·
Digitalabo·
Shop·
Tippspiel
Geranien als Hauptkultur
Halte. Es geht um Zierpflanzen, aber das will nicht unbedingt etwas heißen. „Das ist ein knallhartes Geschäft“, weiß Frank Silze, der zusammen mit seinem Bruder Gerd in Halte Jungpflanzen produziert. Der Verkauf beginnt im April. Bis zu vier Millionen Geranien verlassen in der achtwöchigen Hochsaison den Betrieb, rund 45 Millionen Pflanzen produziert das Familienunternehmen in diesen zwei Monaten.
Aber ist das genug? „Ich habe immer weniger Kunden, die immer mehr bestellen“, so Frank Silze. „Wir platzen aus allen Nähten“, ergänzt sein Bruder Gerd. Die Lösung sehen die beiden Brüder in einem zweiten Standort in Holthusen.
„Wir möchten gerne unsere Produktion etwas straffen“, erläuterte Frank Silze dem FDP-Bundestagsabgeordneten Hans-Michael Goldmann aus Aschendorf. Auf zehn Hektar unter Glas möchte das Familienunternehmen in Holthusen gerne Jungpflanzen produzieren. Silze bat den FDP-Politiker um eine Prüfung, ob der neue Firmenstandort auch Fördermittel in Anspruch nehmen könnte. „Wir fallen genau durch das Raster durch“, ist die bisherige Erfahrung.
Man habe auch schon Gespräche mit der NBank in Niedersachsen über Zuschüsse geführt. „Diese Bank fördert keine Agrarproduktion“, so die ernüchternde Erfahrung der Silze-Brüder. „Ich kann in Halte weiter wirtschaften, aber zukunftsorientiert ist das nicht“, so Frank Silze. Die Planungen für einen zweiten Standort in Holthusen laufen nach seinen Worten schon lange. „Wir haben uns keinen Zeitrahmen gesetzt, aber es drückt immer mehr.“ 1996 übernahmen Frank und Gerd Silze die Firma. In Halte beschäftigen sie eine etwa 80-köpfige Stammbelegschaft, dazu kommen rund 40 zusätzliche Saisonkräfte.
Die Mutterpflanzen werden in Spanien, Kenia und Äthiopien gezogen. Wegen der besseren Lichtverhältnisse wachsen die Pflanzen hier sehr viel schneller und sind von besserer Qualität. Die Firma Silze beliefert keine Endkunden, sondern andere Gärtnereien, die aus den Setzlingen Fertigpflanzen ziehen. Zählt man die Mitarbeiter in Kenia (700), Spanien (200) und Äthiopien (70) zusammen, kommt man auf weltweit über 1000 Mitarbeiter.
Heute sind Geranien die Hauptkultur des Gärtnereibetriebes, dazu kommen Weihnachtssterne und Edellieschen. Die Firma züchtet eigene Geraniensorten, betreibt selbst Produktentwicklung und vergibt auch Lizenzen für diese Pflanzen an Partnerunternehmen. Diese Lizenznehmer aus Europa, den USA und dem asiatischen Raum zahlen pro Steckling eine Gebühr.
Von der Züchtung einer neuen Geraniensorte bis zur fertigen Pflanze vergehen fünf Jahre. 2002 brachte die Firma Silze ihre ersten neuen Sorten auf den Markt. Pro Jahr werden etwa fünf neue Sorten vorgestellt. „Von unseren Geranien werden in Europa etwa 70 Millionen Stück im Jahr verkauft“, so Frank Silze.
Kemper investiert 70 Millionen Euro in Nortrup
Auf dem Firmengelände bei Kemper in Nortrup herrscht reger Verkehr. Doch es sind keine Kühlfahrzeuge die Wurst transportieren,... mehr
Hightech-Firma aus Bersenbrück sucht „Ing.-Azubi“
Bersenbrück. Was haben Kaminöfen, Elektromotoren oder Ziegelwerke gemeinsam? Wichtige Werkstoffe, aus denen sie bestehen, werden bei Culimeta in... mehr
Mehr Lokales








