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Sögel: Wertvolle Erfahrung für Teilnehmer und Begleiter
Sögel. Die Arbeitsweise eines Wasserwerkes oder die Funktion einer Mühle sind sicherlich Inhalte, die die wenigsten auf einer Sommerfreizeit für Menschen mit und ohne Behinderungen vermuten würden. Die Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth hat genau diese Schwerpunkte bei ihrer Freizeit für Menschen ab 30 Jahren gesetzt.
„Neben dem Urlaubscharakter haben wir uns auch darum bemüht, den Teilnehmern ein Bildungsprogramm zu bieten“, erklärt Ansgar Heuvels, der die Freizeitleitung in diesem Jahr von Christine Schütte übernommen hatte. Schütte befindet sich derzeit im Mutterschutz.
Das fünfköpfige Leitungsteam und der 18-köpfige Begleiterstab hätten sich für das Thema „Umwelt“ entschieden. „Unsere Teilnehmer sollten neue Kenntnisse über Energie, Versorgung und Natur mit nach Hause nehmen können“, so Heuvels. Es sei doch interessant zu wissen, wie das Trinkwasser in die Häuser und Wohnungen komme. Die 16 Teilnehmer im Alter vom 30 bis 50 Jahren hätten das Angebot genossen und viele Nachfragen gestellt, so Heuvels. Zudem habe man sich mit der bunt gemischten Gruppe nicht nur in den Marstall zurückziehen, sondern auch bewusst ins öffentliche Leben gehen wollen.
Dieser inhaltliche Anspruch ist von der ersten Freizeit „30+“ im vergangenen Jahr übernommen worden. Damals hatte der Marstall zu seiner bestehenden Sommerfreizeit ein zusätzliches Angebot für Menschen mit Behinderungen über 30 Jahren geschaffen. Heuvels: „Für viele, Teilnehmer wie Begleiter, ist es der Jahresurlaub, auf den sie sich schon lange im Voraus freuen.“ So könnten einige Teilnehmer nächtelang vorher vor Aufregung nicht mehr schlafen und begrüßten bei ihrer Ankunft jeden überschwänglich mit einer Umarmung.
Beeindruckend ist laut Freizeitleitung auch das Engagement der vielen ehrenamtlichen Begleiter. „Es ist schön zu sehen, wie sie anfängliche Berührungsängste ablegen und an ihren Aufgaben wachsen“, sagt Heuvels. Nahezu jeder, der an der Freizeit beteiligt sei, nehme für sich wichtige neue Erfahrungen fürs eigene Leben mit. „Von zehn Tagen Freizeit bleibt einfach unheimlich viel hängen – sowohl inhaltlich als auch Zwischenmenschlich“, so Heuvels.
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