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Sport-Asylanten bleiben weiter ausgesperrt
Oldendorf. Mehr als 600 Sportler, die bis Oktober wöchentlich die 2004 gebaute Westerhausener Turnhalle nutzten, müssen noch mindestens bis zum Ende der Sommerferien auf die Wiedereröffnung der geschlossenen Sportstätte warten. Die Sanierung der Nässeschäden wurde gestoppt, um keine Beweise für eventuelle Regressforderungen an die Baufirma zu vernichten.
„Wir sind in einer sehr schwierigen Lage“, erklärte Christian Elscher vom städtischen Sportamt. „Einerseits wollen wir, dass die Betroffenen möglichst schnell wieder in ihrer eigenen Halle ihrem Sport nachgehen können. Andererseits dürfen wir keine Beweise vernichten, die auf mögliche Baumängel hinweisen – damit die Stadt und die Steuerzahler nicht alleine auf den Kosten sitzen bleiben.“ Allein der jetzt schon feststehende Sanierungsaufwand liege bei 165000 Euro, da dürften juristische Chancen auf eine Kostenbeteiligung des ausführenden Bauunternehmens nicht leichtfertig verspielt werden.
Um möglichst beiden Ansprüchen gerecht zu werden, will die Stadt in Absprache mit der Firma einen gemeinsamen neutralen Schiedsgutachter einschalten, der den (vorläufig noch gestoppten) Ausbau des Sportbodens begleiten und dokumentieren soll. Dann könnte die Sanierung zügig fortgesetzt werden, und trotzdem gingen keine bedeutsamen Tatsachen zur späteren präzisen Ermittlung der Ursache verloren. Bei diesem Verfahren hofft Elscher auf eine Fertigstellung des neuen Hallenbodens bis zum Ende der Sommerferien.
Bislang gibt es nur Spekulationen, wodurch das Isoliermaterial unter dem gesamten Hallenboden durchnässt wurde. Eine Theorie geht von undichten Türzargen aus. Bei den sintflutartigen Niederschlägen Ende August könnte massenhaft Regenwasser durch die Ritzen in den mit Glaswolle gefüllten Bereich zwischen Betonsohle und Schwingboden eingedrungen sein. Gegen diese Auffassung sprechen allerdings die deutlich überhöhten Werte bei Schimmelsporen-Messungen, die auf eine länger zurückliegende Problematik hindeuten. Der Zustand der Betonsohle selbst und der flächendeckenden Abdichtung nach unten kann erst nach dem Ausbau aller Schichten des kompletten Fußbodens beurteilt werden.
Volleyballer hatten im Oktober die Nässe entdeckt, als sie einen Netzpfosten im dafür vorgesehenen Loch des Hallenbodens verankern wollten. Kurz danach begann das Drama für die aktiven Sportler des TSV Westerhausen-Föckinghausen. „Wir mussten die Hallenstunden von 51 Gruppen und Mannschaften umverlegen“, berichtete der stellvertretende TSV-Vorsitzende Frank Strötzel. „Dazu kam die Verlegung und Absage sämtlicher geplanter Wochenendveranstaltungen“, ergänzte Hausmeister Meic Senftleben.
Viele der von Schimmel und Nässe vertriebenen Sportler haben „Asyl“ in der Gesmolder, Oldendorfer, Bueraner und Schledehausener Turnhalle gefunden. Großenteils änderten sich dabei nicht nur die Orte, sondern auch die Zeiten der Sportangebote.
Der Kindergarten und die Grundschule werden jetzt zeitweise zu Sportstätten umfunktioniert. Teilweise haben benachbarte Vereine ihre Hallen geteilt, um zusätzlichen Raum zu schaffen.
„Wir danken für die große Hilfe von benachbarten Vereinen und Institutionen“, erklärte die TSV-Vorsitzende Mechthild Nienhüser. Selbstverständlich sei die Zahl der aktiven Sportler angesichts der prekären Lage zurückgegangen, aber erfreulicherweise wollten die allermeisten ihrem TSV auf Dauer die Treue halten. Nienhüser: „Unsere Sportler halten weiter zu ihrem TSV. Bei der Suche nach vorübergehenden Alternativen hat die Stadt entscheidend mitgeholfen und auch Bürgermeister André Berghegger hat die Lösung des Nässeproblems zur Chefsache erklärt. Das macht Hoffnung auf eine Wiedereröffnung nach den Sommerferien.“
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