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Neue Station für qualifizierten Entzug am Bramscher Krankenhaus eingeweiht
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Autor: Holger Schulze 19. Juni 2011 12:27 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Niels-Stensen-Kliniken erweitern Angebot

Neue Station für qualifizierten Entzug am Bramscher Krankenhaus eingeweiht

hols Bramsche. Mit einer Andacht begann am Samstag in den Niels-Stensen-Kliniken Bramsche der Eröffnungsakt der neuen Station 1a für den qualifizierten Entzug bei Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit.

 
Das Team der Suchtabteilung mit der Geschäftsführung (v. l.): Max Guse, Ellen Ahrens, Sarah Düing, Werner Lullmann, Dr. Karsten Jäger, Dr. Kerstin Rößler, Martha Niemöller und Ralf Brinkmann. Foto: Holger Schulze  Vergrößern

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Seit der Übernahme der Trägerschaft vor einem Jahr habe sich etliches getan, stellte Werner Lullmann in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer des Klinikverbundes anschließend fest. Neben der personellen Neuaufstellung in den Abteilungen Innere und Altersmedizin sowie diversen baulichen Veränderungen habe man nun auch dem Wunsch der neuen Chefärztin der Inneren Medizin gerne nachgegeben, eine Abteilung für Suchtkranke einzurichten. Hierin sah Werner Lullmann „eine wichtige Aufgabe für einen christlichen Krankenhausverbund sowie einen Dienst am Menschen auch für Angehörige und Partner“. Im Übrigen füge sich das neue Bramscher Angebot sinnvoll in den Bedarf der umliegenden Niels-Stensen-Kliniken ein.

Ähnlich sah es Liesel Höltermann in ihrem Grußwort. Angesicht der Tatsache, dass im letzten Jahr 635 Menschen, überwiegend mit einer Alkoholproblematik, von der Suchtberatung der Diakonie Bramsche betreut wurden, sei „die neue Fachrichtung als weiteres wirtschaftliches Standbein der Kliniken zur Existenzsicherung“ zu betrachten.

Tatsächlich und ganz plastisch Stein auf Stein baute Martha Niemöller, die Chefärztin der Abteilung Qualifizierter Entzug, ihre Erläuterungen zu dem neuen Angebot auf. Zunächst sei der Gedanke ein „Stein des Anstoßes“ gewesen. „Wollen wir Alkis im Haus haben, was haben wir davon“ hätten anfangs die durchaus vorhandenen Vorbehalte gelautet. Zu den Grundsteinen des jetzt vorhandenen Therapieangebotes zählte Martha Niemöller die Konzentration auf den Menschen mit seinen Bedürfnissen. „Qualifizierter Entzug behandelt eine Krankheit, die immer noch um Anerkennung als Krankheit zu kämpfen hat“ und zudem gehöre Alkoholismus aufgrund seiner Folgeerkrankungen und Komplikationen in die Innere Medizin, so die Chefärztin weiter. Medikamentöser Entzug und therapeutische Begleitung würden die Rückfallquote erkennbar senken helfen. Ziel der Bemühungen ist die Öffnung des Patienten für den Wunsch, ganzheitlich gesund zu werden. Dabei ist ein Einsetzen der Motivationsbehandlung schon bei der Entgiftung angezeigt, da nach dem Entzug der Patient wieder in sein altes Umfeld zurückkehrt. Hierfür müssen den Patienten der Wunsch nach Abstinenz sowie der „Mut, sich neu zu suchen“ mit auf den Weg gegeben werden. Qualifizierter Entzug also als Grundstein eines „neuen Weges, mit neuer Kraft und Wiederentdeckung alter Fähigkeiten“, so definierte Martha Niemöller ihren Therapieansatz. Hierbei fände bei der dreiwöchigen Stabilisierung unter Einbeziehung des sozialen Umfeldes klassische wie alternative Therapieformen in einer Kombination Anwendung.

Letztlich könnte der Qualifizierte´Entzug zum „Stein der Weisen“ werden, schloss Martha Niemöller ihre Einführung in das neue Therapieangebot ab. Ein Stein der Weisen im Hinblick auf Loslassen, neuer Zentrierung und Standpunktveränderungen.



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