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Abschied von der dekorativen Stolperfalle
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Autor: Petra Ropers 17. März 2011 17:29 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Projekt „Alt werden in Gesmold“ stößt weiter auf großes Interesse

Abschied von der dekorativen Stolperfalle

Gesmold. Der Wunsch ist nicht nur in Gesmold weit verbreitet: Über 90 Prozent aller Bürger im Landkreis Osnabrück möchten in ihren eigenen vier Wänden alt werden. „Doch nur für 20 bis 25 Prozent ist eine altersgerechte Wohnanpassung ein Thema“, gab Andreas Stallkamp, Wohnberater des Landkreises, im Gesmolder Pfarrheim zu bedenken.

 
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Das Projekt „Gemeinschaftlich Wohnen in Gesmold“ stellten Architekt Andreas Niekamp (links) und Investor Christian Heggemann im Pfarrheim vor. Fotos: Petra Ropers Ein Handlauf für mehr Sicherheit: Für eine frühzeitige Anpassung an Bedürfnisse des Alters warb Andreas Stallkamp.

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Über 100 Besucher drängten sich am Mittwoch zur Informationsveranstaltung, „Alt werden in Gesmold“ in den Stuhlreihen, auf Tischen und Stehplätzen. Einen Einblick in die Angebote des Landkreises bot ihnen Andreas Stallkamp. Schließlich hält der Landkreis auf seiner Webseite nicht nur eine umfassende Datenbank für haushaltsnahe Dienstleistungen vor. Mit einer individuellen Wohnberatung zeigt er zudem Möglichkeiten auf, die eigene Wohnung frühzeitig an die Erfordernisse des Alters anzupassen.

Ein Handlauf an den Eingangsstufen, ein einfaches Podest für Bett und Waschmaschine, eine gute Beleuchtung und der Abschied von der dekorativen Stolperfalle auf dem Boden: Oft reichen schon kleine Veränderungen aus, um den Alltag im Alter zu erleichtern. Bewusst spricht Andreas Stallkamp dabei auch jüngere Eigenheimbesitzer an: „Wenn Sie umbauen, dann sollten Sie gleich vorausschauend bauen.“

Im geplanten Haus Tilia sind ebenerdige Duschen, breite, rollstuhlgerechte Flure und stufenfreie Zugänge zu allen Räumen ohnehin selbstverständlich. Gemeinsam mit Architekt Andreas Niekamp stellte Investor Christian Heggemann das Bauprojekt vor, das, angrenzend an die Apotheke, mitten im Herzen des Ortes Gestalt annehmen soll. Insgesamt elf Eigentumswohnungen von 45 bis 90 Quadratmeter, dazu ein offener Begegnungsbereich im Foyer, ein Gemeinschaftsraum im Souterrain sowie ein gemeinschaftlich zu nutzendes Gästezimmer sehen die Pläne für das Haus vor, das vom Stephanswerk verwaltet werden soll.

Mit Pelletheizung, Solaranlage und hochwärmegedämmten Fenstern und Fassaden trägt das Energieeffizienzhaus den Anforderungen des Umweltschutzes Rechnung. Ein Konzept für ein betreutes Wohnen könne in Absprache mit der Hausgemeinschaft erstellt werden, berichtete Annette Niederwestberg, Leiterin der Caritas-Sozialstation. Zum ersten Mal stellten Heggemann und Niekamp die Entwürfe für das Projekt „Gemeinschaftlich Wohnen in Gesmold“ den interessierten Besuchern vor. Entsprechendes Interesse natürlich vorausgesetzt, könnten die Wohnungen bereits im Sommer kommenden Jahres bezugsfertig sein.

Doch altersgerechter Wohnraum allein reicht nicht aus. „Alt werden in Gesmold“ hat deshalb viele Gesichter – etwa jene der sechs ehrenamtlichen Kümmerer, die vor Ort beraten, Hilfe leisten und Menschen aus der Isolation holen. „Wir orientieren uns ganz bewusst am christlichen Menschenbild“, betonte Franz-Josef Pabst, der gemeinsam mit seinen Mitstreitern aus Kirche und Politik das Netz der Hilfe bereichert. „Es gibt Menschen, die sich kümmern“ – und das nicht erst, seit in Melle als erster Kommune des Landkreises die Kümmerer aktiv wurden.

Schließlich investieren viele Gesmolder oft schon jahrzehntelang ihre Zeit und ihre Aufmerksamkeit – im Besuchsdienst der Kirchengemeinde oder auch einfach ganz privat.

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