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Tippspiel
Für starke Tarifparteien
Osnabrück. Demografischer Wandel, Arbeitnehmerfreizügigkeit, Lohn-Dumping: nur einige von vielen Themen, die den Arbeitsmarkt vor neue Herausforderungen stellen und einen entsprechenden Regelungsbedarf nach sich ziehen. Mit einer neuen Mindestlohn-Verordnung will das Wach- und Sicherheitsgewerbe mit gutem Beispiel vorangehen.
Die neue branchenspezifische und regional gestaffelte Lohnuntergrenze war nur eines von vielen Themen, die Ralf Brauksiepe, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Mathias Middelberg (CDU) zu einer Reihe arbeitsmarktpolitischer Gespräche nach Osnabrück führte.
Die Mindestlohnverordnung im Sicherheitsgewerbe tritt vor dem Hintergrund der Ost-Erweiterung und Dienstleistungsfreiheit ab dem 1. Juni in Kraft und bedeutet für die rund 170000 dort Beschäftigten zumindest bis Ende 2013 mehr Lohnsicherheit. Bis dahin konnte für Niedersachsen eine Mindest-Entlohnung von 7,26 Euro, die sich bis Januar 2013 in zwei Stufen auf 7,50 Euro erhöhen wird, nach vierjähriger Verhandlungszeit mit der Gewerkschaft Verdi nun verbindlich festgeschrieben werden. Das erläuterte Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS).
„Wir wollen nicht, dass der Staat als Gesetzgeber die Löhne vorschreibt“, betont in diesem Zusammenhang Ralf Brauksiepe. Umso mehr seien deshalb „starke Tarifvertragsparteien“ wichtig, die „gerade vor dem Hintergrund der Arbeitnehmerfreizügigkeit Ordnung in ihre Branche bringen“.
Bei einem Besuch der Wach- und Sicherheitsgesellschaft Osnabrück (WSO) von Brauksiepe und Middelberg ging es auch um die Beschäftigung Älterer.
Denn mit dem demografischen Wandel ändern sich auch die Altersstrukturen am Arbeitsmarkt. Aufgrund der gerade im Vergleich zur Produktion geringeren körperlichen Belastung seien ältere Arbeitnehmer gerade in der wachsenden Dienstleistungsbranche willkommen.
Dabei geht es neben der Einstellung auch um die Weiterbeschäftigung dann, wenn die Regelaltersgrenze erreicht ist. Dafür müssten „im beiderseitigen Einvernehmen“ Lösungen gefunden werden, denn viele ältere Arbeitnehmer äußerten den Wunsch, „mit 65 Jahren nicht von einem Tag auf den anderen nach Hause geschickt zu werden, ohne dass sich die Arbeitsfähigkeit verändert hat“, berichtet WSO-Geschäftsführer Axel Mauersberger von seinen Erfahrungen.
Aber nicht nur Beschäftigungs- und Weiterbeschäftigungsoptionen für Ältere, sondern parallel dazu auch die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen für die jüngere Generation werde bei der WSO vorangetrieben, allein schon, um die Wach- und Sicherheitsbranche vom in der Öffentlichkeit immer noch anzutreffenden „Nachtwächter-Image“ weiter zu befreien, wie Mauersberger betont.
Im Anschluss an ihren Besuch bei der WSO erkundigten sich Middelberg und Brauksiepe noch bei der „Maßarbeit“ in GMHütte über deren Erfolge bei der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen und über den neuesten Stand bei der Umsetzung des Bildungspaketes im Osnabrücker Land.
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25.02.2011
