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Kreislandfrauen diskutieren mit Minister Rösler in Melle: „Veränderungen im Gesundheitswesen dauern länger“
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Autor: Marita Kammeier 11. März 2011 20:42 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Debatte im Forum

Kreislandfrauen diskutieren mit Minister Rösler in Melle: „Veränderungen im Gesundheitswesen dauern länger“

Melle. Rege Diskussionen entbrannten nach dem Vortrag des Gesundheitsministers Dr. Philipp Rösler zur medizinischen Versorgung auf dem Land. Großer Resonanz erfreute sich der außergewöhnliche Nachmittag, zu dem die Kreislandfrauen am Freitag ins Forum eingeladen hatten.

 
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Verstanden sich: Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler und Gerda Stolle, Vorsitzende der Kreislandfrauen, die dem Gast einen Präsentkorb überreichte. Fotos: Marita Kammeier Zum Lachen: Die russischen Hebammen Maximilian und Florian unterhielten über 300 Gäste im Forum köstlich.

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„Dieses Thema brennt uns allen unter den Nägeln“, betonte der stellvertretende Bürgermeister Wilhelm Backhaus. „14 Prozent unserer Arbeitsplätze sind in der Gesundheitsbranche. Aktuell gebe es 2500 über 80-Jährige, deren Zahl sich bis 2020 auf 3000 steigern werde.

Der Gesundheitsminister steuerte direkt die kritischen Themen an: „Ich sehe heute schon einen absoluten Mangel an Ärzten, der sich in den nächsten 10 bis 15 Jahren noch verschärfen wird.“ Sein Rat an die Kommunalpolitiker: Vor Ort für mehr Studienplätze sorgen, um Ärzte auch in die ländlichen Regionen zu bekommen. Ein guter Arzt zeige sich jedoch nicht an guten Noten.

Seiner Meinung nach gebe es ein eklatantes Missverhältnis bei der Verteilung von Ärzten in Deutschland: „Die statistischen Werte aus dem Jahre 1993 stimmen nicht mit dem tatsächlich heute schon gefühlten Versorgungsnotstand überein.“

Die weiteren Probleme seien: Die wenigsten Ärzte wollen eine eigene Praxis. 70 Prozent der Medizinstudenten sind Frauen, die zukünftig Beruf und Familie vereinbaren müssen.

„Den Teufelskreis der Abwanderung von Ärzten in die attraktiven Städte und ins europäische Ausland durchbrechen“, riet der FDP-Politiker. Dafür seien viele verschiedene Maßnahmen notwendig, wie auch das für 2011 geplante Versorgungsgesetz.

In der anschließenden Diskussion meldeten sich zahlreiche Bürger mit Fragen und Problemen zur häuslichen Pflege und der Abrechnung von Leistungen zu Wort. Edmund Glüsenkamp, Geschäftsführer des Christlichen Klinikums, bemängelte die unverständliche Bürokratisierung und erhöhte Preisabschläge von 30 Prozent für das Klinikum.

Der Minister benannte ein klares Ziel seiner Arbeit: Das Abrechnungsverfahren vereinfachen, die Anfälligkeit für Fehler reduzieren und die Preise transparenter gestalten. Am Herzen liegen dem Politiker auch die Pflegeberufe. Der Fachkräftemangel in diesem Bereich sei ernst zu nehmen, nicht zuletzt durch das Aussetzen des Zivildienstes. „Das Image und Berufsbild dieser Gruppe müssen wir stärken“, so Rösler. „Veränderungen im Gesundheitswesen dauern länger.“ Mit diesem Schlusswort verabschiedete sich der Politiker, versprach jedoch, die aus Zeitgründen nicht beantworteten Fragen direkt aus Berlin zu beantworten.

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