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Kommentar: Professionell und amateurhaft
Lingen. Absolut professionell haben die Werksfeuerwehr der BP-Raffinerie in Lingen und die Freiwilligen Feuerwehren aus dem Umland unter größten Anstrengungen ein Feuer gelöscht, das sehr schnell zu einer Katastrophe hätte werden können. Nur durch ihren unermüdlichen Einsatz unter Lebensgefahr konnte ein Übergreifen des verheerenden Brandes auf zwei weitere mit Benzin voll betankte Schiffe verhindert werden – Hut ab vor dieser Leistung.
Amateurhaft dagegen war die am Dienstagmorgen anberaumte Pressekonferenz. Vertreter von Raffinerie, Landkreis Emsland, der Feuerwehr, der Polizei und der Stadt Lingen waren gekommen. Doch nur einer verlas eine inhaltsleere und längst bekannte Erklärung: Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone. Innerhalb weniger Minuten „verarbeitete“ der OB ein zehn Stunden wütendes Horrorszenario, bei dem um Haaresbreite fast drei Millionen Liter Benzin explodiert wären und Hunderttausende Liter Treibstoff in Hafenbecken und Kanal flossen. Mal ganz abgesehen von möglichen Toten oder einem Übergreifen der bis zu 100 Meter hohen Flammen auf das benachbarte Tanklager. Nach der „Lesung“ verließ der OB wortlos die seit Stunden wartenden, verdutzten und sehr verärgerten Journalisten. Krisenmanagement und Transparenz sehen anders aus.
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07.04.2012

Es hat gebrannt. Das Feuer ist gelöscht. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Ursachenforschung dauert noch an. Insbeondere der letzte Punkt mag unbefriediegend sein, weil man hier eine Tugend braucht, die unsere Medien kaum noch haben: Geduld! Mir jedenfall ist eine solide Antwort grundsätzlich lieber als eine schnelle. Dies nun dem OB Krone anzulasten ist mehr als kleinkariert.