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Farbe und Form bestimmen das Bildgefüge
ik HAREN. Die bislang vierte Ausstellung ist gestern im Kunsthaus Haren eröffnet worden. Bis Ende August sind Gemälde der Künstlerin Ingrid Mieske aus Rheine zu sehen. Die Ausstellung trägt den Titel „Informelle und figürliche Malerei“.
Dass Kunsthaus-Inhaberin Gisela Buss-Schepers und Malerin Ingrid Mieske zusammengekommen sind, verdanken beide einem Zufall. „Mein Mann und ich waren in einem Osnabrücker Laden für Galeriebedarf, wo wir Schienen zum Anbringen von Bildern kaufen wollen“, berichtet Buss-Schepers. „Wir waren uns nicht ganz schlüssig und müssen wohl recht hilflos ausgeschaut haben, als Ingrid Mieske, die ebenfalls als Kundin im Laden war, uns ihre Hilfe anbot.“ So sei man ins Gespräch gekommen. Ein späterer Besuch der Harener in der Rheinenser Produzentengalerie, die Mieske gemeinsam mit neun Künstler-Kollegen betreibt, habe schnell den Wunsch reifen lassen, die Werke der Malerin auch in der Schifferstadt auszustellen.
Seit 30 Jahren widmet sich Ingrid Mieske der Malerei. „Ich habe mein Hobby inzwischen zum Beruf gemacht“, sagt sie. Mehrere Studienaufenthalte habe sie bei Professor Gierke an der Universität Osnabrück verbracht. Von ihren Erfolgen künden Einzelausstellungen in München oder in den Niederlanden sowie Gemeinschaftsausstellungen im Landtag in Düsseldorf oder auf Schloss Bernburg. Gern arbeitet die Künstlerin auch mit Kindern zusammen und berichtet von mehreren Projekten, die sie an Grundschulen durchgeführt hat.
Gegenständlich
Ihre künstlerische Laufbahn hat die Rheinenserin mit der gegenständlichen Malerei begonnen, von der sie sich im Laufe der Jahre jedoch schrittweise löste. Heute bestimmen Farbe und Form ihr Bildgefüge. Ganz hat sie sich der informellen Malerei zugewandt, wobei immer wieder einzelne grafische Elemente für eine besondere Dynamik ihrer Bilder sorgen. Ihre Werke betitelt sie nicht, weil sie den Betrachter auffordern möchte, sich auf seine eigene visuelle Reise zu begeben. Beim Betrachten der Harener Ausstellung fällt die Dominanz der Rottöne auf den Gemälden auf. „Rot ist für mich eine Farbe, die besonders symbolträchtig ist“, erklärt Mieske. „Die Farbe ist kräftig, und mit ihr lassen sich Kontraste besonders gut herstellen.“ Gern arbeitet die Künstlerin in der Mischtechnik, setzt also sowohl den Spachtel als auch den Pinsel als Werkzeug ein. Einen klaren Vorzug gibt sie allen warmen Farben. Nur wenige Bilder der Harener Ausstellung sind in kühlen Blau- oder Grautönen gehalten. Ausgesprochen wichtig ist ihr ein harmonischer Farbklang, wobei sie penibel darauf achtet, dass die Bilder nicht zu bunt geraten.
Gisela Buss-Schepers hat das Kunsthaus vor gut einem Jahr an der Emsstraße nach einer umfangreichen Renovierung eröffnet. Zuvor diente es der Reedersfamilie Schepers als Wohnhaus. Auf zwei Ebenen können Künstler ihre Werke zeigen.
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