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Lingener Pläne für Sondergebiet „Gewerbliche Tierhaltung“ stinken den Bawinkelern
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Lingener Pläne für Sondergebiet „Gewerbliche Tierhaltung“ stinken den Bawinkelern
Lingener Pläne für Sondergebiet „Gewerbliche Tierhaltung“ stinken den Bawinkelern
kr Bawinkel. Stinksauer sind gegenwärtig viele Bürger der Gemeinde Bawinkel auf die Stadt Lingen. Grund für die schlechte Stimmung sind die Planungen der Lingener für ein Sondergebiet „Gewerbliche Tierhaltung“ in Clusorth-Bramhar. Die Fläche liegt unmittelbar an der Grenze zur Gemeinde Bawinkel.
Die Fläche ist 5,9 Hektar groß. 14 Hähnchen-Mastställe mit jeweils 40000 Hähnchen hätten dort Platz. Das entspreche einem Bestand von 560000 Tieren, machen die Anlieger in einem Gespräch mit der LT die Sorgen deutlich.
„Es ist offensichtlich, dass dadurch die überwiegende Belastung an Staub, Geruch und gesundheitsgefährdenden Keimen aufgrund der vorherrschenden West-Wetterlage von den Bawinkelern getragen wird, heißt es in einer Presseerklärung der Anlieger des Heideweges und der Feldstraße. Auch der zu erwartende Wertverlust bei Wohngrundstücken und landwirtschaftlichen Flächen und die Minderung der Lebensqualität beträfen hauptsächlich die Nachbargemeinde. „Die Stadt Lingen handelt damit entgegen jeder Forderung nach Fair Play und nachbarschaftlicher Partnerschaft, betont Heinz Gebbeken und fügt hinzu: „Die Stadt Lingen betreibt Standortpolitik zulasten der Bürger anderer Gemeinden.“
Verwundert über den Ablauf des Flächennutzungsplanverfahrens zeigten sich auch Bawinkels Bürgermeister Adolf Böcker und Ratsherr Hans-Peter Langels. Es habe keine Vorabinformation oder Beteiligung der Gemeinde Bawinkel gegeben, obwohl die Sonderbaufläche unmittelbar an der Gemeindegrenze liege.
Es sei nicht im Sinne von guter Nachbarschaft, wenn die eigenen Belastungsgebiete an die Grenze gelegt werden, wohl wissend, dass der Westwind den Gestank und andere Immissionen zu den Anliegern und in die Wohngebiete der Nachbargemeinde weht.
„Die Stadt Lingen hat wie jede andere Kommune auch Schutzabstände bei Tierhaltungsanlagen im Rahmen des Immissionsschutzes definiert. Diese Schutzabstände, die die Stadt von Bauwilligen einfordert, werden an diesem Standort nicht eingehalten“, so ein weiterer Kritikpunkt der Anlieger Franz Becker, Christoph Klus und Heinz Gebbeken.
In der Begründung zur Änderung des Flächennutzungsplanes heiße es: „Die nächstgelegene Wohnnutzung im Außenbereich ist mindestens 200 Meter von der äußeren Grenze der Sonderbaufläche entfernt.“ Das sei definitiv falsch: Das nächstgelegene Wohnhaus befinde sich in 150 Meter Entfernung, so die Anlieger.
Ein weiterer Kritikpunkt sind die Eigentumsverhältnisse. So heiße es in den Erläuterungen: „Das Lingener Modell sieht vor, dass die Sondergebiete auf städtischen Eigentumsflächen entwickelt werden. Dabei legt der Rat auch Wert darauf, dass die Stadt als Eigentümer der Flächen in der Lage ist, Grundstücksspekulationen zu vermeiden und eine gerechte Flächenvergabe gewährleisten zu können.“
Tatsächlich gehöre nur ein kleinerer Teil der ausgewiesenen Sonderbaufläche in Clusorth der Stadt Lingen. „Der weitaus größere Teil der Fläche ist in privatem Eigentum. Insofern öffnet die Stadt Lingen mit der Ausweisung dieser Sonderbaufläche privaten Spekulationen Tor und Tür“, befürchten die Bawinkeler Kommunalpolitiker.
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