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Aschendorf:Bechtluft geht auf TuS zu
Aschendorf. Im Streit um die Übernahme der Betriebskosten im Otto-Dölle-Stadion durch den TuS Aschendorf deutet sich eine mögliche Lösung an. Der Papenburger Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) teilte am Freitag gegenüber unserer Zeitung mit, dem Sportverein entgegenkommen zu wollen. Auf der Jahreshauptversammlung des TuS hatte die Kostenfrage bis in den späten Donnerstagabend indes erneut hohe Wellen geschlagen.
Bechtluft schlägt folgendes Modell vor: Der TuS zahlt zum Einstieg 5000 Euro pro Jahr. Zielsetzung bleibt aber, dass der Verein die Bewirtschaftung der sportlichen Anlagen an der Emdener Straße eines Tages selbst trägt – abzüglich der Kosten, die durch die Nutzung des Stadions für den Schulsport entstehen. Der genaue Betrag wird erst festgesetzt, wenn klar ist, wie hoch die Betriebskosten nach der geplanten Stadionsanierung tatsächlich sind. Er könne den TuS-Vorstand durchaus verstehen, wenn er eine generelle Zusage zur kompletten Kostenübernahme ablehne, solange der Betrag nicht feststehe, sagte Bechtluft.
Mit der Sanierung des Stadions könne die Stadt im Übrigen nicht warten, so der Bürgermeister weiter. Die mit insgesamt rund 900000 Euro veranschlagte Instandsetzung des Umkleidegebäudes sowie der Außenanlagen soll in den Sommerferien starten. In den vergangenen Tagen hatte eine Ankündigung seitens der Verwaltung, die Sanierung von entsprechenden Zugeständnissen des TuS abhängig zu machen, für Empörung gesorgt.
Die Betriebskostendebatte steht in Zusammenhang mit einem neuen Sportförderkonzept, über das der städtische Sportausschuss am kommenden Dienstag, 21. Juni, in nicht öffentlicher Sitzung beraten wird. Ein wesentlicher Teil des Konzeptes ist eine 10-Euro-Kopfpauschale aus dem Stadtsäckel für jedes Mitglied in einem Papenburger Sportverein bis 18 Jahre – vorausgesetzt, der Verein trägt die Bewirtschaftungskosten (überwiegend) selbst. Vereine, die hauptsächlich Einrichtungen nutzen, deren Unterhaltungskosten die Stadt zahlt (beispielsweise Sporthallen), können mit 5 Euro pro Kopf rechnen.
Bechtluft verweist auf die Vielschichtigkeit der Papenburger Sportvereinslandschaft mit größeren und kleineren Vereinen. Alle auf einen Nenner zu bringen sei da grundsätzlich schwierig. Gleichwohl zahlten beispielsweise der SC Blau-Weiß 94 und Eintracht die Bewirtschaftungskosten seit Jahren selbst.
Kein Blankoschein
Die Mitglieder des TuS Aschendorf erklärten sich auf der Jahreshauptversammlung mit überwältigender Mehrheit (eine Gegenstimme) grundsätzlich bereit, sich an den Kosten zu beteiligen. Die maximale Belastungsgrenze pro Jahr gab TuS-Vorsitzender Karl-Heinz Assmann mit 5000 Euro an. „Wir können aber nicht von vornherein sagen: Wir übernehmen alle Kosten. Das können wir unseren Mitgliedern nicht zumuten“, betonte Assmanns Stellvertreter Hermann Wessels. Er gab zudem zu bedenken, dass auch nach der energetischen Sanierung des Stadions ein erheblicher Betrag zu finanzieren bleibe. Gegenwärtig taxiert der TuS die Kosten für auf 14000 bis 16000 Euro pro Jahr.
Ortsbürgermeister Hans-Michael Goldmann (FDP) forderte, die Beschlussvorlage für die Sportausschusssitzung zu ändern. „Eine Pauschalbeurteilung ist falsch. Die 100-Prozent-Lösung bei der Kostenübernahme muss weg“, sagte Goldmann. Der Stadt Papenburg warf er vor, die politische Entscheidung nicht sauber vorbereitet zu haben. „Das ist dilettantisch“, so Goldmann. Jedes Mitglied des Sportausschusses müsse wissen, dass der TuS bereit ist, Kosten zu übernehmen. „Aber einen Blankoschein kann es nicht geben.“ Drastische Worte wählte der Vorsitzende der Aschendorfer SPD, Ralf Diedrichs. Er warf der Stadt „Raubrittertum“ und „Wildwestmethoden“ vor.
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