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Papenburg sagt „Ja“ zur Landesgartenschau 2014
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Autor: Gerd Schade 29. Juni 2011 20:51 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Bewerbung im dritten Anlauf

Papenburg sagt „Ja“ zur Landesgartenschau 2014

gs Papenburg. Es ist der dritte und nach Einschätzung von Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) auch letzte Anlauf für eine Landesgartenschau in Papenburg. Der Start ist geglückt, allerdings nicht ganz glatt: Mit 23 Ja- und 11 Neinstimmen hat der Stadtrat am Mittwoch entschieden, dass sich die Fehnstadt für die Rolle der Gastgeberin im Jahr 2014 beim Land Niedersachsen bewirbt.

 
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Schwerpunkt Stadtpark: So sieht es das neue Konzept der Stadt Papenburg für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2014 vor. Nördlich des Stadtparkes soll gegebenenfalls nur für die Schau ein Parkplatz angelegt werden. Foto: Klaus Dieckmann

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Für die Bewerbung stimmten die CDU sowie die Mehrheiten der Fraktionen von SPD und Bürgerforum (UBF). FDP und Grüne waren dagegen.

Zuvor hatte Bechtluft eindringlich um „ein gemeinschaftliches Signal nach draußen“ geworben. Zusammen mit Projektleiter Carsten Homeister vom Landschaftsarchitekturbüro Herbstreit aus Hildesheim stellte er Rat und Zuhörern das überarbeitete Konzept und den Finanzierungsplan vor. Demnach fallen der Volkspark Bokel und die geplante Verbindung zwischen Stadt- und Volkspark unter der Rheiderlandstraße hindurch aus finanziellen Gründen aus dem Konzept heraus. Stattdessen soll die Schau auf zwei eintrittspflichtige Ausstellungsbereiche im Stadtpark (Schwerpunkt) und beim Forum Alte Werft (Hallenschau in der Kesselschmiede und Gelände vor dem Zeitspeicher) konzentriert werden. Verbindendes Element soll der Hauptkanal sein.

Das Finanzierungsvolumen reduziert sich nach dem neuen Konzept von 16,4 Millionen auf 12 Millionen Euro. Homeister rechnete vor, dass bei den in Aussicht gestellten Fördergeldern und einer Kalkulation mit 500000 Besuchern am Ende „nur“ knapp 2,4 Millionen Euro von der Stadt Papenburg aufzubringen seien. „Je nach Sichtweise kann man dies als Defizit oder als Investition in Marketing und Imageeffekte bezeichnen“, meinte Homeister. Laut Bechtluft sind von dem „Defizit“ knapp eine Million Euro für einen Parkplatz eingeplant, der möglicherweise gar nicht angelegt werden müsse. „Überhaupt ist es Aufgabe des zukünftigen Geschäftsführers der Durchführungsgesellschaft, das Defizit so gering wie möglich zu halten, oder sogar eine schwarze Null oder einen gewissen Gewinn zu erwirtschaften.“

„Andere wären neidisch“

Der Bürgermeister hob außerdem hervor, dass sich die Privatwirtschaft mit insgesamt 1,8 Millionen Euro an der Schau beteiligen wolle. „Das ist aller Ehren wert und sollte uns politischen Vertretern Ansporn und Verpflichtung zugleich sein.“ Homeister stellte fest, dass er ein derartiges Engagement so noch nicht gesehen habe. „Andere Städte wären neidisch auf diese Situation“, sagte er. Wie berichtet, will sich ein neu gegründeter Förderverein bei der Durchführung der Schau auf verschiedene Weise einbringen.

Weitere Fördermittel sind dem Konzept zufolge vom Land Niedersachsen (zwei Millionen Euro) und dem Landkreis Emsland (eine Million) eingeplant. „Die Rahmenbedingungen sind so günstig wie nie zuvor. Wir sollten uns diese große Chance für unsere Stadt nicht entgehen lassen“, appellierte Bechtluft an den Rat im Hinblick auf städtebauliche Entwicklung und Marketing. Er sei in den vergangenen Wochen und Monaten von vielen Bürgern angesprochen worden, „die darauf brennen, ihre Vorschläge und Ideen für eine Landesgartenschau mit einzubringen“.

Die schlankere Version des Konzeptes stieß im Rat indes nicht bei allen Mitgliedern auf Zustimmung. FDP-Fraktionschef Laurens Westers kritisierte, dass das Konzept mehrfach beschnitten worden und nun „nur noch ein Aufhübschen des Stadtparkes“ übrig geblieben sei. Das ist nach seiner Auffassung keine Nachhaltigkeit.

„Bokel war der Schlüssel“

Für seinen Fraktionskollegen Hans-Michael Goldmann stimmt das Verhältnis zwischen Kosten und Leistung nicht mehr. „Der Schlüssel für das Konzept war die Verbindung zwischen dem Untenende und Bokel“ – von der Einbindung des Gutes Altenkamp in Aschendorf und den Moorflächen in Aschendorfermoor ganz zu schweigen. Überdies sei Papenburg angesichts der kritischen Haushaltssituation nicht in der Lage, ein 2,4-Millionen-Euro-Risiko einzugehen. Allein für die Infrastruktur im Hafen „brauchen wir jeden Euro“, so Goldmann.

Auch Petra Engeln (UBF) hält das Defizit „für nicht vertretbar“. Zudem vermisst sie die ursprüngliche Idee der Einbindung des Volksparks Bokel. Nun sei das Konzept nicht mehr als das einer Blumenschau, wenngleich mit einem zugkräftigeren Namen. Hermann-Josef Abeln (UBF) warf der Verwaltung vor, dass der Rat bei der Überarbeitung des Konzeptes nicht auf breiter Front ins Boot geholt worden sei. Nikolaus Schütte zur Wick (Grüne) kritisierte die aus seiner Sicht fragliche Finanzierung sowie eine mangelnde Beteiligung der Bürger.

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