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Leer: Initiative will Fachkräftemangel mildern
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Quelle: aj/Ems-Zeitung 17. Juni 2011 16:46 Uhr

Arbeitsagentur benennt Handlungsfelder

Leer: Initiative will Fachkräftemangel mildern

aj Leer/Papenburg. Mit ihrer Initiative „Perspektive 2025 – Mehr Fachkräfte für Deutschland“ wollen die Industrie- und Handelskammer (IHK) für Ostfriesland und Papenburg, die Handwerkskammer für Ostfriesland, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Region Ostfriesland-Nördliches Emsland, der Arbeitgeberverband für Ostfriesland und Papenburg sowie die Agentur für Arbeit in Leer dem Fachkräftemangel in der Region entgegenwirken.

 
An einem Strang ziehen wollen beim Thema Fachkräftemangel (von links) Hans-Michael Goldmann (FDP), Johanne Modder (SPD), Arbeitsamtschefin Christiane Fern, Gitta Connemann (CDU), Ulf Thiele (CDU), der DGB-Regionsvorsitzende Markus Paschke und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Torsten Slink. Foto: Jansen  Vergrößern

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„Der Aufschwung am Arbeitsmarkt ist zwar da“, sagte Arbeitsamtschefin Christiane Fern während einer Pressekonferenz, „aber die Anforderungen werden bleiben. Deshalb suchen wir Fachkräfte für Deutschland.“ Gemeinsam wolle man nun versuchen, diese Herausforderung anzugehen. „Wir haben zu diesem Termin auch Politiker eingeladen, damit diese unsere Forderungen positiv begleiten können.“

Schon jetzt klagen nach Aussage Ferns 60 Prozent der Betriebe im Agenturbezirk über Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifiziertem Personal. Aufgrund des anhaltenden Aufschwungs und mittel- bis langfristig auch wegen des demografischen Wandels werde der Fachkräfte-Engpass kurzfristig noch weiter zunehmen. So werde die Zahl des Erwerbspotenzials in Deutschland um 6,5 Millionen, in Niedersachsen um rund 400000 Personen sinken.

Aktuell sind im Agenturbezirk 8077 Personen arbeitslos und 11175 Personen unterbeschäftigt. Fern: „Das sind sechs Prozent der erwerbsfähigen Personen. Wenn es gelänge, diese Quote zu halbieren, stünde im Jahr 2025 ein zusätzliches Fachkräftepotenzial von 5000 Menschen zur Verfügung.“

Um das Problem des zunehmenden Fachkräftemangels gezielt anzugehen, hat die Bundesagentur für Arbeit einen mehrere Punkte umfassenden Plan entwickelt. „Es gilt, Schul- und Ausbildungsabbrüche zu vermeiden“, erklärte Fern. Aktuell verlassen in der Region rund sechs Prozent der Schulabgänger die Schule ohne Abschluss. Etwa zehn Prozent aller Auszubildenden beenden ihre Ausbildung nicht.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Stärkung der beruflichen Ausbildung. Aktuell können nicht alle Betriebe ihre angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Fern: „Diese Situation wird sich allein deshalb verschärfen, weil die Zahl der Schulabgänger bis zum Jahr 2020 um 25 Prozent zurückgehen wird.“

Weiter gelte es, die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu erhöhen. Die Leeraner Agenturchefin erklärt: „Die Erwerbsquote der Frauen liegt in unserer Region mit aktuell 37 Prozent deutlich unter der der Männer. Sollte es gelingen, diese Lücke bis 2025 zu halbieren, stünden zusätzlich knapp 10000 Menschen am Arbeitsmarkt zur Verfügung.“ Es sei außerdem wichtig, mehr ältere Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Das gemeinsame Ziel von IHK, DGB, Handwerkskammer, Arbeitgeberverband, Agentur für Arbeit und Politikern sei es deshalb, die Erwerbsbeteiligung Älterer und von Frauen zu erhöhen, die betriebliche Ausbildung qualitativ und quantitativ zu stärken und die Zahl der Schul- und Ausbildungsabbrecher weiter zu senken, fasste die Agenturchefin zusammen.

Die Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann (CDU) und Hans-Michael Goldmann (FDP) sowie die Landtagsabgeordneten Johanne Modder (SPD) und Ulf Thiele (CDU) pflichteten Fern bei. Connemann: „Die Menschen hier haben aber nach wie vor ein erhebliches Erkenntnisproblem. Im Emsland wird schon massiv Eigeninitiative ergriffen.“ So gebe es in verschiedenen Berufen beispielsweise Ausbildungscamps. Hans-Michael Goldmann ist es wichtig, mehr weibliche Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt einzubinden. „Die Erwerbsquote der Frauen ist in meinen Augen ein Skandal.“ Ulf Thiele hält es für wichtig, in den Schulen frühzeitig über Berufe und Möglichkeiten zu informieren.

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