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Lustige DM im Ehefrauentragen in Bramsche
hols. Bramsche. „Spaß haben“, das ist die dicke Überschrift über einer Veranstaltung, die jetzt zum zweiten Mal zum Stadtfest auf dem Markplatz stattfand. Karsten Lammers hatte erneut seine Deutschlandlizenz für das Ehefrauentragen in Anspruch genommen und ein entsprechendes Event ausgerichtet.
So ging es also bei den 3. Deutschen Meisterschaften im Ehefrauentragen abermals darum, eine mehr oder weniger fest Ange- oder auch nur Anvertraute auf dem Buckel über zwei stabile Hindernisse sowie durch einen Wassergraben zu schleppen. Erfunden hatten diesen Jux die Finnen vor rund 300 Jahren. Seit 1992 gibt es offizielle Weltmeisterschaften in Sonkajärvi, einer kleinen finnischen Gemeinde, in der ansonsten die Gemeindeverwaltung, das Gefängnis sowie ein Fertighaushersteller die größten Unternehmen und damit Arbeitgeber am Ort sind.
Aus den Erfahrungen des letzten Jahres lernend, hatte der Veranstalter in diesem Jahr für ein zuverlässigeres Teilnehmerfeld sorgen können. Die dritte Fußballherrenmannschaft des SC Hesepe stellte das Hauptkontingent der Starter, für die es um die Teilnahme an den Weltmeisterschaften im Ursprungsland des Spektakels ging. Alter Finne konnte es da also durchaus heißen, und ein etwas betagterer Landsmann aus dem hohen Norden war es auch, der der Veranstaltung zu Beginn alles Gute wünschte. Veikko Tervonen, Organisationschef der Weltmeisterschaften, war gemeinsam mit dem seit 2009 amtierenden Weltmeister Taisto Mietinen vor Ort. Letzterer lief außerhalb der Konkurrenz auch eine Runde mit und markierte dabei schon einmal relativ lässig mit einer Minute und vier Sekunden, in welcher Höhe dann bei den Titelkämpfen in Finnland die Latte hängen wird.
Nachdem auch Ortsbürgermeister Peter Remme die Veranstaltung eröffnet hatte, vor einer aktiven Teilnahme hatte ihn zu seiner dankbaren Erleichterung die Gattin durch eine entschlossene Flucht in das Publikum bewahren können, schritt das ganz überwiegend aus Bramscher Lokalmatadoren bestehende Teilnehmerfeld zunächst einmal die Strecke ab.
Der vom Moderatorenpaar Silvia Lange und Dirk Rieskamp vorgestellte Parcours ließ dann auch schnell klar werden, wer die wirklichen Schirmherren der Veranstaltung waren. „Tussi on Tour- und Beckermann-Kurve“, „Stadtwerke-Pool“, „Böckmann-Kurve“, „Aufderheide-Hindernis“, „AOK-Kurve“ und zuletzt nochmals die „Stadtwerke-Gerade“ waren nur einige der Sponsorennamen, die im Laufe der Veranstaltung hingebungsvolle Erwähnung fanden.
In sportlicher Hinsicht musste zunächst festgestellt werden, dass der überlegene Sieger vom Vorjahr seiner Hauptsportart als Judoka in der zweiten Bundesliga nachkam und deshalb für eine Titelverteidigung fehlte.
So waren in diesem Jahr eben überwiegend Fußballer am Start, dies aber dafür mit dem nötigen Humor und ab und an zudem mit einem Outfit, das nicht unbedingt auf Windschlüpfrigkeit für den Titelgewinn ausgerichtet war. Da stolperte gleich im ersten Lauf ein als Atze Schröder verkleideter Protagonist im Wassergraben und musste mit vollgelaufenen Stiefeln den Parcours absolvieren. Vielleicht auch mit Herzblut bei der Sache, in jedem Fall aber mit blutendem Knie, ging der letzte Teilnehmer über die Ziellinie, der gleich einen Meter hinter dem Start schon mal eine Bruchlandung hingelegt hatte.
Dass auch Finnen nicht immer souverän über die Hinderisse gelangen, zeigte das Rennen Nummer sieben, bei dem der ansonsten als Übersetzer fungierende Jykri Oksanen unter seiner Ehefrau Inka beim „Aufderheide-Hindernis“ ins Straucheln geriet.
Alles in allem blieb es jedoch für alle gestürzten Teilnehmer bei höchstens heftpflastergroßen Blessuren oder eben nasser Wäsche, sodass am Ende der Veranstaltung der Spaß weiterhin im Vordergrund stehen bleiben konnte.
Besonders freuen durften sich im Endergebnis die beiden Jurastudenten Ina Fey und Falco Rohrberg, die nach einer Minute und 16 Sekunden mit dem besten Ergebnis die Ziellinie überquerten. Auf das Osnabrücker Paar warten jetzt 14 Tage Urlaub in Sonkajärvi inklusive der Teilnahme an den Weltmeisterschaften.
Videos vom Bramscher Ehefrauentragen sind übrigens unter www.laufen-os.de demnächst abrufbar.
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