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Tippspiel
Kinder machen gemeinsam Theater
Sögel. Fleißig geprobt wird derzeit in der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth in Sögel. Ziel ist die Aufführung eines kleinen musikalischen Theaterstücks anlässlich einer Veranstaltung zum Welt-Down-Syndrom-Tag am Sonntag, 20. März, in der Aula des Hümmling-Gymnasiums.
Schon wenn man den Marstall betritt, merkt man an der Geräuschkulisse, dass hinter den Türen ehrgeizig gearbeitet wird. So hat sich im „Kleinen Saal“ eine Schar Kinder um Bildungsreferentin Stefanie Schmidt herum am Keyboard versammelt, um Lieder einzuüben, während ihre Kollegin Christine Schütte mit anderen Jungen und Mädchen Theaterszenen in der Kapelle des Hauses probt. Im Werkraum entsteht gerade eine kleine Kulissenstadt, im „Gruppenraum“ perfektioniert Andrea Wassenberg mit einigen Kindern das Instrumentenspiel für die musikalische Begleitung.
Am Ende des Vormittages kommen dann alle 44 Kinder im Alter von drei bis 14 Jahren zusammen, um die erarbeiteten Teile zusammenzuführen. Auf diese Weise wird seit Anfang des Jahres im 14-tägigen Rhythmus die Aufführung des rund 20-minütigen Theaterstücks „Das kleine Ich bin Ich“ vorbereitet.
Das Besondere am Theater-Projekt ist das gemeinsame Arbeiten von Kindern mit und ohne Behinderungen. „Wir wollen durch die Veranstaltung die Notwendigkeit und die Möglichkeit einer wesentlich stärkeren Einbeziehung von Menschen mit geistigen Behinderungen, insbesondere des Down-Syndroms, in unser normales Bildungs- und Ausbildungssystem sowie in die Arbeitswelt verdeutlichen“, erklärt Rita Lammers. Sie ist eine der Ansprechpartnerinnen des Arbeitskreises „Einander helfen –Kinder mit Down-Syndrom und ihre Familien“ der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB). Vor zwei Jahren hatten die Eltern bereits eine Filmaktion gestartet, 2010 wurde eine Postkartenaktion durchgeführt. „Damals ging es uns vor allem theoretisch um den Integrationsgedanken. Durch das Theater wird das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen nun praktisch umgesetzt“, erklärt Anita Grote vom Arbeitskreis. Dass dies bereits jetzt gelingt, hat Marstall-Bildungsreferentin Christine Schütte beobachtet: „Es ist ein schönes Zeichen, dass viele Kinder keine Berührungsängste gezeigt und sich für das Mitwirken am Musical gemeldet haben.“ Das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen wirke dadurch selbstverständlich. Bis zur Aufführung sei es noch ein ganzes Stück Arbeit, man sei aber optimistisch, dass am Ende alles gut über die Bühne gehe.
Zusätzlich zum Theaterstück greift die „Hamburger Arbeitsassistenz“ im Rahmen der Veranstaltung die Frage konkreter Integrationsmöglichkeiten von Menschen mit Down-Syndrom in den Arbeitsmarkt auf, die FED-Band des St.-Lukas-Heims sorgt für die musikalische Begleitung. Der Eintritt ist frei.
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