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„Kreativ Verrückte“ in Büren bauen Gasregelflipper
Lotte. „Warum bauen wir nicht einen Flipper?!“; fragte Karsten Blessemann, zuständig für Messe-Management und Internet bei Elster-Kromschröder in Büren. Die Idee wurde 2010 geboren und bekam sogleich ein begeistertes und kreatives Team von Entwicklungshelfern aus Ausbilderkreisen und aus der Werkstatt der Auszubildenden selbst unterstützend mit auf den Weg.
„Heute ist ein schöner Anlass, den in vielen Arbeitsstunden selbst entwickelten, selbst programmierten und selbst gebauten Automaten zu enthüllen und vorzustellen.“ Mit diesen Worten begrüßte Thomas Kujadt, Vizepräsident für Marketing und Vertrieb in der Gasverwendung und damit Mitglied der Geschäftsleitung bei Elster-Kromschröder, am Dienstag Vertreter von Fernsehen, Rundfunk und der Neuen Osnabrücker Zeitung in seinem Hause. Er habe selber einen Blick in die hochkomplexe Technik des Flippers geworfen und festgestellt: „Zu diesem Erfolg gehört ein großes Team“, womit er offensichtlich nicht nur die pure Zahl der Automatenentwickler würdigte.
Regelmäßig präsentiert das Lotter Unternehmen auf Messeveranstaltungen seine Qualitätsprodukte. Nur: „Bei Firmen wie Volkswagen oder Coppenrath & Wiese ist die Qualität auf den ersten Blick sichtbar. Sie locken mit ihren Produkten die Besucher sofort an“, sagte Ausbildungsleiter Arnd Krüger. „In diesem Jahr sollte das anders sein. Wir wollten nicht nur unsere Qualitätsprodukte präsentieren, sondern auch unser Wissen unter Beweis stellen und etwas zeigen, was andere noch nicht gemacht haben.“ Rechtzeitig fertiggestellt wurde das flippige Beweisstück für den ersten öffentlichen und spektakulären Auftritt auf der Fachmesse „Thermoprozess“ in Düsseldorf.
Ein knappes Jahr gingen die Ausbilder und ihre Auszubildenden dafür sozusagen auf Intensivstation und bauten einen alten Schrottflipper total um. Er wurde in seine Einzelteile zerlegt, um das Innenleben des alten Automaten zu erforschen. Es wurde viel recherchiert und nach Lösungen für Probleme bei der Programmierung gesucht.
„In Süddeutschland sind wir auf Wissenschaftler gestoßen, die eine Platine entwickelt haben, die man selbst programmieren kann“, erläuterte Arunraj Sivakumaran, der mit Unterstützung seiner Azubikollegen und der Ausbildungsleiter Arnd Krüger und Sören Haak ein Flippergerät entwickelte, das sowohl optisch als auch im Spielverlauf speziell auf das Bürener Unternehmen zugeschnitten ist.
2500 Zeilen Programmcode und zahlreiche Arbeitsstunden, die oft in die Freizeit hineinreichten, führten zum Ziel. „Unser Flipper enthält eine selbst programmierte Festplatte und zeichnet eine Gasregelstrecke nach“, erläuterte Sivakumaran. Der Spieler müsse insgesamt fünf Levels durchlaufen, die genau den Abläufen in der Realität entsprächen. Er warf einen Chip ein, Musik ertönte, das Spiel begann: Die Flipperkugel öffnet Kugelhähne, damit die Gaszufuhr hergestellt wird. Vorbei geht’s an Luft- und Gasdruckwächtern, eine Luftdrosselklappe steuert die Leistung des Brenners. „Ziel des Spiels ist es, möglichst schnell den Brenner am Ende der Gasregelstrecke zu zünden“, erklärte der junge Mann voller Stolz. Er hat mit diesem fantastischen Gemeinschaftsprojekt seine Ausbildungszeit beendet.
Jetzt will Sivakumaran sein Fachabi machen und anschließend Elektrotechnik studieren. Er versprach aber, immer mal wieder reinzuschauen und eine Runde mit den anderen „kreativ Verrückten“, wie Blessmann das Team nennt, zu spielen.
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