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Tippspiel
Talge Open Air: Starker Sound und Superlaune
Talge. Wenn der Sportplatz in Talge zur Musikarena wird, dann ist die Sache klar: Es ist wieder ein Jahr vergangen, eine weitere Neuauflage des Talge Open Air (TAO) steht an. Und auch bei diesem Festival stimmt die Mischung: die Bands, ihre Musik, das Drumherum, kurzum: Den Besuch in Talge ließen sich viele Gäste wieder nicht entgehen.
„Ich komme seit Jahren her“, sagt der Besucher mit der auffälligen Weste, auf der zahlreiche Aufnäher und Pins prangen und unter der er nichts weiter trägt als seinen Bauch. In seinem linken Arm hat er eine kleine blonde, im rechten eine große brünette Frau. Die beiden Damen aus Berlin strahlen. Auch sie sind nicht zum ersten Mal auf dem Talge Open Air. „Wir finden es klasse hier und werden im nächsten Jahr sicher wiederkommen!“ Die Blonde ergänzt: „Ich liebe einfach die Atmosphäre hier – und natürlich die Bands und die Leute.“
Es ist Freitagabend,22 Uhr. Das Festgelände in Talge füllt sich zügig. Die Sonne geht unter. Auf der Bühne rockt bereits die Newcomerband BigBrutus. Die vier Jungs aus Gehrde warten mit einer Mischung aus Jupiter Jones, Muff Potter und Madsen auf. Sänger Eric singt deutsche Texte mit tiefgründigem Inhalt. Bei den Fans kommt das gut an: Viele stehen direkt vor der Bühne. Sie tanzen und singen mit. Ein paar halten bei ruhigeren Titeln Feuerzeuge in die Luft und schauen schwärmend auf die Bühne.
Viele Besucher tragen das aktuelle Talge-Open-Air-Shirt. „Wir machen jedes Jahr ein anderes T-Shirt“, erzählt der Veranstalter des Festivals, Rainer Lagemann. Der 43-Jährige ist stolz auf das, was er und sein Organisationsteam auf die Beine gestellt haben: „Ich bin schon immer der totale Rocker gewesen. Und irgendwann vor 17 Jahren habe ich mir eben gedacht, ich stelle ein Rockevent auf die Beine.“ Er lächelt. Das ist ihm und seinem Team gut gelungen.
BigBrutus geht von der Bühne, es folgen Therapiezentrum. Die Truppe ist beliebt: Einige Mädels kreischen, als sie die Bühne betritt. „Gib mir deine Hand – ich führ dich in meine Welt“, singt die hübsche Powerfrau Gianna in dem Song „Mach die Augen auf“. Therapiezentrum spielten mittlerweile in mehr als 200 Shows, unter anderem mit Jennifer Rostock und dem DSDS-Star Thomas Godoj. Später werden Fackeln gezündet und Biere statt Feuerzeuge hochgehalten. Die Stimmung an diesem Abend ist klasse.
Und dann kommen sie, die fünf Artländer, auf die viele schon den ganzen Abend gewartet haben: Mr. Cracker – die Jungs in ihrer eigenen, stilvollen Uniform. Die Band lässt auf der After-Show-Party den Rock’n’Roll der 50er- und 60er-Jahre wiederaufleben. Durch die klassische Besetzung mit Kontrabass kommen vor allem die 50er-Jahre-Songs authentisch rüber. Automatisch rockt und wippt man mit, ob man will oder nicht.
Tolles Wetter, klasse Musik, gute Stimmung: Der Festival-Freitag ist ein voller Erfolg. Nicht ganz so am zweiten Tag: Das „Kleinhirn“-Fußballturnier vom Nachmittag ist vorbei – es regnet. Leider. Und dennoch ist das Festivalgelände ab etwa23 Uhr relativ gut gefüllt. Als erste Gruppe stehen an diesem Abend sixXxten aus Hamburg und Bremen auf der Bühne: vier junge Leute, die knackigen Indie-Rock aufs Parkett legen. Man merkt schnell: Die Jungs mögen Falco, Ostblock-Trance, aber auch Heavy Metal.
Es folgen die Broadway Killers, die dänische Rockmusik spielen. Die dreiköpfige Band kommt aus Aarhus in Dänemark. „Wir versuchen, einfache und authentische Rockmusik zu machen, und fühlen uns von melodischer Punkmusik inspiriert“, so die Band. Und das gelingt: Ein paar junge Kerle mit Bierflaschen in den Händen tanzen vom ersten bis zum letzten Akkord in der Nähe der Bühne mit. Wieder andere beobachten einfach nur und haben Zuflucht vor dem Nieselregen gesucht, in einem der zahlreichen Pavillons, in denen es Gegrilltes, Bier und Cocktails gibt.
Die letzte Band an diesem Abend: Three Chord Society. Als Headliner betreten die fünf Nordlichter aus Bad Segeberg die Bühne: zwei Gitarren, ein Bass, ein Schlagzeug, cooler Gesang: Nur das Wetter hätte eben besser sein können. „Ach, der Regen ist doch egal, das Festival war klasse“, sagt der Mann in der auffälligen Weste.
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