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Rund 120 Modellbauer präsentieren am Attersee ihre Schiffe im Kleinformat
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Autor: Matthias Liedtke 13. Juni 2011 18:29 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Mini-Matrose, ahoi!

Rund 120 Modellbauer präsentieren am Attersee ihre Schiffe im Kleinformat

Osnabrück. Der Schiffs-Funktionsmodellbau bewegt nicht nur seine fahrbaren Objekte, sondern ebenso deren Erbauer und Anhänger. Davon konnten sich die zahlreichen Schaulustigen am Pfingstwochenende bei schönstem Sonnendeck-Wetter und ruhigem Seegang am Attersee überzeugen.

 
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Zugkräftig: Nicht nur den 7-jährigen Jan Krahn setzten die Schiffsmodelle in Bewegung. Fotos: Michael Hehmann Schlepper-Rennen auf dem ruhigen Baggersee im Westen Osnabrücks. Hein Mück aus Bremerhaven an der Ankerwinde. Steuerleute und Seh-Leute am Ufer des Attersees beobachten den lebhaften Mini-Schiffsverkehr. Ken und Barbie beim Bootsausflug. Nicht nur den 7-jährigen Jan Krahn setzten die Schiffsmodelle in Bewegung. Zahlreiche Besucher am Attersee staunten über die detailgetreuen Schiffsnachbildungen. Fotos: Michael Hehmann Ob Hochseeschlepper... ...oder flotte Segelyachten, für jeden Geschmack war etwas dabei. Rennboot Blitz mit sportlichem Steuermann Am Sonntag will mein Süßer mit mir Bötchen fahren gehen. Hein Mück aus Bremerhaven. Drei Mann in einem Boot... Kutter Kuddel Die Polizei war auch dabei. Volles Rohr Maximale Schlagseite Wer ist schneller? Rettungskreuzer Steuerleute... ... und Sehleute Äußerste Kraft voraus Hermann Rudolf Meyer Lieferung für Gazprom Bitte an Bord kommen zu dürfen! Hintenrum

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„Man muss schon ein bisschen verrückt sein“, erklärt Detlef Ekkelboom vom Schiffsmodellbau-Club Osnabrück, der das Schaufahren zum 15. Mal organisiert hat, den „Tick“, den er mit vielen großen Jungs teilt. Bis zu 20 Modell-Schiffseigner konnten sich für die Fernsteuerung ihrer Fahrobjekte eine Funkfrequenz teilen. Einige ließen sich sogar von ihren eigenen Modellen in Schlauch- oder Ruderbooten schleppen. Bei den zu Wasser gelassenen Miniaturen handelte es sich allesamt um Unikate, die in mühevoller und akribischer Handarbeit und mit viel Liebe zum Detail nach Originalplänen im eigenen Maßstab nachgebaut wurden. Industriell vorgefertigte Massenware gab es allenfalls in der Tombola im Festzelt zu gewinnen.

Bevor es zur Jungfernfahrt auf der Wasseroberfläche kommt, tauchen die Modellbauer aber erst einmal tief ins Trockene ab. Ob Garage, Garten oder Keller: Nicht selten verbringen die Hobby-Konstrukteure und -Kapitäne Monate oder gar Jahre in ihren privaten Mini-Werften, bevor ein Schiffsmodell vom Stapel läuft. Und richtig fertig ist es eigentlich nie. Denn immer wieder gibt es Dinge zu entdecken, die verändert, verbessert oder einfach nur verschönert werden können. Und einfach ins kalte Wasser geworfen werden die guten Stücke ohnehin nicht. Neben vielen Trockenübungen steht vorher auch die ein oder andere Runde im hauseigenen Testbecken auf dem Programm. Denn die Badewanne ist für die meisten Modelle zu klein. Schließlich sind sie mehr als nur Spielzeuge und wollen behutsam an ihr Element herangeführt werden.

Ganz in seinem Element zeigte sich zum Beispiel auch Jörg Behlau aus Bremen, der sich auf den Nachbau von U-Booten spezialisiert hat. Wenn die Technik versagt und das Boot nicht wieder auftaucht, wird der Modellbau schon mal zum Modell-Sport. Günter Thoß aus Wilhelmshaven hat neben Schleppern nicht nur Tank- und Rettungsschiffe, auf dessen Originalen er selbst als Mechaniker gearbeitet hat, nachgebaut, sondern auch ein Indianerkanu. Inklusive fernbewegter Besatzung, die nicht nur paddeln, sondern auch Pfeile abschießen kann.

Das Bauen an sich sei ihm, wie den meisten seiner Mitstreiter, „eigentlich wichtiger als das Ergebnis“, erläutert Ekkelboom die Faszination seines Hobbys, dessen Seemannsgarn nicht auf hoher See, sondern im Keller gesponnen wird. Und so manch einer geht zur Abwechslung auch mal in die Luft. Aus selbst zusammengenähten Zeltplanen hat Kurt Zeßner aus Delmenhorst einen Modellheißluftballon mit acht Metern Durchmesser und bis zu 80 Meter Fahrhöhe gefertigt.

Dabei war die Schau am Attersee mehr als heiße Luft. Nicht nur ihren Erbauern und Steuermännern, sondern auch den Zuschauern haben die eigenhändig produzierten Miniatur-Ausgaben großer Schiffe und Boote Spaß bereitet. Der Suchtfaktor ist hoch in der Männerdomäne Schiffsmodellbau. Im Hafen der Ehe ist da eine verständnisvolle Partnerin umso wichtiger. Die sollte das zeitintensive Hobby nicht nur tolerieren, sondern „auch mittragen, schon mal selbst gerne mit Hand anlegen“, weiß Ekkelboom aus eigener Erfahrung zu berichten. Ein solches Modell könne man sich allerdings nicht selber zusammenbasteln.


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