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Diözesanfamilientag: KAB knüpft in Belm ein stabiles Netzwerk
Belm. „Ich habe noch genau 70 Euro, muss aber noch meinen Wocheneinkauf für die ganze Familie machen.“ Derartige Stoßseufzer kamen von vielen „Hartz-IV-Spielern“. Gleich nebenan wurden Igel, Schlangen und sonstiges Getier unter Hütchen versteckt. Im Erdgeschoss gab es turbulente Reisen nach Jerusalem, auf der Kirchwiese Kaffee und Kuchen, außerdem Diskussionen über gerechte Löhne und im Bauwagen manche Luftballonschlacht. Diese Vielfalt bot der KAB-Diözesanfamilientag in Belm.
Das Programm mit unterschiedlichsten Inhalten zeigte, dass alle Generationen eingeladen, aber auch Nachdenken und Diskussionen gewünscht waren. Rund dreihundert Menschen aus den KAB-Gruppen des Diözesanverbandes Osnabrück trafen sich zu Beginn zum Gottesdienst zwischen dem Pfarrheim und der alten Pfarrkirche St. Dionysius. Anlass war der 100. Geburtstag der KAB Belm. Diözesanpräses Christian Eilers und Pastor Joachim Kieslich machten die Aufgabe des Tages deutlich: Es sollte am Netzwerk Familie gebaut werden.
Ein großes Team um Birgit und Rafael Spellmeyer hatte den Tag vorbereitet. Auch alle Gemeindegruppen zogen mit, so Mitorganisator Hermann Westerheide. Das Team musste Flexibilität beweisen, denn zwischendurch prasselten heftige Regenfälle auf die Kirchwiese. Trotzdem blieben die meisten Besucher. Das lag mit an den „Friends“, einer Musikgruppe aus Nordhorn, die Oldies spielte.
Zum Glück gibt es ja das geräumige Gemeindehaus mit vielen Gelegenheiten, das Netzwerk Familie im Trockenen zu bauen. Beispielsweise bei Gesellschaftsspielen, beim Gedächtnis- und Kommunikationstraining für alle in der Familie und bei Informationen über Mehrgenerationenhäuser. Im Zelt auf der Kirchwiese wurde nach neuen Arbeitsmodellen gefragt: „Was zeichnet einen familienfreundlichen Betrieb aus? Damit im Netzwerk Familie keine Löcher entstehen, werden von den KABlern flexible Arbeitszeiten und Kinderbetreuung gefordert.
Während Ortsvorsitzender Klaus Steinkamp erläuternde Informationen zum Grundeinkommen gab, wurde im Obergeschoss des Pfarrhauses „Hartz IV“ gespielt. Für viele Menschen leider kein Spiel, sondern Realität. Die Mitspieler versetzten sich in die Lebenssituationen der Betroffenen. „Das Leben kann Hart(z) sein“, so ihre Aufgabe, die zu ernüchternden Erfahrungen führte.
Den Diözesantag nutze auch das „Trauerland“ von Spes Viva zu einem Tag der offenen Tür. Projektleiterin Marion Gövert gab Tipps, wie Kindern in Trauersituationen zu helfen ist.
Es wurde also an vielen Stellen am Netzwerk Familie gebaut. Heraus kamen viele Verknotungen. Ein solch stabiles Netzwerk wurde am Ende des Tages von allen KAB-Familien noch einmal symbolisch auf der Kirchwiese geknüpft.
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07.04.2012
