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Typisch deutsch, typisch amerikanisch: Deutsche und amerikanische Schüler entlarven Vorurteile
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Typisch deutsch, typisch amerikanisch: Deutsche und amerikanische Schüler entlarven Vorurteile
Typisch deutsch, typisch amerikanisch: Deutsche und amerikanische Schüler entlarven Vorurteile
Osnabrück. Was halten amerikanische Schüler für „typisch deutsch“ und umgekehrt deutsche für „typisch amerikanisch“? Dieser Frage widmet sich das gemeinsam gestaltete interkulturelle Kunstwerk von EMA-Gymnasiasten und Wissahickon-High-School-Schülern aus Ambler in Pennsylvania, das ausgerechnet mit Schablonentechnik Schablonendenken zu entlarven und Vorurteile abzubauen versucht.
Dabei diente die gestalterische Vorgehensweise, Schablonen zu entwerfen und auszuschneiden, mit deren Hilfe dann die Leinwand nur noch besprüht werden muss, auch dazu, diejenigen Schüler, die „künstlerisch nicht so versiert sind, mit ins Boot zu holen“, erläutert Kunstlehrerin Maja Bitterer.
Im Rahmen der Projekttage „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gestaltete je ein deutsch-amerikanisches Schülerpaar eine Sprühschablone mit einem Symbol, das als „typisch“ für entweder Deutschland oder die USA erachtet wird. Ergebnis dieses kreativen „Brainstormings“ ist ein großflächiges Triptychon mit jeweils 16 „deutschen“ und „amerikanischen“ Symbolen auf jeder Seite. Im Mittelteil vermischen sich die Bilder. Das soll wiederum die interkulturelle Begegnung und den „Gedanken des Kulturaustauschs“ symbolisieren, erklärt Englisch-Lehrer Jan David Dreyer.
So werden die einzelnen Symbol-Bilder, die sich die amerikanischen und deutschen Jugendlichen vom jeweils anderen Land gemacht haben, zusammengefügt zu einer großflächigen Mixtur, die auch für ihren ganz eigenen Austausch interkultureller Erfahrungen steht.
Gleichzeitig ist eine bleibende und unübersehbare Erinnerung an das bereits dritte deutsch-amerikanische Schüleraustausch-Projekt am EMA-Gymnasium entstanden. Ebenso wie Felix Nussbaum, dessen Werk den amerikanischen Gästen in Osnabrück nahegebracht wurde, sollten und wollten die jugendlichen Künstler „sichtbare Spuren hinterlassen“, erläutert Dreyer den theoretischen Bezug zum Titel des großformatigen Patchwork-Projekts „Leaving a Mark on History“.
Auf der deutschen Seite des Dreiteilers fehlt das „Recycling“-Zeichen ebenso wenig wie der Gartenzwerg, die lila Kuh, das Brandenburger Tor oder das Osnabrücker Rad. Für Amerika stehen Dollar-Zeichen, Freiheits-Statue, Muffins, Coca-Cola oder – mit regionalem Bezug – die Freiheitsglocke in Philadelphia. Eine Maus findet sich auf beiden Seiten. Einmal die von Disney und einmal die vom WDR. Dabei würden ihre Schüler die „Sendung mit der Maus“ vor allem aus ihrem Deutsch-Unterricht kennen, klärt Betreuerin Nicole Wilson auf. Noch überraschter aber zeigt sich nicht nur Maja Bitterer darüber, dass die amerikanischen Austauschschüler Fahrräder für „typisch deutsch“ halten. Wie sie dann erfuhr, hätten viele von ihnen erst einmal lernen müssen, auf den von ihren Gastfamilien zur Verfügung gestellten Rädern zu fahren. Was in vielen deutschen Familien eine Selbstverständlichkeit ist, war für die meisten jungen Gäste aus Pennsylvania eine ganz neue Erfahrung.
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