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Tippspiel
Liebe, Mord und schräge Vögel
cw Meppen. Vor allem junge Menschen an Bücher heranführen – das ist die Intention der Meppener Literaturtage. Nach dem großen Erfolg in den Jahren 2007 und 2009 findet in diesem Herbst wieder eine solche Veranstaltungsreihe statt. Dabei begegnen werden die Zuhörer Liebe, Mord und jeder Menge schräger Vögel.
Oberthema der diesjährigen Literaturtage: Krimis. Dieses Genre findet immer mehr Fans. „Das wollen wir bedienen“, sagt künstlerischer Leiter Kai Engelke. In diesem Jahr verlasse man den hellen Garten und steige „thematisch in die düster-dunkle Unterwelt der Kriminalliteratur hinab“. Der Blick werde „in die seelischen Abgründe finsterer Täter“ gelenkt, der Leser soll zum Begleiter pfiffiger Ermittler werden auf ihrer ewigen Jagd nach dem Bösen.
Schullesungen
Nach wie vor ist es den Veranstaltern ein besonderes Anliegen, die örtlichen Schulen, Vereine und Institutionen mit einzubinden. Bei den geplanten Schullesungen werde es selbstverständlich etwas weniger kriminell zugehen. Veranstaltungsorte sind, neben den Schulen, das Café der Koppelschleuse, eine Buchhandlung, das Polizeigebäude, die JVA Versen und das Theater. Gerade über die große Resonanz der Schulen freuen sich die Veranstalter, da sie nicht nur das klassische Lesungspublikum begeistern wollen, sondern vor allem auch Kinder und Jugendliche. 17 Schulen hätten bereits angefragt, erklärt Burkhard Sievers, Leiter des Kulturnetzwerks Koppelschleuse.
Bei der Zusammenstellung des Programms wurde Wert darauf gelegt, ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Programm aus (Kriminal-)Literatur und dazu passender Musik zu bieten, um ein möglichst breit gefächertes Zuhörerspektrum anzusprechen. „Unterhaltsam wird es in jedem Fall. Und nicht selten darf auch herzlich gelacht werden“, verspricht Engelke. Den Auftakt machen am Donnerstag, 28. September, ab 18 Uhr Kai Engelke und Helm van Hahm. Unter dem Motto „Musik liegt in der Gruft“ gibt es im Literaturcafé an der Koppelschleuse Kriminalliteratur und Musik.
Engelke hatte mehrere Krimis geschrieben. Einer ist „Der Totdenker“ betitelt. Der handelt von Schriftsteller und Journalist Karl Urban. Der ist davon überzeugt, allein durch seine Imagination die Dinge verändern zu können. Er bildet sich sogar ein, in der Lage zu sein, allein mit der Kraft seiner Gedanken zu töten. Damit beginnt eine Reihe höchst fragwürdiger Experimente. Urban wird für sich und seine Umwelt immer mehr zur Gefahr. Am Freitag, 30. September, schwärmen die Autoren in die Meppener Schulen aus, um dort vormittags Lesungen zu halten. Nachmittags wird ein weiterer Autor die Justizvollzugsanstalt in Versen besuchen. Eine lange Kriminacht bei der Polizei schließt sich abends im Gebäude der Meppener Polizei an. Vier Autoren und das Matthias-Wilkens-Jazz-Trio sind dort mit von der Partie. Ausklingen werden die Meppener Literaturtage am Samstag, 1. Oktober, mit einer Krimilesung zweier Autoren in der Buchhandlung „Tatort“ sowie abends mit Autorin und Songwriterin Sandra Lüpkes und Band im Kunstzentrum Koppelschleuse. Die gebürtige Göttingerin lebt in Münster, wo sie als freie Autorin und Sängerin arbeitet. Mit ihren zehn bereits erschienenen Romanen, einem Sachbuch und zwei Kurzgeschichtensammlungen hat sie eine Gesamtauflage von fast 250000 Exemplaren erreicht.
„Todesbraut“ heißt ein Buch Lüpkes. Es handelt von Shirin Talabani, die tot aufgefunden wird. Brutale Würgemale an ihrem Hals deuten auf einen Mord hin. Der Verdacht fällt sofort auf ihren Bruder, der bereits drei Jahre zuvor wegen versuchten Totschlags an ihr verurteilt worden war. Ein klassischer Fall von Ehrenmord? Das Landeskriminalamt Hannover nimmt die Ermittlungen auf, deren Spuren nach Istanbul führen.
Tolles Projekt
Finanziell gefördert wird die dreitägige Veranstaltung von der Stadt Meppen, der Emsländischen Landschaft und der VGH-Stiftung. Deren Regionaldirektor Ralf Wagemann sieht in den Meppener Literaturtagen ein „tolles Projekt, das sich gerade auch an jüngeres Publikum wendet“. Froh ist er über die Nachhaltigkeit der Veranstaltungsreihe, die sich in Meppen zu einer festen Größe etabliere und dabei auch ungewöhnliche Leseorte einbeziehe.
Bürgermeister Jan Erik Bohling sieht in den Literaturtagen „ein kulturelles Highlight“ für die Stadt. Sein ausdrücklicher Dank gilt den Organisatoren BurkhardSievers und Kai Engelke: „Sie haben die Veranstaltung als Motor zu einer echten Marke gemacht.“
Auch Josef Grave ist von der Reihe begeistert. Die Emsländische Landschaft sei froh, dass damit in Meppen die Literatur in den Fokus gerückt werde, betont ihr Geschäftsführer. Das Projekt fördere man gerne, „denn es rückt doch eher eine Sparte in den Mittelpunkt, die sonst leider im Bereich der Kulturarbeit in der Region eine kleinere Sparte darstelle. Grave ist sich sicher, Meppen werde mit der Kriminalliteratur viele Menschen ansprechen und begeistern.
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