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Werkstatt sucht Ersatz für Zivis
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Quelle: fr/pm/Meller Kreisblatt 27. Juni 2011 18:00 Uhr

BSJ bietet sich für junge Leute an

Werkstatt sucht Ersatz für Zivis

fr/pm Melle. Das „Berufsvorbereitende Soziale Jahr“ (BSJ) wurde von der Bundesregierung als Ausgleich für den auslaufenden Zivildienst ins Leben gerufen. In vielen Einrichtungen Deutschlands wird es noch nicht gerne genutzt, da angeblich hohe bürokratische Hürden und ungeklärte Vertragsverhältnisse mit ihm einhergehen. Stattdessen setzen Einrichtungen lieber auf das eingespielte Freiwillige Soziale Jahr. Die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück dagegen hat nach den Worten ihrer Sprecherin Susanne Wolff bereits gute Erfahrungen mit dem BSJ gemacht und sucht auch für die Behindertenwerkstatt in Melle BSJ-ler.

 
Ein eingespieltes Team in der Werkstatt Melle sind: Thomas Bublitz (rechts) und sein BSJler Mario Stiegemeyer. Foto: HHO  Vergrößern

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Eigentlich wollte Mario Stiegemeyer Lehrer werden. Er studierte Sport und Französisch. Nach den letzten elf Monaten ist er sich jetzt sicher, dass sein Berufsweg anders verläuft. Praktisches Arbeiten liegt ihm mehr als das Studieren, vor allem möchte er mit Menschen zusammenarbeiten, besonders gern mit Menschen mit Behinderung. Darüber sind die Mitarbeiter mit und ohne Behinderung in der Werkstatt an der Oststraße besonders froh, denn sie schätzen Mario als Kollegen, Betreuer und Freund. Das Berufsvorbereitende Soziale Jahr (BSJ) machte das für alle deutlich.

Zurzeit übernimmt Mario Stiegemeyer hauptsächlich die Einzelbetreuung eines Mannes mit Behinderung. Die beiden sind unzertrennlich, gehen jeden Schritt miteinander und kennen sich inzwischen richtig gut. Stiegemeyer nutzt außerdem die berufliche Gelegenheit, sich seiner Leidenschaft, dem Sport, zu widmen. Er fährt Mitarbeiter mit Behinderung zum Therapeutischen Reiten, zum Boccia oder Tischtennis, und er betreut die Fußballmannschaft der Werkstatt Melle.

Wie es ab August mit diesen arbeitsbegleitenden Angeboten aussieht, steht für Werkstattleiter Rolf Holtgreve in den Sternen. „Wahrscheinlich werden wir vieles streichen müssen. Es fehlen BSJler“, sagt Holtgreve. Für die gewissen Extras, die neben der Produktion für Entspannung, Spaß und neuer Motivation sorgen, setzte Rolf Holtgreve bisher die jungen Menschen ein, die ein Berufsorientierungsjahr oder den Zivildienst in der Werkstatt leisten. Mindestens vier Zivis und zwei BSJler waren pro Jahr im Einsatz. Ohne Zivildienst liegt die ganze Hoffnung nun auf den freiwilligen sozialen Diensten. „Sechs BSJler könnten wir gut brauchen, erst eine Stelle ist besetzt“, berichtet der Werkstattleiter. Werden keine weiteren Kräfte gefunden, müssen einige der beliebten Angebote entfallen, so die Konsequenz.

Stiegemeyer arbeitete in Melle nach einer sorgfältigen Einarbeitung zunächst in der Spezialförderung, dann in allen Bereichen der Produktion, er unterstützte Behinderte in lebenspraktischen Fertigkeiten und übernahm vor drei Monaten die Einzelbetreuung. Sein Arbeitsfeld ist also äußerst vielseitig. Der Entschluss des 22-Jährigen steht nun fest. Er will Heilpädagoge werden.

Der BSJ-Vertrag hat eine Laufzeit von höchstens zwölf Monaten. Es gilt eine 38,5-Stunden-Woche mit 29 Urlaubs- und fünf Fortbildungstagen. Bezahlt werden sozialversicherungspflichtige 401 Euro.

Informationen zum Berufsvorbereitenden Sozialen Jahr geben Rolf Holtgreve, Tel. 05422/92139-101, (Mail: r.holtgreve@os-wfb.de) oder Silke Schawe, HHO gGmbH Geschäftsstelle Osnabrück, Tel. 0541/9991-241, (Mail: s.schawe@os-hho.de)

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