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Einen Tornister vom Tatort-Kommissar
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Autor: Dirk Fisser 11. Februar 2011 19:34 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

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Uwe H. Samstag, 12. Februar 2011 09:48 Uhr

Osnabrücker Verein will Schulanfängern helfen – Schauspieler Klaus J. Behrendt Ehrenvorsitzender

Einen Tornister vom Tatort-Kommissar

Osnabrück. Was verbindet den Fernseh-Tatort mit Tornistern? Seit gestern der Osnabrücker Verein „Wir starten gleich!“, der Schulanfänger aus sozial schwachen Verhältnissen mit Ranzen ausstatten will. Als prominentes Gesicht wirbt Klaus J. Behrendt, bekannt als Tatort-Kommissar Max Ballauf, für die Aktion. Auf der Gründungsversammlung des Vereins ließ er sich zum Ehrenvorsitzenden wählen.

 
 
Jedem Schüler seinen Ranzen: Klaus J. Behrendt und Reinhard Höfelmeyer engagieren sich im Osnabrücker Verein „Wir starten gleich!“. Foto: Egmont Seiler  Vergrößern

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Dabei gehört Behrendt keinesfalls zu den Prominenten, die nur ihren Namen für den guten Zweck hergeben. Er hat aktiv in den vergangenen Monaten an der Umsetzung des Projektes mitgewirkt. „Der Name des Vereins stammt auch von ihm“, erklärte Reinhard Höfelmeyer.

Der Osnabrücker Unternehmer wurde gestern im Vereinshaus des Tennis- und Hockeyclubs zum Vorsitzenden von „Wir starten gleich“ gewählt. Vor einigen Monaten hatte Höfelmeyer Schauspieler Behrendt auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung kennengelernt. „Wir sind ins Gespräch gekommen, und ich habe ihm von meiner Idee mit den Schulranzen erzählt. Da war er sofort Feuer und Flamme“, erinnert sich Höfelmeyer.

Er hatte Behrendt die Geschichte aus dem Jahr 2007 erzählt, die der Vorsitzende gestern auf der Pressekonferenz zur Vereinsgründung noch einmal wiederholte: Auf dem Weg zur Arbeit habe er einen kleinen Jungen gesehen, der seine Schulsachen in einem Jutebeutel trug. Höfelmeyer: „Das war der Auslöser. So kann man nicht ins Schulleben starten.“ Seit diesem Erlebnis habe die Idee in ihm gegärt, Schulanfängern einen vernünftigen Start zu ermöglichen. Es dauerte dann aber noch bis zum Treffen mit Behrendt, bis aus der Idee ein Konzept wurde.

Und so sieht es aus: Der Verein veranschlagt pro Ranzen Kosten von 100 Euro. Enthalten sind Stifte, Turnbeutel, Etui und alles, was das i-Männchen zum Start in den neuen Lebensabschnitt benötigt. Bis zum Beginn des kommenden Schuljahres sollen Spender für 100 Tornister gewonnen werden, gibt Behrendt als Ziel aus.

Die Schulranzen werden den Kindern dann anonym überreicht. „Sie sollen das Gefühl haben, der Tornister kommt von Mama und Papa“, sagt der Tatort-Kommissar. Ziel sei es, in den Kindergärten zu ermitteln, welche Familien die Kosten nicht selbst stemmen können. Dazu hat sich der Verein die Unterstützung von Marianne Fährmann (Lukas-Familienzentrum) und Anne Trentmann (St.-Michaelis-Kindertagesstätte) gesichert. Sie stehen in Kontakt mit zehn Einrichtungen im Stadtgebiet, die bedürftige Kinder in Abstimmung mit deren Eltern beim Verein melden.

Der Bedarf ist da: Von 45 Kindern seien es allein in ihrer Kindertagesstätte neun, die sich die nötige Ausstattung zum Schulstart nicht leisten könnten, sagt Trentmann. Die Zielgruppe ist vermutlich noch viel größer, nach Vereinsangaben leben 5200 Kinder und Jugendliche in Osnabrück unter der Armutsgrenze. Höfelmeyer denkt bereits über die Stadtgrenze hinaus: „Wenn es in Osnabrück läuft, spricht nichts dagegen, das Projekt auch auf andere Regionen auszudehnen.“ Ehrenpräsident Behrendt wäre dabei.

Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten zum Verein im Internet unter www.wir-starten-gleich.de.


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  Leserkommentare

 
Uwe H., Samstag, Februar 12, 2011 um 09:48 Uhr gute Idee aber ist es nicht eigentlich Sache des Bundes und der Länder, das Kinder und deren Eltern gar nicht erst in die Lage der Armut in Deutschland kommen? Die Arbeitnehmer zahlen horrende Steuern, das Geld fliesst aber nicht dahin, wo es benötigt wird. Und je mehr soziale Einrichtungen es gibt, die sich über Spenden finanzieren, je weniger Gedanken macht sich eine Bundesregierung über den Hartz4 Satz oder Billiglöhne.
Natürlich ist das eine tolle Sache, doch vielleicht sollte man wirklich mal alle an der armutsgrenze lebenden Menschen nach Berlin schicken.
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