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Filmreihe "Deprimierendes Emsland" sorgt auf Youtube für Gesprächsstoff
dapd Emsland. Eine statische Kamera fängt die Szene mit der Frau bei der Landesmeisterschaft im Jagdhornblasen im emsländischen Sögel ein. Sie steht am Mikrofon und sagt: „Der Kreisbläserobmann lässt bitten, dass alle Zuschauer den abgesperrten Bereich verlassen, weil sonst der Blick auf das gemeinsame Blasen nicht gegeben ist." Die Filmsequenz ist ganze 35 Sekunden lang und auf dem Internet-Videoportal Youtube in der Reihe „Deprimierendes Emsland" zu sehen.
Der Titel der Reihe gehe auf den ersten Film aus Meppen zurück, sagt sie. Heute finde sie ihn aber nicht mehr gut. Sie wolle das Emsland nicht mies darstellen, sondern vielmehr so, wie sie es sehe. Ereignisse wie die Meisterschaft im Jagdhornblasen seien für sie „skurril und lustig".
Ein ironischer Blick auf die Provinz
Alfred Rotert vom European Media Art Festival in Osnabrück schätzt die Spots wegen des ironischen Blicks auf die Provinz. Eine Voraussetzung, um die Filme zu mögen, sei Humor. Diese Eigenschaft brächten jedoch nicht alle Betrachter mit.
So fragt ein User namens TheFatTonie Profilseite der Deichkönigin: „Was ist in deinem Leben falsch gelaufen, dass du solche Videos machst?" Er merkt noch an: „Wenn du das Emsland scheiße findest, dann verpiss dich einfach! Solche wie dich brauchen wir hier nicht!"
Mit solch heftigen Reaktionen habe sie nicht gerechnet, sagt die Deichkönigin. Sie sei überrascht, „wie groß der Lokalpatriotismus im Emsland ist". Für sie seien andere Umstände entscheidend, die den Humor der Filme ausmachten: „Man steht in einer Situation, wo man sich fragt, warum keiner merkt, dass es da so lustig ist." Über das anzügliche „gemeinsame Blasen" in Sögel hätten nur sie und ihre Begleiter lachen können, sagt sie.
Beim Landkreis Emsland hält man sich mit einer Bewertung der Streifen zurück. Sie wolle deren Inhalt nicht kommentieren, sagt Sprecherin Anja Rohde, merkt aber an, dass das Interesse der Internetnutzer an den Filmchen mit etwa 300 bis 1.500 Klicks relativ gering sei. Dagegen fänden andere Filme wie das Ausdocken eines Schiffs der Meyer-Werft mit 6.752 Aufrufen oder die Fuchsjagd in Sögel mit 1.115 Klicks weit mehr Zuspruch.
„Kirmes für risikofreudige Sozialphobiker"
Derweil machen sich Internetnutzer ihre so ihre eigenen Gedanken zu den Streifen der Deichkönigin. So schreibt etwa der User redeflussteckentrup über einen Film, in dem ein menschenleeres Karussell auf der Meppener Herbstkirmes gezeigt wird: „Endlich mal eine Kirmes für risikofreudige Sozialphobiker."
Die Deichkönigin benutze das Stilmittel von Dokumentarfilmen, „um Kunst zu machen", sagt Rotert. Gerade die statische Kamera werde in Dokus eingesetzt, um Authentizität zu erzeugen. „Das Ironische entsteht dann durch den provokanten Titel und die Darstellung der Leere."
Die Filme entstünden durch den Blick einer Fremden, die nicht im Emsland heimisch werden wolle, sagt die Deichkönigin. Es sei aber auch der Blick eines Großstadtmenschen auf die Uniformität der Menschen in einem Landstrich, in dem es über 200 Schützenvereine gebe. „Jeder Mann im Emsland trägt ein Karo-Hemd", sagt sie in einer Mischung aus Belustigung und Empörung. Wichtig sei für sie vor allem eines: Sie wolle weiter im Geheimen filmen, ohne ihre Identität preiszugeben. Schließlich wolle sie „nicht auf einem Schützenfest stehen und auf die Fresse kriegen".
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Ich habe mir gerade einmal die entsprechenden Filmchen bei Youtube angeschaut und war deprimiert, mit welchem Unsinn ich meine Zeit vergeudet habe. Zunächst halte ich es für bedenklich dass hier Sögeler Rentner beim Besuch des Schlossparks ungefragt in Nahaufnahme bei Youtube hochgeladen werden. Auch frage ich mich weshalb hier Beiträgen mit einer so geringen Resonanz überhaupt ein Artikel gewidmet wird. Ebenso unqualifiziert ist es einige agressive Kommentare, wie es sie bei Youtube fast zu jedem Beitrag gibt, zur Deutung der emsländischen Mentalität heranzuziehen.
Natürlich kann man auch hier ungeheuer subtile Ironie hineininterpretieren, wie es Herr Rotert tut.
Nur darf er sich nicht wundern, wenn jene Leute, denen er den Humor abspricht, schallend auflachen, wenn er in diesem Zusammenhang von "Kunst", Stilmitteln" und Dokumentarfilmen" redet.
Schön jedenfalls, dass alle etwas zum Lachen haben...