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Sportförderkonzept: TV Papenburg fordert Gleichbehandlung bei Kopfpauschalen für Kinder und Jugendliche
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Autor: Gerd Schade 24. Juni 2011 18:16 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

„Zweierlei Maß“

Sportförderkonzept: TV Papenburg fordert Gleichbehandlung bei Kopfpauschalen für Kinder und Jugendliche

Papenburg. Gegen das vom Sportausschuss der Stadt Papenburg in nicht öffentlicher Sitzung auf den Weg gebrachte Förderkonzept für die Sportvereine der Stadt regt sich weiterer Widerstand. Nach dem TuS Aschendorf und dem Aschendorfer Ortsbürgermeister Hans-Michael Goldmann (FDP) reagierte nun auch der Vorsitzende des Turnvereins (TV) Papenburg, Bernd Brand, mit deutlicher Kritik auf das Konzept, das der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwoch, 29. Juni (16 Uhr), verabschieden soll.

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Nach Brands Auffassung wird in dem Konzept „mit zweierlei Maß“ gemessen. Der langjährige Chef des mit Abstand größten Vereins im Emsland (rund 4000 Mitglieder) fordert eine Gleichbehandlung der Sportvereine, aber auch mit anderen Bereichen, wie beispielsweise der Kulturförderung. Dort werde weitaus mehr investiert als im Sport, so Brand. Den Mitgliedern des Ausschusses wirft er vor, sich mit den Auswirkungen der in dem Konzept festgezurrten Regelungen nicht genügend auseinandergesetzt zu haben.

Dem Förderkonzept zufolge erhalten alle Sportvereine der Stadt ab 2012 jährliche Zuschüsse von 5 beziehungsweise 10 Euro für jedes Mitglied im Alter von unter 18 Jahren. Die 10-Euro-Kopfpauschale gilt für die nach Angaben der Stadtverwaltung weitaus überwiegenden Fälle, in denen die Vereine die Bewirtschaftungskosten für die von ihnen genutzten Sportanlagen und Vereinsheime aus eigener Tasche zahlen. Werden überwiegend Sportstätten genutzt, für deren laufende Kosten die Stadt aufkommt, beträgt die Pauschale 5 Euro. Dies gilt laut Verwaltung insbesondere für die städtischen Sporthallen und die Bäder.

Brand hält diese Regelung für ungerecht. „Wie soll ich Kindern in unserem Verein beziehungsweise deren Eltern erklären, dass uns im Vergleich zu anderen Vereinen Geld fehlt, nur weil sie beispielsweise beim Karate oder Ballett sind und nicht Fußball spielen?“, sagt Brand. Er verweist zudem darauf, dass Vereine wie Blau-Weiß Papenburg, Eintracht Papenburg und der TuS Aschendorf, die dem Konzept zufolge als rasensportgebundene Vereine in den Genuss der 10-Euro-Regelung kommen, auf annähernd viele Sporthallenstunden kämen wie der TV. „Mir geht es nicht darum, dass andere weniger kriegen. Ich möchte nur gleichbehandelt werden“, betont Brand. Bei derzeit 668 Kindern und Jugendlichen in den Reihen der Mitglieder fehlen dem Verein nach seiner Rechnung 3340 Euro.

Und was die Bewirtschaftungskosten anginge, zahlt der Turnverein nach Angaben des Vorsitzenden allein für die Unterhaltung des vereinseigenen Gebäudes an der Moorstraße (Geschäftsstelle und zwei Hallen) rund 16000 Euro im Jahr. Hinzu kämen jeweils jährlich 3300 Euro für die Nutzung des Hallenbades sowie 2100 Euro für die Inanspruchnahme anderer Sportstätten. „Ein Jahr Schwimmausbildung kostet uns als Verein außerdem 66 Euro pro Kind“, rechnet Brand weiter vor. Dass der TV die Schwimmausbildung überhaupt anbiete, sei im Übrigen allein der Gemeinnützigkeit geschuldet. „Wir machen das doch nicht für uns.“ Sollte sich der TV von der Schwimmausbildung verabschieden, würden die Wartelisten bei anderen Vereinen noch länger, so Brand.

Der Vereinschef hält die Differenzierung darüber hinaus nicht nur für ungerecht, sondern auch für unglücklich. „So etwas gibt doch nur Unruhe.“ Viele sähen ihre Vereinsarbeit durch die Regelung abqualifiziert. Brand hofft auf die Ratssitzung und darauf, dass in Sachen Sportförderkonzept trotz langjähriger Diskussion das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

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