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Bramsche-Ueffeln: Ein Hangar mitten im Wald
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Autor: Julia Kuhlmann 17. März 2011 18:37 Uhr  Mehr Artikel von dieser Autorin

Landwirt stößt auf Relikte aus dem Krieg

Bramsche-Ueffeln: Ein Hangar mitten im Wald

Ueffeln/Hesepe. Es ist 30 Jahre her, als sich Landwirt Hans Hundeling bei der Erkundung seiner Waldfläche zwischen Hesepe und Ueffeln mit dem Trecker in einem Loch festfuhr. Kein normales Loch, war ihm schnell klar. Sein Trecker befand sich in einem alten Schützengraben. Der Landwirt war damals zu seiner Überraschung auf einen Hangar des Heseper Flugplatzes aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen. Er überließ die Fläche weiter sich selbst. Heute nimmt er sich des Waldstücks erneut an.

 
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Vor den Relikten eines Hangars, in dem Flugzeuge versteckt wurden: Bezirksförster Martin Meyer Lührmann und Waldbesitzer Hans Hundeling (rechts) im Aufforstungsgebiet zwischen Bundesstraße und Balkumer Grenzweg. Foto: Julia Kuhlmann Gräben zur Entwässerung und zum Schutz vor Splittern sind auf der Kahlfläche heute noch zu entdecken. Im Kreis zeigt das über 60 Jahre alte Luftbild zwei Hangars zwischen Hesepe und Ueffeln, der obere befindet sich im Hundeling’schen Wald. Repros: Arbeitskreis Bramscher Flughäfen Baum für Baum arbeiten sich Katharina Günther und Patrick Helle von der Merzener Firma Hallermann auf der Kahlfläche in Ueffeln voran. Foto: Julia Kuhlmann Gut zu sehen ist das Flugzeug auf diesem Luftbild, das nahe dem Wald aufgenommen wurde, in dem der Hangar heute noch zu sehen ist.

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Riesige Betonblöcke sind mitten auf der gut vier Hektar großen Kahlfläche jenseits der Bundesstraße zwischen Hesepe und Ueffeln zu sehen, außerdem zahlreiche in ihrem Verlauf noch sehr gut erkennbare Schützengräben und betonierte Entwässerungs- und Versorgungsschächte. Alles sehr gut zu sehen, weil sich die Waldbesitzer Ingrid und Hans Hundeling nach einer Beratung mit Bezirksförster Martin Meyer Lührmann im vergangenen Frühjahr entschlossen hatten, einen sogenannten Schirmschlag in dem Ueffelner Waldstück zu machen.

Das heißt: Die zahlreichen nach 60 Jahren auch bereits am Ende ihres Wachstums angekommenen Birken und anderer Wildwuchs wurden gefällt, nur einige Kiefern und Eichen blieben stehen. Nach diesen Arbeiten gab das Gelände die Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg noch deutlicher frei: Noch heute zeichnet sich ein 30 mal 30 Meter messender Platz mitten in dem Waldstück klar ab.

Unter dem Strauchwerk, das sich im Laufe der vergangenen 60 Jahre auf der Fläche ausgebreitet hat, befindet sich 40 Zentimeter dicker Beton, hat Hundeling schon vor 30 Jahren festgestellt. An seine Überraschung bei der Entdeckung damals kann er sich noch genauso gut erinnern wie an die Antwort, die er beim Amt für Verteidigungslasten erhielt: „Ein Hangar in Ihrem Wald? Ihr Problem.“

Nachfragen bei alteingesessenen Anwohnern und beim „Arbeitskreis Bramscher Flughäfen“, der sich mit den Relikten aus der Vergangenheit intensiv befasst, bestätigten: Hier befand sich ein Hangar, in den Flugzeuge vom Heseper Flughafen zum Schutz vor Angriffen und für Reparatur- und Wartungsarbeiten gebracht wurden.

Was tun mit der geschichtsträchtigen Fläche mitten im Wald? Förster und Waldbesitzer waren sich schnell einig: Die betonierte Hangarfläche bleibt zwangsläufig weiter unberührt, weil dort ohnehin nichts wachsen würde, der Rest wird aufgeforstet. Insgesamt 12870 Bäume – Eichen, Buchen und Douglasien – werden zurzeit gepflanzt. „Eine Verjüngung des Waldes aus sich heraus wäre nicht möglich gewesen“, erklärt Meyer Lührmann.

Zuvor wurde der Kampfmittelbeseitigungsdienst zurate gezogen, der erlaubte, die Pflanzlöcher für die Bäume mit einem Mini-Bagger zu graben.

Das Interesse an den Relikten im Waldboden war bei Hans Hundeling durch die Entdeckungen vor 30 Jahren und die Wiederentdeckung in jüngster Vergangenheit aber nachhaltig geweckt. Er nahm Kontakt zu Norbert Lauxtermann vom Arbeitskreis Bramscher Flughäfen auf und entdeckte bei einer Ausstellung des Arbeitskreises ein Luftbild aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges.

Für geübte Augen ist dort ein Flugzeug zu erkennen – mitten im Wald. Lauxtermann, Berufsfeuerwehrmann und mit der Kampfmittelbeseitigung bestens vertraut, kennt das Gebiet wie seine Westentasche.

Eine dringende Warnung schickt er voraus: „Diese Gebiete wurden damals zwar schon geräumt, aber es können immer noch Kampfmittel dort sein.“ Spaziergänger sollten daher unbedingt auf den Wegen bleiben und verdächtige Funde der Polizei melden. Wer Kampfmittel findet, sollte wissen: Sie werden immer gefährlicher, weil sich die Zündsysteme und Blockerstoffe zunehmend zersetzen.

Aus Recherchen weiß Lauxtermann, dass der Flugplatz in Hesepe zum Schutz vor Angriffen möglichst immer flugzeugfrei gehalten wurde. Die Maschinen des Typs DO 217 und Arado 234 seien entweder in die versteckten Hangars oder sogar auf Höfe in der unmittelbaren Umgebung gebracht worden, wo auch die Piloten untergebracht waren. Zum Teil hätten die Kinder auf den Höfen gewusst, wann „ihre“ Piloten landeten, und hätten sie am Flugplatz erwartet, um – auf den Tragflächen sitzend – zurück zum Hof zu rollen. Am Ende des Krieges und kurz danach seien die Hangars mit den Flugzeugen gesprengt worden, berichtet Lauxtermann. Noch heute sind die tiefen Gräben zu sehen, in denen die Menschen bei Angriffen aus der Luft Schutz vor Splittern suchten.

Zwar hat sich die Natur auch im Ueffelner Wald über die Relikte menschlichen Wirkens gelegt, die tiefen Spuren, die der Krieg auf der scheinbar vergessenen Fläche in Ueffeln hinterlassen hat, werden aber wohl lange weiter sichtbar bleiben.

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