag segnete, läutete anschließend bei strömendem Regen zum „Angelus“. Der Vorsitzende des Heimatvereins, Heinz-Jürgen Temmen, dankte allen, die das Fest zum Glockengeburtstag vorbereitet hatten. Temmen erwähnte namentlich die Mittwochsgruppe, die – unterstützt von Neubürgern aus den Niederlanden – Forschungen zur Geschichte der Glocke angestellt habe, sowie Bürgermeister Hubert Lager und den Gemeindearbeiter Gerd Grave.

Die Grüße des Heimatvereins für den Altkreis Aschendorf-Hümmling überbrachten Thekla Brinker und Hans Schwarte. Gestaltet wurde das Programm von der Tanzgruppe des Heimatvereins, der Landjugend und der Mittwochsgruppe sowie der Kinder-, Tanz- und Trachtengruppe aus Werlte. Eine von Willi Wigbers zusammengestellte Foto-Ausstellung präsentierte in 81 Bildern „Spahnharrenstätte gestern und heute“.

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