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Extrem niedrige Jugendgewalt im Emsland - dafür aber hoher Alkoholkonsum
Hannover. Weniger Gewalt bei katholischen Jugendlichen im Emsland: Der Glaube und die Aktivität in einer kirchlichen Jugendgruppe wirken sich äußerst positiv auf junge Menschen aus. Zu diesem Ergebnis kommt das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) in einer Studie, die am Freitag in Hannover vorgestellt wurde.
6,7 Prozent der interviewten Neuntklässler gaben an, in den zwölf Monaten vor der Befragung mindestens einmal gewalttätig geworden zu sein. Im Bundesschnitt waren es mit 13,7 Prozent mehr als doppelt so viel. „Das Entscheidende ist die Jugendarbeit und die Verankerung in sozialen Netzwerken", sagte Pfeiffer. Die Vernetzung erhöhe die soziale Kontrolle, ebenso die nachbarschaftliche Hilfe in ländlichen Regionen.
Präventive Kraft der Religion
Große Bedeutung misst Pfeiffer dem Glauben bei: 72 Prozent der Jugendlichen im Emsland sind katholisch. 30 Prozent von ihnen sind aktiv in einer kirchlichen Jugendgruppe und überproportional viele in einem Sportverein. Der Kriminologe zieht den Schluss: „Je höher der Katholikenanteil ist, desto niedriger die Gewaltphasen." Die präventive Kraft der Religion komme bei den jungen Katholiken stärker zum Tragen als bei evangelischen Jugendlichen. Allerdings ergaben sich auffällig hohe Werte beim Alkoholkonsum der befragten Schüler. Pfeiffer sieht als Ursache die Vielzahl von Volksfesten im Emsland - „ein Anlass für die Jugendlichen, sich volllaufen zu lassen."„Die Kirche liefert uns eine hervorragende Plattform fürs Agieren", betonte der Emsländer Landrat Hermann Bröring (CDU). Mit der in Auftrag gegebenen Studie sollten soziale Strukturen auf den Prüfstand kommen. Zu den Angeboten gehören bereits ein hoher Anteil von Schulen mit Ganztagsbetrieb, Schulsozialarbeiter und eine sehr enge Kooperation mit dem Handwerk und den Innungen.
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