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Hollager Mühle endlich feuersicher
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Autor: Joachim Dierks 28. Juni 2011 16:07 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Erfolgreiche Übung

Hollager Mühle endlich feuersicher

Wallenhorst. Die Fundamente der Wittekindsburg in Rulle oder die Alte Alexanderkirche mögen als Ausflugsziele tolle Sachen sein. Aber sie reichen doch bei Weitem nicht an das heran, was eine Kindergruppe jetzt in der Jugendfreizeitstätte Hollager Mühle geboten bekam: eine Feuerwehrübung, bei der sie selbst die Hauptdarsteller waren.

 
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Endlich kann an den vergrößerten Fenstern der Jugendfreizeitstätte Hollager Mühle „angeleitert“ werden. Fotos: Hermann Pentermann Die Feuerwehr ist zufrieden mit der Übung. In kürzester Zeit werden die Kinder „gerettet“. Mit einer Übung probte die Wallenhorster Feuerwehr den Ernstfall an der Hollager Mühle. Einsatzbesprechung. Auch die Drehleiter kam zum Einsatz. Bei den hohen Temperaturen ist der Einsatz unter Atemschutz mehr als anstrengend. Diszipliniert verließen die Kinder einer Grundschule aus Emsdetten die Mühle. Die Drehleiter reicht aus, um auch das Dach der Mühle zu erreichen. Protokollführung ist auch bei Übungen das Gebot der Stunde. Hollager Mühle, Feuerwehr-Übung Die Schüler und ihre Lehrer waren eingeweiht worden und nahmen mit Freuden an der Übung teil.

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27 Kinder aus der Klasse 3b der Wilhelmschule Emsdetten verbringen derzeit mit zwei Lehrerinnen ihren Klassenausflug in der Jugendfreizeitstätte. Der Turm der 150 Jahre alten Mühle ist wie geschaffen für sie. Alle passen hinein, die Gruppe ist unter sich, es ist gemütlich.

Nur eines darf nicht passieren: ein Feuer. Bis vor zwei Jahren waren die Wände und Decken holzvertäfelt, wie es dem Chic der 1970er-Jahre entsprach. „Nicht auszudenken, wenn es damals gebrannt hätte“, meint Herbergsmutter Anke Thünker rückblickend, „der enge Treppenraum hätte wie ein Kamin gewirkt.“ 2009 wurden alle Brandschutzauflagen erfüllt. „Wir mussten tief in den Gemeindesäckel greifen“, bestätigt Bürgermeister Ulrich Belde, der die Übung verfolgt. „Aber die Sache war natürlich alternativlos.“

190000 Euro kostete es, alle überflüssigen Brandlasten zu entfernen, feuerbeständige Brandabschnitte einzurichten und außen am Turm eine Feuertreppe als weiteren Fluchtweg zu installieren. Jedoch sichert die Feuertreppe nicht alle Räume ab. Bei zwei Räumen in den Obergeschossen mussten die mühlentypisch winzigen Fenster vergrößert werden, um „anleitern“ zu können, das heißt, Menschen durch die Fensteröffnung herausholen und über die Drehleiter sicher zum Boden geleiten zu können.

Nachdem der Landkreis als Brandschutzbehörde alle Baumaßnahmen abgenommen hatte, hielten es die Gemeinde als Betreiber der Hollager Mühle und der Gemeindebrandmeister Ulrich Beimesche dennoch für erforderlich und sinnvoll, die neuen Evakuierungswege einem „Stress-Test“ unter weitgehend realistischen Bedingungen zu unterziehen. Also wurde eine Übung angesetzt. Die angenommene „Lage“: Feuer im Turm: Schulklasse drin, Treppenhaus verraucht.

Um 19.55 Uhr biegen sechs Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Wallenhorst mit Tatütata in die Neulandstraße ein.

Die Kinder im Mühlenturm drängen sich hinter den Fenstern und verfolgen aufgeregt das Schauspiel. Sie sind auf die Übung vorbereitet. Alle mussten sich im Turm in ihren Schlafräumen aufhalten, um den Zeitbedarf für eine Evakuierung in Echtzeit feststellen zu können.

Jeder Handgriff sitzt, die Feuerwehrleute machen sich umsichtig an die Arbeit. „Im Ernstfall würde das alles im Laufschritt gehen“, räumt Einsatzleiter Dieter Bockgrawe ein, „aber bei diesen Temperaturen schwitzen die Kameraden auch so schon genug.“ Besonders leid können einem die armen Kerle tun, die sich unter Atemschutz im „verrauchten“ Treppenhaus vorkämpfen, um sicherzugehen, dass dort kein Kind die Flucht versucht hat.

Einige Kinder und Lehrerin Susanne Milde werden mit Rettungskorb und Drehleiter in erstaunlich kurzer Zeit geborgen. Die Mehrzahl der Kinder wird über die neuen Notausstiege und die Feuertreppe in Sicherheit geleitet. Ein Kind trägt nur einen Schlappen. „Wo hast du denn den zweiten?“, fragt der Feuerwehrmann. Der neunjährige Benjamin Brunner hat die „Lage“ und seine „Rolle“ gut verinnerlicht. „Der ist verbrannt“, entgegnet er schlagfertig.

Bürgermeister, Gemeindebrandmeister und Einsatzleiter ziehen ein positives Fazit. „Die neuen Rettungswege sind in Ordnung, so können wir arbeiten“, urteilt Beimesche. Und die Kinder sind auch zufrieden. Sie dürfen noch einmal Leiter fahren und bekommen die Löschfahrzeuge erklärt.


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