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Hand angelegt, nicht aufgehalten

Aktionstag der Bügerstiftung Osnabrück unterstützt soziale Einrichtungen

Osnabrück. Handwerker und Dienstleister haben zum Aktionstag der Bürgerstiftung Osnabrück kostenlos gearbeitet – für soziale Einrichtungen und Schulen.

 
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Erst die Pfähle in den Boden rammen, dann die Wände aufbauen und mit Erde auffüllen: Die Karl-Luhmann-Schule freut sich über zwei Hochbeete, die Mitarbeiter von Gert Bentrup aus Bad Iburg mit den Schülern bauten. Fotos (2): Thomas Osterfeld Auf dem Hof der Montessori-Schule entstand im Mai 2011 eine Wasserspielanlage. Foto: Archiv/Osterfeld Der Awo-Kindertreff Kreuzhügel war am Aktionstag zu Besuch in der Redaktion der Neuen OZ. Alina bastelte eine Mütze aus Zeitungspapier und setzte sie Till auf. Foto: Gert Westdörp Holzhammer-Methode: Mitarbeiter der Gartenbaufirma Bentrup aus Bad Iburg legten gemeinsam mit Schülern und Lehrern der Karl-Luhmann-Schule für hörgeschädigte Menschen ein Hochbeet an. Mit vereinten Kräften ging allen Beteiligten die schwere Arbeit leicht von der Hand. Zum Glück hatten die Fachleute professionelle Geräte und Maschinen mitgebracht. Eine Gruppe vom AWO-Kindertreff Kreuzhügel setzte sich intensiv mit den Medien auseinander. In der Redaktion der Neuen OZ demonstrierte Redakteur Holger Jansing die Arbeit am Computer. Alina bastelte eine Zeitungsmütze und setzte sie Till, dem Maskottchen der Lokalredaktion, auf. Die Montessori-Schule erhielt am Donnerstag auf dem Schulhof eine Wasserspielanlage. Die Verantwortlichen der Handschlag-Aktion informierten sich an Ort und Stelle über das Projekt. Mitarbeiter mehrerer Innungen waren im Einsatz für die gute Sache. Für die insgesamt 22 Projekte hatten sich 30 Unternehmen als Partner zur Verfügung gestellt. Hier läuft künftig das Wasser entlang. Dafür muss das Gefälle des Metallbeckens stimmen.

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Ein Wunsch wird Wirklichkeit. Die Handwerker sind da. Umringt von Schülern und Lehrern, rammen sie Pfähle in den Boden. Bald sind zwei Hochbeete fertig. Eines davon können Kinder der Karl-Luhmann-Schule vom Rollstuhl aus bepflanzen – mit Kräutern wie Thymian und Rosmarin. Und Christoph Ruf, Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH für hörgeschädigte Menschen, braucht keine Rechnung zu bezahlen. Das gilt auch für 21 weitere Schulen und soziale Einrichtungen, denn gestern spendeten Handwerker und Dienstleister ihre Arbeitskraft – zum Aktionstag der Bürgerstiftung Osnabrück.

Auf dem Hof der Montessori-Schule gießen Handwerker ein Fundament aus Beton, bauen darauf Edelstahlwannen und verlegen Rohre. Drei Innungen arbeiten zusammen, um eine Wasserspielanlage herzustellen, auch hier umringt von Schülern. Konrektorin Marion Schönfeld kommentiert das Treiben so: „Wir haben nur die Pumpe finanziert. Den Rest bekommen wir jetzt einfach so dazu.“ Vor Freude stellt sie ein „Wasserfest“ mit allen Beteiligten in Aussicht.

Die Maler in der Teutoburger Schule entpuppen sich als Angestellte der Oldenburgischen Landesbank, die sich für einen guten Zweck umgezogen hatten. Zusammen mit Schülern streichen sie Unterrichtsräume. Währenddessen üben Berater im Zentrum für Jugendberufshilfe und bei den Stadtwerken mit Schülern Vorstellungsgespräche. Bei der Neuen Osnabrücker Zeitung schauen Besucher vom Kindertreff Kreuzhügel hinter die Kulissen des Medienhauses.

All diese Szenen gehören zum Projekt „Handschlag“, das die Bürgerstiftung Osnabrück zum zweiten Mal veranstaltet. Die Idee, die dahintersteckt, erläutert Ulrich Ruf, Leiter der Lenkungsgruppe der Stiftung, so: „Ziel ist es, Unternehmen und soziale Einrichtungen sowie Schulen zusammenzubringen. Das Miteinander ist eine andere Art von Engagement, als Geld zu spenden. Hier geht es darum, sich einen Tag lang zu engagieren.“ Gleichzeitig will die Bürgerstiftung „verschiedene Lebenswelten zusammenbringen“, wie es Ulrich Ruf formuliert: „Es lernen sich hier Menschen kennen, die sich sonst nicht begegnen.“

Im März hatte die Bürgerstiftung Osnabrück zu einer Projektbörse eingeladen, bei der Schulen und soziale Einrichtungen Stände aufbauten, an denen sich hilfsbereite Unternehmer informieren konnten. „Dort hat sich alles zusammengefügt“, berichtet Ulrich Ruf. Seitdem bereiteten sich 30 Unternehmen darauf vor, 22 Wünsche zu erfüllen. „Das Spektrum reicht von notwendigen oder erwünschten Verbesserungen über Veranstaltungen bis hin zum Training für Bewerber.“

Klaus Lang, Vorsitzender des Vorstandes der Bürgerstiftung, trieben am Anfang des Projekts zwei Sorgen um: „Wir befürchteten, dass das Projekt zu einer banalen Werbung für die Firmen wird, und hofften, dass die sozialen Einrichtungen den Mut aufbringen, sich zu präsentieren.“ Jetzt ist Klaus Lang erleichtert.

Gleichzeitig denkt er schon über den Aktionstag im kommenden Jahr nach: „Da müssen wir aufpassen, dass wir nicht einzelne Höchstleistung zum Maßstab erklären. Ich ermutige Unternehmer dazu, auch einfache Tätigkeiten anzubieten und einfach irgendwo mit anzupacken.“

Die Wünsche sind erfüllt und die Handwerker wieder weg. Doch was sie geschaffen haben, bleibt. An der Rosenplatzschule etwa werden Rosen blühen. Und Birgit Jäger, Förderschullehrerin an der Karl-Luhmann-Schule an der Knollstraße, wird künftig mit ihren Schülern die Gebärden für die Kräuter üben – irgendwo zwischen dem Hochbeet und der Küche.


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