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„Musik und Kunst“: Erstes Konzert und Ausstellungseröffnung
cru Oldendorf. Gesungene Physik oder psalmodierte Astronomie: Das vertonte Werk „Die Milchstraßen singen Gottes Ruhm“ des bedeutendsten Poeten Nicaraguas, Ernesto Cardenal, stand im Zentrum des meditativen Musikabends in der Oldendorfer Kirche am Donnerstagabend.
Es darf sowohl für die Künstler als auch für die Zuhörer als Herausforderung bezeichnet werden, physikalische Inhalte als Gottesruhm zu musizieren beziehungsweise zu hören: „Arktur ist 20-mal größer als die Sonne und Antares 487-mal heller als ihr Schein.“ Andrea Glüer-Brehmer (Gesang und Querflöte) und Peter Josef Schmitz, Gitarre, boten ein ungewöhnliches Programm im ersten Konzert der Reihe „Musik und Kunst“.
Werke von Johann Sebastian Bach, die als Kantate oder Orchestersuite komponiert wurden, wie der Choral „Jesus bleibet meine Freude“ oder „Air“ ließen in dieser Minimalbesetzung sehr durchsichtig die barocken Formen deutlich hören. Auch das geistliche Lied Bachs, „Bist du bei mir“, bekam ohne den Text plötzlich eine heitere tänzerische Note.
Martina Keding verband die musikalischen Glanzlichter mit Texten von Haussprüchen, Psalmen und Dichtung. Goethes „Über den Wassern“ etwa unterstrichen die Musiker mit einer Komposition des Gitaristen: „Supra Aquas“, die lateinische Übersetzung des Dichtertitels.
Nach Danksagung und Segensworten von Pastor Karsten Keding durften die Zuhörer viele sonst selten gehörte Strophen des Leonard-Cohen-Songs „Halleluja“ aktiv mit dem bekannten Ohrwurmrefrain umrahmen.
Nach dieser ungewöhnlichen Kammermusikstunde stand der Sehgenuss im Vordergrund. Im Hallmann’schen Haus am Kirchplatz hatte Egon Wermeier farbenfrohe Bilder zu seiner ersten Soloausstellung zwischen die Fachwerkbalken gehängt. Der gelernte Schaufensterdekorateur und Plakatmaler im Ruhestand nennt sich selbst „Hobbymaler und Autodidakt“ und nimmt seit 2006 an Kunstausstellungen in der Orangerie des Gutes Ostenwalde oder der Kunstmeile teil.
Seine Landschaften, fiktiven Stadtpanoramen oder Naturansichten von Bergen und Seen leuchten in Acryl oder Öl großzügig und intensiv von den Wänden. Schwung- und fantasievoll wirken auch die abstrakten Gemälde. „Die verschiedenen Stilrichtungen und Motive male ich aus der entsprechenden Stimmung heraus“, erklärte der Künstler im Kreis der zahlreichen Gäste.
Die Ausstellung ist bis zum Ostermontag jeweils um die Gottesdienst- und Andachtszeiten im Hallmann’schen Haus in Oldendorf zu sehen.
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