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Tippspiel
Spritziges Konzert zum Antritt
Osnabrück. Eigentlich sollte Bernhard Wesenick im Zentrum stehen, denn es ist sein Antrittskonzert als Professor für Fagott am Institut für Musik der Hochschule (IfM). Und doch lernt man ihn nicht als Solisten kennen, sondern als Kammermusiker im Ensemble Prisma, einem Bläseroktett. Und das ist auch sinnig, denn Wesenick ist in seiner neuen Funktion am IfM für die Holzbläser insgesamt zuständig.
Das Ensemble Prisma lässt durch seine Perfektion staunen und reißt durch spritzige Interpretation mit. Die „Fledermaus“-Ouvertüre gibt die Richtung des Abends vor: Das Konzert hat, ungeachtet hoher spieltechnischer Ansprüche, einen serenadenhaften, leichten Ton. „Die Montagues und die Capulets“ aus Sergej Prokofjews „Romeo und Julia“-Ballett, sonst sehr gravitätisch, kommen hier in raschem Tempo daher, und der rasende Merkutio wirkt eher verspielt. Dieser verspielte Ton passt hervorragend zu den Auszügen aus Felix Mendelssohn Bartholdys „Sommernachtstraum“:ein irrer Ritt für die Instrumentalisten. Dennoch klingt alles ganz locker.
Außer Ludwig van Beethovens Oktett Es-Dur, dem einzigen Werk des Abends, das für die Bläserbesetzung komponiert wurde, hat Andreas N. Tarkmann die Bearbeitungen arrangiert. So auch für einige Auszüge aus Franz Schuberts Oper „Alfonso und Estrella“. Und hier erfüllt das Ensemble Prisma genau jene Funktion, die Harmoniemusik einst innehatte: große Werke in einer reduzierten Besetzung vorzustellen. Wo werden heute schon Schubert-Opern gespielt? Die Arien, Chöre und Duette sorgten für eine kleine Überraschung, denn sie steckten voller heiterer Klänge – für Schubert eher ungewöhnlich.
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